Hauchdünner Vorsprung AfD wird in Sachsen stärkste Kraft

In Sachsen hat keine Partei mehr Stimmen geholt als die AfD: Sie kommt auf 27 Prozent und liegt damit 0,1 Prozentpunkte vor der CDU. Die Rechtspopulisten sicherten sich zudem drei Direktmandate.

Frauke Petry
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Frauke Petry


Die AfD hat bei der Bundestagswahl in Sachsen ihr bundesweit stärkstes Ergebnis eingefahren. Wie die Landeswahlleitung in der Nacht zum Montag mitteilte, wurde die rechtspopulistische Partei mit 27,0 Prozent der Stimmen hauchdünn stärkste Kraft in dem Bundesland: Sie hat demnach einen Vorsprung von 0,1 Prozentpunkten vor der CDU. Zudem sicherte sich die Partei von Landes- und Bundeschefin Frauke Petry drei Direktmandate.

Der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer verlor im Wahlkreis Görlitz sein Direktmandat an den AfD-Politiker Tino Chrupalla. Ein Direktmandat sicherte sich auch Petry. Das dritte Direktticket in den Bundestag für die AfD ging an den Kandidaten Karsten Hilse im Wahlkreis Bautzen I.

Die AfD zieht mit 12,6 Prozent der Stimmen als drittstärkste Kraft erstmals in den Bundestag ein. Petry sieht darin eigenen Angaben zufolge einen Ansporn, in den kommenden vier Jahren den "Regierungswechsel für 2021" vorzubereiten. Im Bundestag werde die AfD die Ideen zur Sprache bringen, "die wir außerparlamentarisch auch schon präsentiert haben", sagte Petry. "Aber sie müssen mehrheitsfähig werden in Deutschland."

Am Sonntagabend hatten sich deutschlandweit mehr als tausend Menschen zu Anti-AfD-Demonstrationen versammelt.

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aar/dpa

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