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Parteitage der AfD: Gauland will "scharfkantigen" Kurs in der Asylpolitik

Landeschef Gauland: "Wir sind die Partei der kleinen Leute" Zur Großansicht
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Landeschef Gauland: "Wir sind die Partei der kleinen Leute"

Gleich fünf Parteitage hält die AfD an diesem Wochenende ab: In Hessen wurde der Vorstand abgesetzt, in Brandenburg Hardliner Alexander Gauland wiedergewählt. Er kündigte einen "scharfkantigen Kurs" an.

Die Brandenburger AfD hat mit großer Mehrheit Alexander Gauland als Landeschef bestätigt. Der 74-Jährige erhielt am Samstag auf dem Parteitag in Pritzwalk 110 Ja-Stimmen der 124 anwesenden Mitglieder, das sind 88,7 Prozent. Zuvor hatte Gauland den Parteitag auf seinen rechten Kurs einer "scharfkantigen" Asyl- und Zuwanderungspolitik eingeschworen: "Wir sind für die Menschen da, die nicht, ohne gefragt zu werden, in ihrer Nachbarschaft ein Asylbewerberheim haben wollen."

Gauland betonte, dass er angesichts seines Alters in zwei Jahren nicht erneut zur Wahl für den Vorsitz antreten wolle.

Mit Blick auf den Richtungsstreit in der Partei zwischen wirtschaftlich-liberalen und national-konservativen Kräften betonte Gauland die eigenständige Politik der Brandenburger AfD. "Wir sind die Partei der Sorgen und Nöte der Leute, die nicht in der Politik der Parteien, sei es CDU, SPD oder Linke, vorkommen", sagte Gauland. "Wir sind im Moment die Partei der kleinen Leute."

Das Parteitreffen wird am Sonntag mit Beratungen über Anträge zur Asyl-, Wirtschafts- und Energiepolitik fortgesetzt.

Hessen: "Manipulative Rundschreiben"

Den Landesparteitag der Hessen-AfD haben Personalquerelen bestimmt. Nach mehrstündiger Debatte beschlossen die rund 300 Delegierten in Gießen die Absetzung des amtierenden Landesvorstandes. Sie warfen dem Gremium eine mangelhafte Informationspolitik und manipulative Mitgliederrundschreiben vor. Außerdem gab es Kritik am Vorgehen bei der Entmachtung von Sprecher Peter Münch. Er war im März vom Landesschiedsgericht des Amtes enthoben worden.

Münch werden unter anderem falsche Angaben zu einer früheren Mitgliedschaft in der rechtsorientierten Partei Republikaner zur Last gelegt. Über die Neubesetzung des Landesvorstands soll zeitnah ein weiterer Parteitag entscheiden.

Auch in Sachsen-Anhalt, Bayern und Niedersachsen finden an diesem Wochenende Parteitage statt. In sieben Tagen treffen sich dann die Landesverbände Saarland und Nordrhein-Westfalen.

Der NRW-Vorsitzende Marcus Pretzell hatte durch eine "Kontoaffäre" seinen Landesverband in die Schlagzeilen gebracht. Der Bundesvorstand bereitete am Freitag einen Antrag vor, Pretzell zum Rücktritt vom NRW-Landesvorsitz aufzufordern. Der Antrag wurde jedoch von einer Mehrheit abgelehnt. Pretzell gilt als Widersacher des Bundesvorsitzenden Bernd Lucke.

Die AfD wählt am 13. Juni den neuen Bundesvorstand. Lucke hat gute Chancen, Parteivorsitzender zu werden. Anders als zwischenzeitlich von Lucke geplant, wird das Treffen als Delegiertentreffen stattfinden und nicht allen Mitgliedern offenstehen.

fab/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 32 Beiträge
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1. Eigentlich CDU-Themen!
Borke 18.04.2015
Gauland greift nur die Themen auf, für die eigentlich CDU/CSU einstehen müssten, die hier aber ein komplettes Vakuum hinterlassen haben. Wenn man die Stimmung im Volk betrachtet, müsste die AfD bei der nächsten Bundestagswahl eigentlich um 50% liegen, da es vielfach den Leuten einfach reicht, dass gravierende Einschnitte in ihrem Leben/ihrem Wohnumfeld einfach arrogant über ihre Köpfe beschlossen wird.
2.
sanctum 18.04.2015
Ich bin wirklich gespannt auf die nächste Bundestagswahl. Kann aber auch sein das viele dann doch wieder das altbekannte wählen weil sie naiverweise denken die Parteien würden sich ändern.
3. @1
2469 18.04.2015
Nur, dass die Afd dies auch nicht tut, und sich sogar manchmsl ziemlich übel ausdrückt. Die Gesinnung ist klar konservativ bis rechts und damit überhaupt nicht "volksnah", bestenfalls populistisch. Eine volksnahe, aber nicht à la Merkel ideologiefreie Partei, vielleicht ähnlich wie Syriza, ist das, was wirklich fehlt. Das was die Afd macht, ist fischen am rechten Rand, nicht Politik für den "kleinen Mann"
4. @ Borke
Wildes Herz 18.04.2015
Zitat von BorkeGauland greift nur die Themen auf, für die eigentlich CDU/CSU einstehen müssten, die hier aber ein komplettes Vakuum hinterlassen haben. Wenn man die Stimmung im Volk betrachtet, müsste die AfD bei der nächsten Bundestagswahl eigentlich um 50% liegen, da es vielfach den Leuten einfach reicht, dass gravierende Einschnitte in ihrem Leben/ihrem Wohnumfeld einfach arrogant über ihre Köpfe beschlossen wird.
Tatsächlich hängt die AfD aber bei Wahlumfragen SÄMTLICHER demoskopischer Institute bei 5 bis 6% fest. Anhänger ALLER Parteien denken, dass "ihre" jeweils bevorzugte Partei "eigentlich" 50% plus x haben "sollte". Das ist nun wirklich nichts neues... vor allem sollte man nie den Fehler machen, die politische Stimmung im eigenen Bekanntenkreis mit der der gesamten Bevölkerung zu verwechseln.
5.
20099 18.04.2015
"Scharfkantige Asylpolitik" hoffentlich in erster Linie gegen die Urheber des gegenwärtigen Desasters! Die Bundesregierung duldet den massenhaften und dauerhaften Verfassungsverstoss und Bruch des EU-Rechtes! Bei Anwendung bestehenden Rechtes gäbe mindestens 70% weniger Asylanten in D! Die Brandstifter sitzen also in Bln!
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