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AfD-Politikerin Federau: "Wir holen uns alle Krankheiten der Welt ins Land!"

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AfD-Werbeplakat: Politikerin Federau polemisiert auf Facebook

Eine AfD-Funktionärin aus Schwerin hat mit Äußerungen über Ausländer Empörung hervorgerufen: Auf Facebook polemisierte Petra Federau etwa gegen Ebola-Kranke - und fragte: "Werden wir zwangsverpflichtet, Flüchtlinge zuhause aufzunehmen?"

Schwerin - Die AfD-Politikerin Petra Federau ist wegen abfälliger Äußerungen über Ausländer in die Kritik geraten. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt die Ex-Chefin des AfD-Landesverbandes Thüringen über Asylbewerber und Ebola-Kranke: "Wir holen uns nicht nur die Religionskriege, sondern auch alle Krankheiten der Welt ins Land!" In einem anderen Eintrag meinte sie, demnächst müsse man wohl für die bessere Willkommenskultur auch noch Afrikanisch lernen.

Eine Äußerung über den Zustrom von Bürgerkriegsflüchtlingen nach Deutschland kommentiert Federau mit den Worten: "Werden wir demnächst zwangsverpflichtet, Flüchtlinge zuhause aufzunehmen?!" Einen Link der rechtskonservativen Zeitung "Junge Freiheit" über angebliche Pläne einer EU-weiten Arbeitslosenversicherung kommentierte sie mit den Worten: "Es reicht! Für wen sollen wir noch alles zahlen?!"

Dem NDR sagte der Rostocker Politikwissenschaftler Martin Koschkar, ähnliche Äußerungen seien aus anderen AfD-Landesverbänden bekannt. Nicht umsonst begreife die rechtsextreme NPD auch in Mecklenburg-Vorpommern die AfD als Konkurrenz. "Hier geht es um den Wettbewerb um Protestwähler", sagte er. Der AfD-Landesverband müsse klarstellen, ob ihre Meinung auch die Partei in Mecklenburg-Vorpommern sei.

Beleg für Positionen aus dem rechten Lager?

Federau ist Landesvorstandsmitglied der AfD, die in Mecklenburg-Vorpommern nach eigenen Angaben rund 330 Mitglieder hat. Federau sagte, bei ihren Äußerungen auf Facebook handele es sich um ihre persönliche Meinung.

Der Innenexperte der Linksfraktion, Peter Ritter, sieht laut NDR in den Äußerungen Federaus hingegen einen Beleg dafür, dass die AfD Positionen aus dem rechtsextremen Lager übernehme - auch wenn sie etwas anderes behaupte.

Es ist nicht das erste Mal, dass Parteifunktionäre der AfD mit entsprechenden Äußerungen für Unmut sorgen: Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen sollte der Abgeordnete Detlev Spangenberg den Posten des Alterspräsidenten im sächsischen Parlament einnehmen. Doch die AfD verzichtete auf das Amt, nachdem bekannt geworden waren, dass Spangenberg 2008 für die rechte Wählervereinigung "Arbeit, Familie, Vaterland" angetreten war. Einem MDR-Bericht zufolge steht zudem ein Parteimitglied aus dem Kreisverband Zwickau dem rechtsextremistischen Milieu nahe.

mxw/dpa

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