Ende des Kampfeinsatzes Bundesregierung würdigt Erfolge in Afghanistan

Die Bundesregierung hat eine überwiegend positive Bilanz des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan gezogen. In einer ungewöhnlichen Aktion äußerten sich die vier zuständigen Minister per offenem Brief.


Berlin - Nach 13 Jahren Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan sieht die Bundesregierung trotz der andauernden Gewalt zahlreiche Erfolge. Das machten die vier zuständigen Bundesminister am Montag in einem offenen Brief deutlich. "Von Afghanistan wirkt kein Terror mehr in die Welt, wie es unter der Schreckensherrschaft der Taliban im Vorfeld der Anschläge des 11. September 2001 der Fall war." Zudem habe sich die Lage der Menschen im Land deutlich verbessert.

Das Bruttoinlandsprodukt habe sich seit 2001 mehr als versechsfacht, die Lebenserwartung sei erheblich gestiegen, und es seien Straßen, Schulen, Krankenhäuser und Kraftwerke gebaut worden. Zudem gebe es erste Fortschritte beim Aufbau von Verwaltung und rechtsstaatlichen Strukturen.

Die Nato hatte ihren Kampfeinsatz am Sonntag mit einer feierlichen Zeremonie faktisch beendet. Offiziell läuft er noch bis zum Jahresende. Anschließend bleiben noch 12.000 Soldaten aus 40 Staaten im Land, darunter bis zu 850 Bundeswehrsoldaten. Sie bleiben vor allem zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte vor Ort.

Der offene Brief wurde von den Ministern Frank-Walter Steinmeier (Auswärtiges, SPD), Ursula von der Leyen (Verteidigung, CDU), Thomas de Maizière (Inneres, CDU) und Gerd Müller (Entwicklung, CSU) verfasst. Als eines von "vielen noch unerledigten Projekten" nannten die Minister die Bekämpfung von Korruption und Drogenproduktion. Die Sicherheitslage sei zwar deutlich besser als zu Beginn der Isaf-Mission, "aber weiterhin fragil".

Die Minister würdigen nicht nur das Engagement der deutschen Soldaten in Afghanistan, sondern auch das der Diplomaten, Polizisten und Entwicklungshelfer: "Deutschlands Engagement in Afghanistan ist hoch geschätzt, respektiert und anerkannt - bei den Menschen in Afghanistan ebenso wie bei unseren internationalen Partnern und Verbündeten."

ler/dpa/AFP



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Seite 1
Badischer Revoluzzer 29.12.2014
1. Mache ich etwas falsch?
Ich sehe keine Erfolge. Ich sehe tote deutsche Sodaten und Milliarden an verschwendeten Euros.
ornitologe 29.12.2014
2. mission (not) accomplishet
Wofür und für WAS wir unsere Jungen und Mädel dorthin schickten, werden wohl nur Grüne und Sozialdemokraten wissen. Der Rest der Bürger muss sich mit schwammigen Rechtfertigungen eines unnützen Verschleißes seiner Steuergelder und BW-Soldaten zufrieden geben. Ein unseeliges Thema.
paulb. 29.12.2014
3. Vier Minister ?
Da haben die Oberen wohl Angst, dass einer alleine nicht überzeugend genug ist.Sind ja auch dreiste Behauptungen. Terror in die Welt ? Aus A.. ?.Im Land ohne Frage.
horstdinkel 29.12.2014
4. Von Afghanistan wirkt kein Terror mehr in die Welt, wie es unter der Schreckensherrsc
Diese Aussage ist doch ein Witz. Noch nie hat ein Afghane jemals ein Terroranschlag verübt. Weder war jemand bei den Anschlägen von den Twin Tower, noch sonst wo international für etwas verantwortlich. Der ganze Einsatz war eine farce. Kein Osama, niemand hat sich dort aufgehalten, da der liebe Osama in Pakistan gehaust hat und nicht in Afghanistan. Alles nur scheinheilige Fakten. Die Sicherheit war während der Zeit der Taliban eher gewährleistet, als jetzt, dazu braucht man nur die Afghanen selbst befragen. Nun denn, gut das es vorbei ist.
demokratie-troll 29.12.2014
5. Die Politik hat dazugelernt
Der Afghanistaneinsatz war ein voller Erfolg, das Volk hat dagegen gemurrt und die Macht ist drüber hinweg gegangen. Wie konnte das passieren? Ganz einfach, eine Regierung kann sogar vollkommen sinnlose Kriege mit Ansage verlieren und wird doch immer wieder gewählt, wenn sie es versteht, den Leuten einzureden, dass ihr verhängnisvolles Tun auf das Leben der Normalbürger keinerlei Einfluss ausüben wird. Mit dieser Lektion im Rücken, die die Politiker sicher nicht so schnell vergessen werden, werden wir für die Zukunft noch viel Übles erleben.
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