Affäre des Bundespräsidenten: Diekmann macht der "taz" den Wulff

Kurzerhand hat die "taz" den Spieß in der Wulff-Berichterstattung umgedreht  und "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann einen Fragenkatalog geschickt. Wie zum Beispiel gelangte der Inhalt seiner Mailbox an die Öffentlichkeit? Diekmann antwortete umgehend.

"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann: Die Rolle der "Bild" in Wulffs Medienaffäre aufklären Zur Großansicht
dapd

"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann: Die Rolle der "Bild" in Wulffs Medienaffäre aufklären

Berlin - Sechs Fragen sind es, die Redakteure der "tageszeitung" (taz) ihrem Lieblingsgegner Kai Diekmann am Freitag gestellt haben. Dabei interessiert es die Journalisten vor allem, wie und an wen Teile der Nachricht, die Bundespräsident Christian Wulff auf die Mailbox des "Bild"-Chefredakteurs hinterlassen hat, ihren Weg in die Öffentlichkeit fanden. Bis Montag gab die "taz" Diekmann Zeit für eine Antwort. Doch so lange ließ er nicht auf sich warten.

Er sei gerade auf dem Weg nach Ludwigshafen zum Altkanzler und deshalb im Moment sehr eingespannt, soll Diekmann geschrieben haben. Deshalb bitte er um Aufschub. Es ist nicht Diekmanns letzte Anspielung auf Wulff. Schließlich hatte der Bundespräsident in seiner Nachricht an Diekmann davon gesprochen, gerade auf dem Weg zum Emir zu sein und deshalb um einen Aufschub des Artikels über ihn gebeten.

"Können Sie denn nicht akzeptieren, dass der wichtigste Journalist des Landes auch mal ein paar Tage unterwegs ist, um ein paar Freunde zu besuchen!?", zitiert die "taz" aus Diekmanns Antwort. "Wir sollten uns dann wirklich am Donnerstag zusammensetzen und darüber entscheiden, ob und wie wir in die Schlacht ziehen wollen."

Erst am Ende der Nachricht wird Diekmann dann offenbar Ernst: Er wolle die Fragen der "taz" - und damit auch die Rolle der "Bild" in der Medienaffäre des Bundespräsidenten - innerhalb der Frist aufklären. Die verstreicht am Montag um 16 Uhr.

Neue Kritik, neue Taktik

Diekmann und die "taz" haben bereits eine bewegte Vergangenheit, geprägt ist diese von gegenseitiger Hassliebe: Im Jahr 2002 verklagte Diekmann beispielsweise einen "taz"-Redakteur, weil der von einer angeblichen Penis-Verlängerung Diekmanns geschrieben hatte. Die besondere Beziehung von Diekmann zur linken "taz" manifestiert sich auch in einem Wandrelief des Künstlers Peter Lenk, das seit anderthalb Jahren eine Außenwand des "taz"-Verlagsgebäudes ziert: Es zeigt einen nackten Diekmann mit Riesenpenis.

Der Bundespräsident lehnt eine Veröffentlichung seiner Nachricht an Diekmann ab. Doch inzwischen veröffentlichen zahlreiche Medien Inhalte der Mitschrift von Wulffs Botschaft, darunter auch der SPIEGEL. Daraus geht sowohl hervor, dass Wulff um eine Verschiebung des Artikels bat, zugleich aber auch juristische Schritte angekündigt und eine Pressekonferenz zu den journalistischen Methoden der Zeitung in Aussicht gestellt hatte.

Wulff steht wegen eines privaten Hauskredits und seines Umgangs mit den Medien in der Kritik. Am Freitag war er auch wegen des Einsatzes von Bonusmeilen der Lufthansa auf einer privaten Reise unter Erklärungsdruck geraten. Die Affären und Schlagzeilen der vergangenen Wochen haben dem Ansehen Wulffs sichtlich geschadet: Nach Angaben des ZDF-Politbarometers halten 72 Prozent der Bürger den Bundespräsidenten für dauerhaft beschädigt.

Am Freitag wurde auch bekannt, dass Wulff dem Druck von Medien und Polit-Kollegen nachgibt - und weitere Antworten auf Journalistenanfragen über die Kredit- und Medienaffäre veröffentlichen will. Dies hatte Wulff bereits in einem Interview mit ARD und ZDF am 4. Januar angekündigt, sein Versprechen dann jedoch zunächst nicht eingelöst.

aar

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insgesamt 34 Beiträge
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    Seite 1    
1. :-))
Flari 13.01.2012
Endlich mal etwas Humor in der Geschichte! :-))
2. diese “Hetze” ist unerträglich, ich kann das Thema “Wulff” nicht mehr hören
cristina57 13.01.2012
Die Journalisten sollen berichten und aufdecken aber sachlich und nicht in dieser Form. Ich glaube selbst guten Journalisten verschlägt es die Sprache was da abgeht. Und menschlich ist das ganze unterste Schublade. Schlimm dabei finde ich, daß es eine Boulevard Zeitung ist, die die höchste Auflage in Deutschland hat,am meisten gelesen wird und Meinung bildet, aber noch schlimmer, daß andere seriösere sich diesem Hype anschließen. Bekommen die Journalisten dieser Zeitung nicht Ihre Information wie es die britische Boulevardblatt "News of the World" gemacht hat? Ich kritisiere nicht die Berichterstattung als solche,sondern die Art WIE. Die würde sich von uns wohl kaum jemand bieten lassen, und das was so manche über Wulff äußern auch nicht. Oder würden Sie sich das gefallen lassen als Normalbürger, solchen Umgang! Ich denke nicht und ich auch ebenfalls nicht. Man soll mit jedem Menschen so umgehen, wie man es für sich selbst erwartet und selbst wenn er Fehler gemacht immer noch anständig. diese “Hetze” ist unerträglich, ich kann das Thema “Wulff” nicht mehr hören und weitere Einzelheiten sind mir egal, er ist ein Anständiger Präsident! ICH KAUFE KEINE BILD ZEITUNG MEHR und hoffe das andere auf diese Idee ebenfalls kommen!!
3. schnipsel
hmhmhmhm 13.01.2012
und die voicemail-restaurateure sind derzeit hier unterwegs: http://de.wulffplag.wikia.com/wiki/Vorwurf_der_N%C3%B6tigung_von_Redaktionen#Rekonstruktion_der_Mailbox-Nachricht_Wulffs.5BAnm._1.5D (nur falls ein leser den noch nicht hat, den link)
4.
-besserwisser- 13.01.2012
Zitat von cristina57Die Journalisten sollen berichten und aufdecken aber sachlich und nicht in dieser Form. Ich glaube selbst guten Journalisten verschlägt es die Sprache was da abgeht. Und menschlich ist das ganze unterste Schublade. Schlimm dabei finde ich, daß es eine Boulevard Zeitung ist, die die höchste Auflage in Deutschland hat,am meisten gelesen wird und Meinung bildet, aber noch schlimmer, daß andere seriösere sich diesem Hype anschließen. Bekommen die Journalisten dieser Zeitung nicht Ihre Information wie es die britische Boulevardblatt "News of the World" gemacht hat? Ich kritisiere nicht die Berichterstattung als solche,sondern die Art WIE. Die würde sich von uns wohl kaum jemand bieten lassen, und das was so manche über Wulff äußern auch nicht. Oder würden Sie sich das gefallen lassen als Normalbürger, solchen Umgang! Ich denke nicht und ich auch ebenfalls nicht. Man soll mit jedem Menschen so umgehen, wie man es für sich selbst erwartet und selbst wenn er Fehler gemacht immer noch anständig. diese “Hetze” ist unerträglich, ich kann das Thema “Wulff” nicht mehr hören und weitere Einzelheiten sind mir egal, er ist ein Anständiger Präsident! ICH KAUFE KEINE BILD ZEITUNG MEHR und hoffe das andere auf diese Idee ebenfalls kommen!!
Was Sie Hetze nennen, nenne ich Wahrheitsfindung, und dabei ist es egal ob BILD Zeitung, die Sie nach Ihren Worten ja schon immer gekauft haben!!, dazu beiträgt oder sonst wer!! Es ist doch beschämend, wenn Sie sagen Einzelheiten seien Ihnen egal, wie wollen Sie dann beurteilen können!? Wenn jemand anscheinend soviel Dreck am Stecken hat und ständig versucht zu vertuschen und vorallem das Volk in aller Unverschämtheit zu belügen, ja dann sorgt er ja selbst für die sog. Hetzjagd!! Hoffentlich läßt die Presse nicht locker, bis sogar Ignoranten wie Sie das wahre Gesicht dieses Mannes kennen!! Schauen Sie sich als Nachhilfe in "ARD Mediathek" die Panorama-Sendung vom 12.01.2012. Da werden Sie was dazu lernen!!
5. dass der Dieckmann
marny 13.01.2012
Zitat von sysopKurzerhand*hat die "taz"*den Spieß in der Wulff-Berichterstattung umgedreht *und "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann einen Fragenkatalog geschickt.*Wie zum Beispiel gelangte der Inhalt seiner Mailbox an die Öffentlichkeit? Diekmann antwortete umgehend. Affäre des Bundespräsidenten: Diekmann macht der "taz" den Wulff - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,809048,00.html)
von mir mal Sympathiepunkte bekommt - das hätte ich vor Wochen noch mit "Finger an Stirn" quittiert.
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