Podcast "Stimmenfang" AfD im Bundestag - was sich jetzt ändert 

Was passiert, wenn die AfD im Bundestag sitzt? Zum Einzug der Rechtspopulisten haben wir jemanden gefragt, der sich damit auskennt. Außerdem im Podcast: Wie geht's weiter mit Frauke Petry?

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Stimmenfang #25 - AfD im Bundestag - was sich jetzt ändert

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
Ein_denkender_Querulant 05.10.2017
1. Es liegt an den Medien, ob es dreckig wird
Dass die AfD im Bundestag mit massiver Diskriminierung Bevölkerungsgruppen in Deutschland angreifen wird, ist außer Frage. Offen bleibt, wie die Medien damit umgehen, ob es eine sachliche Auseinandersetzung mit den leeren Phrasen geben wird, oder ob sie, um Klicke zu generieren, aufgeputscht mit dicken Überschriften ein Sprachrohr der Populisten wird. Mir schwant fürchterliches.
Medienkritiker 05.10.2017
2. Ganz einfach...
Macht die kommende Jamaika Koalition ihren Job, dann gerät die AFD in Bedrängnis und verliert an politischer Bedeutung. Wird jedoch weiterhin mit Sprechblasen ohne adaptierte Handlung regiert, dann Gute Nacht liebes Deutschland...
jottessd 05.10.2017
3.
Da ich die Stimmen, die aus einer erregten Debatte im Berliner Parlament eingespielt wurden, nicht kenne und daher nicht erkannte, hatte ich die einzelnen Sprecher "falsch" eingeordnet (wer sich also hier im Ton vergriff), das sei mir nachgesehen. Irgendwann wurde der Parlamentspräsident nach Beispielen gefragt für inadäquates Verhalten der AfD-Abgeordneten, konnte aber keine nennen - das wäre schwer -, um kurz danach die Behauptung aufzustellen, es gäbe rassistische Bemerkungen im Parlament von seiten der AfD. DAS hätte mich interessiert, aber hirvon gab es keine Einspielungen und kein Zitat. Bei 7:02 min habe ich dann abgebrochen, weil bis dahin keine wirkliche Information geboten wurde. Um mit solcherart Beiträgen umzugehen, muss man wohl im Vorhinein wissen, wo die "Guten" und wo die "Bösen" sind.
flux71 06.10.2017
4.
Zitat von jottessdDa ich die Stimmen, die aus einer erregten Debatte im Berliner Parlament eingespielt wurden, nicht kenne und daher nicht erkannte, hatte ich die einzelnen Sprecher "falsch" eingeordnet (wer sich also hier im Ton vergriff), das sei mir nachgesehen. Irgendwann wurde der Parlamentspräsident nach Beispielen gefragt für inadäquates Verhalten der AfD-Abgeordneten, konnte aber keine nennen - das wäre schwer -, um kurz danach die Behauptung aufzustellen, es gäbe rassistische Bemerkungen im Parlament von seiten der AfD. DAS hätte mich interessiert, aber hirvon gab es keine Einspielungen und kein Zitat. Bei 7:02 min habe ich dann abgebrochen, weil bis dahin keine wirkliche Information geboten wurde. Um mit solcherart Beiträgen umzugehen, muss man wohl im Vorhinein wissen, wo die "Guten" und wo die "Bösen" sind.
Die simpelste und unter normalen Umständen eigentlich auch immer sofort anerkannte Erkenntnis zu menschlichem Denken ist das Schubladendenken. Wir kategorisieren. Immer. Überall. Das, was viele derer, die gegen die AgD wettern, noch nicht begriffen haben, ist, wieso die Kategorie "rechter Rand", die vor einigen Jahren noch wie selbstverständlich als nicht hinnehmbar kategorisiert wurde, inzwischen sprechfähig ist. Deutschland mit seiner besonderen Vergangenheit, mit seiner Selbststigmatisierung "Nazi-Vergangenheit" trägt hier denen, die aus der Geschichte lernen wollen, eine ganz besondere Bedeutung innerhalb der Staaten Europas und der Welt. Wir, deren Land die Welt beinahe zerstört hatte, kategorisieren Rechtsaußen eben als "böse". Insofern antworte ich Ihnen: "Ja, man muss wissen, wer die Bösen sind." Aber nun kommt die Krux an der Geschichte: Inzwischen gibt es 12,6 Prozent der deutschen Wähler, die sich von dieser Kategorie verabschiedet haben. Menschen, die schönreden, die verteidigen, die verharmlosen. Die aus einem im Wortsinne ungreifbaren Angstgefühl den Untergang billigend und mit verschlossenen Augen in Kauf nehmen. Es gibt so viele Textstellen von AgD-Politikern, die einen Aufschrei hervorrufen sollten, aber statt dessen lautete schon im Wahlkampf jedes einzelne Mal, wenn eine solche Äußerung publik wurde, die Antwort derer, die der AfD hinterher laufen: "Wunderbar, das ist eine Steilvorlage!" Na, gut: Das AgD-Phänomen ist nicht nur ein ostdeutsches. Und es wirkt in die Mitte der Gesellschaft hinein. Zusammengefasst aber stimmt etwas mit der Kategorisierung nicht mehr. "Böse" ist nicht mehr "böse" -- und das, bitte, das muss man doch begreifen, auch, wenn man auf neublauer Seite steht, ist doch eine Katastrophe!
Uly_F 06.10.2017
5. Immer nur die Meta-Ebene
Wie verändert die AfD die Debattenkultur? Wie weit rückt sie nach rechts? Wie soll der Bundestagspräsident mit denen umgehen? Seit die AfD in den Umfragen nach oben klettert, also seit langem, geht es immer nur und auch im "Stimmenfang" nur um diese Meta-Ebene, die keinen Erkenntnisgewinn mehr verspricht. Das alles wirkt beklemmend hilflos. Haben die Medien zum Aufstieg der AfD beigetragen? Das vielleicht nicht, aber sie haben etwas versäumt: Nämlich beizeiten die inhaltliche Auseinandersetzung zu beginnen. Mir ist jedenfalls kein Podcast, keine Talkshow, kein großer Magazin- oder Zeitungsartikel in Erinnerung, in denen der "gärige Haufen" (Gaulandt) inhaltlich gestellt wurde: Gauland zu den Renten? Weidel zur Digitalisierung? Höcke zur Bildung?Meuthen zur Nato? Poggenburg zu Fluchtursachen? Das wäre doch mal was gewesen. Jetzt heißt es: Im Parlament beginnt die inhaltliche Auseinandersetzung, weil die AfD dort nicht mehr anders kann. Sie hätte vor Jahren schon beginnen müssen - bevor Deutschnationale und Nazis wieder unter der Kuppel des Reichstages sitzen.
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