"Junge Alternative" AfD-Vorstand distanziert sich von Parteijugend

Der Verfassungsschutz beobachtet in mehreren Bundesländern die AfD-Jugend JA wegen Kontakten ins rechtsextreme Milieu. Nun bereitet die Bundesspitze der Partei die Trennung von der Organisation vor.

"Junge Alternative" Baden-Württemberg
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"Junge Alternative" Baden-Württemberg


Bereits vor einer Woche hieß es, die AfD-Jugend "Junge Alternative" stehe vor dem Aus. Nun distanziert sich der AfD- Bundesvorstand erneut von Rechtsextremen in den Reihen der eigenen Jugendorganisation.

Der Parteivorstand erklärte nach einer Telefonkonferenz: "Mit Abscheu" nehme man "menschenverachtende Einzeläußerungen von Mitgliedern der Jungen Alternative (JA) zur Kenntnis". Außerdem erwarte man, dass sich die JA "unverzüglich von diesen Mitgliedern trenne.

Die vom Vorstand eingesetzte parteiinterne "Arbeitsgruppe Verfassungsschutz" werde demnächst ein "aktuelles Lagebild" vorlegen. Auf dieser Grundlage werde der Bundesvorstand eine Sondersitzung zur Situation in der JA einberufen.

Der Parteikonvent solle außerdem einen Antrag auf Änderung der Parteisatzung prüfen, um eine mögliche Trennung von der Jugendorganisation vorzubereiten. Entscheiden müsste über diesen Schritt aber ein Bundesparteitag.

Zunächst werde der sogenannte Konvent der Partei beauftragt, eine Änderung des Paragrafen 17a der AfD-Satzung beim nächsten Bundesparteitag zu prüfen, teilte die Partei weiter mit.

Nach Angaben aus Vorstandskreisen herrschte in der Parteispitze offenbar Einigkeit darüber, dass gehandelt werden müsse. Über die Vorgehensweise gab es demnach aber unterschiedliche Auffassungen.

Hintergrund des Beschlusses sind den Angaben zufolge rassistische Äußerungen sowie Gewaltfantasien in Internetforen der Parteijugend.

Anfang November hatte der JA-Bundesverband die Auflösung des Landesverbands Niedersachsen beschlossen. Er reagierte damit auf eine seit September laufende Beobachtung durch den niedersächsischen Verfassungsschutz.

Auch die JA-Verbände in Baden-Württemberg und Bremen werden von den jeweiligen Landesämtern beobachtet. Der Verfassungsschutz in Stuttgart hatte erklärt, es bestünden "Bezüge der JA BW zu Rechtsextremisten, die auf gemeinsame verfassungsfeindliche politische Ziele hindeuten". Viele JA-Mitglieder sind in der AfD.

cht/dpa/AFP

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Edgard 26.11.2018
1. Eine scheinheilige Aktion...
.. denn die geistigen Wegbereiter der Parteijugend sitzen auch in den deutschen Parlamenten. Nicht da die AfD solchen politischen Positionen etwa abgeneigt wäre - wer Leute die Höcke, Gedeon und Meier als Funktionäre in seinen Reihen hat und das Treiben der JA jahrelang nicht beanstandenswert fand braucht jetzt keine Betroffenheit zu heucheln. Es ist der Weggang eines Herrn Maaßen der keine schützende Hand mehr über sie hält und die daher nun drohende, überfällige Beobachtung der Parte (einige Funktionäre wie der Flüchtling Bystron standen ja bereits unter Beobachtung) durch den Verfassungsschutz der die AfD jatzt dazu zwingt Kosmetik zu betreiben; wer denkt daß sich diese Geisteshaltung dadurch ändert will es wohl nicht besser wissen - in ihrer Gänze war und ist die AfD verfassungsfeindlich - ob mit oder ohne die JA.
plietsch 26.11.2018
2.
War ja von Anfang an klar, dass JA mit ruhig festem Schritt marschiert. Wirkt aber nun wie eine Nebelkerze, um nicht flächendeckend vom VS überwacht zu werden. Jugendverband abtrennen und neu gründen. Ja, mit welchem Personal denn? Ginge man wirklich konsequent mit Rechtsextremisten um, müssten wohl über 2/3 aller Mitglieder austreten. Aber die Partei wird ja noch nicht einmal die schrillsten Vögel los, ob Gedeon, Höcke oder Gauleiter.
plietsch 26.11.2018
3.
Zitat von Edgard.. denn die geistigen Wegbereiter der Parteijugend sitzen auch in den deutschen Parlamenten. Nicht da die AfD solchen politischen Positionen etwa abgeneigt wäre - wer Leute die Höcke, Gedeon und Meier als Funktionäre in seinen Reihen hat und das Treiben der JA jahrelang nicht beanstandenswert fand braucht jetzt keine Betroffenheit zu heucheln. Es ist der Weggang eines Herrn Maaßen der keine schützende Hand mehr über sie hält und die daher nun drohende, überfällige Beobachtung der Parte (einige Funktionäre wie der Flüchtling Bystron standen ja bereits unter Beobachtung) durch den Verfassungsschutz der die AfD jatzt dazu zwingt Kosmetik zu betreiben; wer denkt daß sich diese Geisteshaltung dadurch ändert will es wohl nicht besser wissen - in ihrer Gänze war und ist die AfD verfassungsfeindlich - ob mit oder ohne die JA.
Ja, ebendt. Zumal ja die meisten JA-Mitglieder zugleich bei der AfD Mitglied sind. An dieser Mitgliedschaft ändert sich nichts, wenn man die JA per Formblatt abspaltet. Mag sein, dass die üblicherweise sehr unkritischen Fans des Vereins damit zufrieden sind und sich nur darüber ärgern, dass die "Lügenpresse" über den Vorfall objektiv berichtet statt es zu verschweigen, aber das war's dann doch auch schon.
brustring 26.11.2018
4. Distanzierung die....?
Wie oft hat sich eigentlich die AfD schon von ihren radikalen Mitgliedern distanziert. 1x, 2x, 3x, 4x......(nach oben offen) Und was kam dabei heraus? Nüscht (in Zahlen 0), jar nüscht. "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."
roger_rabbit 26.11.2018
5. Stand alles im Programm der JA
Schon spannend, offensichtlich hat niemand aus der AfD mal das Programm (http://jungealternative.com/wp-content/uploads/2018/07/Deutschlandplan-der-Jungen-Alternative-Freiheitliche-Positionen-für-unsere-Heimat.pdf) der JA komplett gelesen. Ich habe mir das am vergangenen WE mal angetan. Da gibt es dann solche Highlights: "Die Streitkräfte sind dabei weder Hilfspolizei, noch Technisches Hilfswerk. Sie haben die alleinige Aufgabe, das bundesdeutsche Staatsgebiet gegen Angriffe von außen zu verteidigen sowie deutsche Interessen im Ausland zu vertreten." Prima, die Bundeswehr soll also wieder deutsche Interessen im Ausland vertreten... Geht aber noch besser: "Aufgaben deutscher Streitkräfte sind allein, der Schutz unserer Außengrenzen und unserer Souveränität, die Wahrung unserer Handelsrouten und die Katastrophenhilfe im Inland." Cool, oder? Interpunktion ist egal, aber Hauptsache wir schützen unsere Handelsrouten. Ja wo liegen die denn wohl? Wie auch immer, bitte lest das mal, ist erschreckend.
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