Nach Wahlerfolg Unbekannte veröffentlichen Mitgliederliste der AfD Sachsen

Kurz nach dem Wahlerfolg der AfD Sachsen haben Hacker vertrauliche Daten der Mitglieder veröffentlicht. Es geht um persönliche Informationen wie Telefonnummern und Geburtstage.

Die Spitzenkandidatin der AfD Sachsen, Frauke Petry: Namen, Anschrift, E-Mail-Adresse, Geburtstag und Telefonnummern wurden veröffentlicht
DPA

Die Spitzenkandidatin der AfD Sachsen, Frauke Petry: Namen, Anschrift, E-Mail-Adresse, Geburtstag und Telefonnummern wurden veröffentlicht


Hamburg - Während die AfD Sachsen am Sonntagabend ihren Erfolg bei den Landtagswahlen feierte, haben Hacker persönliche Daten der Parteimitglieder veröffentlicht.

Eine Hackergruppe aus Österreich, die sich zum lockeren Netzaktivistenverbund Anonymous zählt, publizierte die Daten. Von den AfD-Mitgliedern wurden Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Geburtstag und Telefonnummern veröffentlicht. Die Hackergruppe hatte schon mehrfach größere Datensätze geknackt und veröffentlicht.

Die Datensätze scheinen authentisch zu sein, zumindest treffen sie nach SPIEGEL-ONLINE-Recherchen für mehrere prominente AfD-Mitglieder zu. Daneben wurden auch noch Dokumente wie Datenschutzvereinbarungen und gescannte Mitgliedsanträge veröffentlicht.

Wie die Hacker an die Daten gekommen sind, ist bislang unklar. Eine gängige Methode ist aber, Webserver auf bekannte Sicherheitslücken hin abzuklopfen. Über manipulierte Datenbankabfragen, sogenannte SQL-Injections, lassen sich schlecht konfigurierte Webserver zur Preisgabe von internen Daten bringen.

Die betreffende Hackergruppe hatte zuvor etwa die Adressen von rund 25.000 österreichischen Polizisten veröffentlicht. Bei der österreichischen Einzugszentrale für Rundfunk- und Fernsehgebühren (GIS) wollen die Hacker über 200.000 Datensätze kopiert haben, ebenso die Daten von 600.475 Versicherten der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK). In diesen Fällen sahen die Hacker von einer Veröffentlichung aber ab.

Auch die NPD hat immer wieder Ärger mit Hackerangriffen. Offenbar im Gegensatz zur AfD in Sachsen trifft die rechtsextreme Partei aber bessere Vorkehrungen beim Datenschutz. Als vor einigen Jahren mehrere Gigabyte E-Mails der Partei an die Öffentlichkeit kamen, fanden sich darin zwar auch Mitgliederlisten - die waren aber allesamt verschlüsselt, so dass die Identität der NPD-Mitglieder geschützt blieb.

fab/ore

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Seite 1
cptlars 01.09.2014
1. Kleine Fehler
Zitat: Eine gängige Methode ist aber, Webserver auf bekannte Sicherheitslücken hin abzuklopfen. Über manipulierte Datenbankabfragen, sogenannte MySQL-Injections, lassen sich schlecht konfigurierte Webserver zur Preisgabe von internen Daten bringen. MySQL ist eine Datenbank. die abfragen in MySQL werden mit der Sprache SQL gemacht. es handelt sich also nicht um MySQL-Injections sondern um sogenannte SQL-Injections. es werden dabei Sicherheitslücken ausgenutzt die der Programmierer der Website hinterlassen hat. nicht der Webserver.
ulli7 01.09.2014
2. trotz Hacker-Angriffen: in Sachsen funktioniert die Demokratie
Zwei Parteien verschwinden aus dem Landtag und eine neue Partei zieht mit fast zehn Prozent in den Landtag ein. Das dürfte den öffentlich rechtlichen Sendeanstalten ARD, ZDF und Deutschlandfunk überhaupt nicht gefallen. Denn die AfD will die Demokratie-Abgabe - im Volksmund auch "GEZ Zwangsgebühr" genannt - abschaffen. Die AfD dürfte als junge Partei auch noch andere Probleme in den Griff bekommen, z.B. wie man sich besser vor Hacker-Angriffen schützen kann. Die AfD scheint lernfähig zu sein.
imZweifel-richtig 01.09.2014
3. Wo/Wer
ist das Ziel derartiger Angriffe? Was bewegt die Hacker? Das wird nicht wirktlich klar. "Gute" Hacker sind es aber keineswegs. Denn die Daten nach politischer Richtung öffentlich zu machen, ist bei keiner demokratischen Partei tolerabel.
dat_fretchen 01.09.2014
4. Vom Regen in die Traufe
Da weiß man wirklich nicht ob man Glücklich oder Traurig sein soll. Ist so, "vom Regen in die Traufe". NPD raus, aber dafür AfD rein.
oxy 01.09.2014
5. Bitter für die Demokratie
Dumpfe Angst um die eigene Existenz war schon immer der Nährboden für alles was fremd und anders erscheint. Die AFD hat viel von NPD & Co gelernt und ist jetzt nun endgültig gefährlichste Feind einer offenen, pluralistischen und liberalen Gesellschaft. Diese Partei wird kein einziges Problem lösen, sie wird Schuldige suche und diese ausgrenzen, wie sie es auch heute schon versucht. Minderheiten können sich schon mal warm anziehen, wer sie verteidigt hat auch schon einen diskreditierenden Namen: "Gutmenschen" - wir werden von diesem Begriff noch viel hören ...
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