Europaparlament AfD-Vize Gauland erwägt offenbar gemeinsame Fraktion mit Front National

Flirt am rechten Rand: AfD-Vize Gauland schlägt einem Zeitungsbericht zufolge eine enge Zusammenarbeit mit Marine Le Pens Front National vor. Einen Spitzenpolitiker seiner Partei hat er bereits auf seiner Seite.

Vize-AfD-Bundesvorsitzender Alexander Gauland
DPA

Vize-AfD-Bundesvorsitzender Alexander Gauland


Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, ist offenbar zur Kooperation seiner Partei mit dem rechtsextremen französischen Front National (FN) bereit.

"Man muss den FN ja nicht lieben, aber es kann der Moment kommen, in dem man sagen muss, wir können mit dem FN zusammenwirken, auch wenn wir nicht mit allem einverstanden sind, wofür er steht", sagte Gauland der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Sollte sich in naher Zukunft eine neue Europafraktion aus EU-kritischen Parteien gründen, befürworte er den Beitritt der AfD-Abgeordneten.

Zuvor hatte dem Bericht zufolge bereits der thüringische Landesvorsitzende Björn Höcke auf einem Landesparteitag dafür geworben, die Gemeinsamkeiten der AfD mit dem Front National zu betonen. Bereits im Dezember hatte er dem FN zu dessen Wahlsieg bei den französischen Regionalwahlen gratuliert.

Dafür sei Höcke im Dezember vom AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen noch scharf kritisiert worden, schreibt die "FAZ". Meuthen habe dies demnach als "falsch und unangemessen" bezeichnet. Damals hatte der AfD-Bundesvorstand Höcke indirekt sogar den Austritt aus der Partei nahegelegt. Anlass waren Höckes Äußerungen über die "Reproduktionsstrategie" von Afrikanern.

Erst vergangene Woche konnte die AfD in Umfragen zulegen. Dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend zufolge kommt sie auf bundesweit 14 Prozent - der höchste Wert bislang.

apr/Reuters



insgesamt 36 Beiträge
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rainer82 10.04.2016
1. Allmählich lässt die AfD die Maske fallen
und die hässliche Fratze des Faschismus wird für jedermann sichtbar. Gemäßigtere Vertreter des Rechtsaussen-Lagers haben noch versichert, dass jegliche Zusammenarbeit mit den Neofaschisten in Frankreich, Italien, GB, Belgien oder den Niederlanden entschieden abgelehnt würde und außerhalb jegliche Vorstellung laege. Und nun dies! Nicht wirklich überraschend, nachdem die Nationalisten die Macht in der AfD übernommen und moderatere Rechte rausgeputscht gaben. Rassismus und Antisemitismus werden also wieder hoffähig hierzulande. Ich hoffe, solche Versuchsballon der Rechtsextremen öffnen vielen von uns die Augen!
Bueckstueck 10.04.2016
2. Altes Sprichwort besagt:
Gleich und gleich gesellt sich gern.
cossy 10.04.2016
3. Wo ist das Problem?
Beide Parteien sind sich in ihrer Europadrastellung doch scheinbar ziemlich einig. Merkel & Co. und auch speziell die EU-Politiker und die EU-Beamte machen es einem leicht, immer mehr gegen diese Art der EU zu sein. Ich bin überzeugt, die meisten Europäer sind überzeugte Europäer, aber sie sind genauso diese EU leid, die gegen die europäische Bevölkerung statt für die Völker Europas agiert. Und das bringt diesen Parteien den Zulauf. Also, wo ist das Problem?
WwdW 10.04.2016
4. jetzt wirds dann bald amtlich
Wenn das passiert ist es wenigstens amtlich. Die AfD ist rechtsnationalistisch! Mann / Frau hat es schon immer gewußt. Pfui!
FischerKielSchwerin 10.04.2016
5. Schlau wie Schlange
Ich finde es für den einfach strukturiert denkenden Menschen auch viel praktischer und einfacher, wenn er einfach die "Dagegen-Patei" europaweit wählen kann. Wenn der flamse blok und noch andere dazu kommen, wäre es noch besser und übersichtlicher. Dann hat man es mundgerecht geschnippelt alles auf einem Teller und ist doch ein wunderbarer Service für alle. Dann weiß Frau/Mann woran sie sind. Da bleibt kein Auge trocken. Hoch lebe Rassismus und klein klein in unserer brave new world. Good morning... tomorrow
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