Saarland AfD-Spitzenkandidat verkauft Hakenkreuze

Aufregung um die AfD im Saarland: Ihr Spitzenkandidat handelt in seinem Antiquitätengeschäft mit Nazi-Orden und Pseudo-Geld aus Konzentrationslagern.

Rudolf Müller
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Rudolf Müller


Eigentlich wollte der AfD-Bundesvorstand den saarländischen Landesverband schon auflösen, nachdem im vergangenen Jahr aufgeflogen war, dass die beiden Landesvorsitzenden Kontakte ins rechte Spektrum pflegten. Dazu ist es wegen eines parteiinternen Schiedsgerichts noch nicht gekommen. Doch die jüngsten Nachrichten über ihren Spitzenkandidaten Rudolf Müller könnten die Partei vor neue Probleme stellen.

Nach Recherchen des "Stern" und des ARD-Magazins Panorama hat Müller in seinem Antiquitätengeschäft Hakenkreuze und Geld aus Konzentrationslagern verkauft. Dabei soll es sich auch um Scheine aus dem Lager Theresienstadt handeln.

Der "Stern" hatte über einen Testkäufer herausgefunden, dass Müller in seinem Geschäft Orden aus NS-Zeiten verkauft. Diese sollen mit einem Hakenkreuz versehen sein. In Deutschland ist der Verkauf von solchen Orden laut Strafgesetzbuch verboten. Die Reporter haben demnach auch sogenanntes Lagergeld - eine Art Pseudowährung für Gefangene - in dem Geschäft erworben.

Gegenüber dem Magazin "Panorama" sagte Müller, er habe nicht gewusst, dass er mit seinen Geschäften gegen das Gesetz verstoße. Er räumte aber ein, der Handel zieme sich für einen AfD-Spitzenkandidaten nicht. Französische und amerikanische Kunden seien aber wild darauf.

Im Saarland wird im kommenden Jahr ein neuer Landtag gewählt.

mho/dpa

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