Sebastian Münzenmaier AfD-Politiker wegen Hooligan-Angriff verurteilt

Der designierte AfD-Bundestagsabgeordnete Münzenmaier hat wegen eines brutalen Angriffs auf Fußballfans eine Bewährungsstrafe erhalten. In seinen Augen eine "Unverschämtheit".

Sebastian Münzenmaier
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Sebastian Münzenmaier


Der rheinland-pfälzische AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Sebastian Münzenmaier, ist wegen eines Überfalls auf Fußballfans zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Die Richterin am Amtsgericht Mainz sah es als erwiesen an, dass sich der neu in den Bundestag gewählte Münzenmaier der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht hat. Der 28-Jährige erklärte, das für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzte Urteil sei eine "Unverschämtheit", "reine Spekulation" und "ein Witz".

Münzenmaier hatte nach Ansicht des Gerichts anderen Mitgliedern der Ultra- und Hooliganszene des 1. FC Kaiserslautern geholfen, vor fünf Jahren Fans des Fußballvereins Mainz 05 aufzulauern. Dabei soll er die Ortsunkundigen an einer Tankstelle abgeholt und zum Stadion gebracht haben. Dort sei die Attacke "mit Wissen und Wollen" von Münzenmaier geschehen, sagte Richterin Anne Werner. Münzenmaier muss 10.000 Euro Strafe zahlen. Er hatte sich in der Verhandlung nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Die Staatsanwaltschaft Mainz hatte auf acht Monate Haft zur Bewährung plädiert. Der Verteidiger forderte Freispruch. Bei Wahlkampfveranstaltungen hatte der 28-Jährige mehrfach gesagt, er sei "ein friedlicher Fußballfan" und habe sich "nie an irgendwelchen gewalttätigen Auseinandersetzungen beteiligt".

Der Überfall auf die Mainzer Fans in der Nacht zum 18. März 2012 war von langer Hand geplant, wie zahlreiche Zeugen vor Gericht erklärten. Dem Gericht lagen Protokolle aus WhatsApp-Chats, SMS, E-Mails, Funkzellendaten und Fotos vor, die sowohl bei Münzenmaier als auch den Zeugen gefunden wurden. Mehrere Beteiligte des Überfalls waren zuvor bereits zu Strafen wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden.

Münzenmaier telefonierte laut Beweiserhebung am Tattag mehrfach mit denjenigen der Gruppe, die den Mainzer Fans auflauerten. Diese Telefonate hatten sicherlich Bezug zu dem Geschehen, sagte Richterin Werner. Münzenmaier habe aber nicht nachgewiesen werden können, dass er an der Schlägerei beteiligt war.

Der Politiker ist bislang nicht vorbestraft. Auch seit dem Überfall seien keine Vorfälle mehr bekannt geworden, sagte die Richterin. Die Strafe wäre ihrer Aussage nach milder ausgefallen, wenn Münzenmaier vor Gericht ausgesagt hätte.

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Selbst wenn, hätte dies keine direkten Auswirkungen auf das Mandat des AfD-Politikers.

apr/dpa



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