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Afghanistan-Debatte Politiker warnen vor schnellem Bundeswehr-Abzug

Ein Foto mit dem Verteidigungsminister: Karl-Theodor zu Guttenberg in AfghanistanZur Großansicht
dpa

Ein Foto mit dem Verteidigungsminister: Karl-Theodor zu Guttenberg in Afghanistan

Außenminister Westerwelle steht mit seiner Forderung zunehmend allein da, bereits 2011 mit dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu beginnen. Verteidigungsminister Guttenberg warnt im SPIEGEL vor einer frühzeitigen Festlegung - und erhält aus der Opposition Unterstützung.

Hamburg - In der Debatte um ein frühzeitiges Ende des deutschen Einsatzes in Afghanistan mehren sich die Stimmen, die vor einem schnellen Abzug warnen. Politiker mehrerer Parteien sowie Militärexperten stützen die Position von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der seine Warnung bekräftigte, sich frühzeitig auf ein Ende des deutschen Einsatzes in Afghanistan festzulegen. Ein Abzug der Bundeswehr komme nur in Frage, "wenn die Lage es erlaubt", sagte Guttenberg dem SPIEGEL. Nicht Jahreszahlen seien für ihn maßgeblich, so Guttenberg: "Die Lage ist entscheidend."

Diese Position steht in Spannung zur Linie von Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Westerwelle stellt inzwischen in Aussicht, dass der Abzug 2011 beginnen und 2014 beendet sein soll. Ruprecht Polenz (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, sagte hingegen: "Es ist in Ordnung, zeitliche Ziele für einen Rückzug vorzugeben, aber man muss klarmachen, dass alles davon abhängt, wie sich die militärische und die politische Situation entwickeln." Falls sich die Lage bis 2014 nicht gebessert habe, müsse die Bundeswehr bleiben, so Polenz.

Auch Omid Nouripour, verteidigungspolitischer Sprecher der Grünen, warnte davor, sich frühzeitig festzulegen: "Man kann jetzt noch kein definitives Enddatum für den Abzug nennen. Wir müssen alles daransetzen, 2014 rauszukönnen, aber wir wissen jetzt noch nicht, ob das dann zu verantworten wäre." Der ehemalige Nato-Befehlshaber für Afghanistan, General a. D. Egon Ramms, warnte ebenfalls davor, sich auf 2011 als Datum für den Beginn des Abzugs festzulegen: "Unsere Gegner, die Aufständischen, können sich nach solchen Daten den Wecker stellen." Man könne "aus Afghanistan erst abziehen, wenn die Afghanen in der Lage sind, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen.

Das kann noch dauern", sagte Ramms. "Die Afghanen werden 2014 noch nicht selbst für ihre Sicherheit sorgen können, auch wenn wir ihnen bis dahin die Verantwortung übergeben", sagte er. Kritik an Westerwelles Kurs äußerte zudem der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzende des Nato-Militärausschusses, Harald Kujat: "Damit hat sich Westerwelle an die Spitze der Karawane gesetzt", sagte er. "Ich hoffte immer, dass daraus kein Wettlauf wird, aber diese Hoffnung scheint vergebens." Sobald der Rückzug beginne, werde das Risiko für die Verbliebenen größer. Insofern sei das "ein ganz gefährliches Spiel, das da gespielt wird".

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insgesamt 72 Beiträge
intenso1 23.12.2010
Das Problem ist wie im Irak. Nicht der Termin des Abzuges ist entscheidend, sondern dass was hinterlassen wird. In beiden Fällen ein Chaos.
Zitat von sysopAußenminister Westerwelle steht mit seiner Forderung zunehmend allein da, bereits 2011 mit dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu beginnen. Verteidigungsminister Guttenberg warnt im SPIEGEL vor einer frühzeitigen Festlegung - und erhält aus der Opposition Unterstützung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,736343,00.html
Das Problem ist wie im Irak. Nicht der Termin des Abzuges ist entscheidend, sondern dass was hinterlassen wird. In beiden Fällen ein Chaos.
Hubert Rudnick 23.12.2010
Warum diskutieren denn jetzt so viele gegen die Aussage von G Westerwelle hin zum Abzug aus Afghanistan, wollen sie nun damit aufzeigen, dass er als Außminister nichts mehr zu sagen hat, oder warum sonst? Der Herr Westerwelle [...]
Zitat von sysopAußenminister Westerwelle steht mit seiner Forderung zunehmend allein da, bereits 2011 mit dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu beginnen. Verteidigungsminister Guttenberg warnt im SPIEGEL vor einer frühzeitigen Festlegung - und erhält aus der Opposition Unterstützung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,736343,00.html
Warum diskutieren denn jetzt so viele gegen die Aussage von G Westerwelle hin zum Abzug aus Afghanistan, wollen sie nun damit aufzeigen, dass er als Außminister nichts mehr zu sagen hat, oder warum sonst? Der Herr Westerwelle hat das mit dem Abzug nicht so ernst gemeint, er wollte nur paar Pluspunkte sammeln, aber auch das gönnen ihm seine Feinde nicht mehr. Keiner wird wohl glauben, dass die Soldaten schon zu Weinachten 2010, oder Sylvester zu Hause sein könnten, den Beschluß zur Fortführung dieses Krieges haben doch fast alle Parteien gegeben. Und keine Bange, die Politik wird sich nicht nach den Wünschen der Linken und der Mehrheit der Bevölkerung richten, sie bleiben alle bei ihren Kriegsspielen, wenigsten solange, bis sie selbst als Soldaten in den Krieg ziehen müssten. HR
RaMaDa 23.12.2010
Soldaten sind Männer, die offene Rechnungen der Politiker mit ihrem Leben bezahlen. Schade, dass es nicht andersrum ist, dann gäbe es nämlich keine Kriege!
Soldaten sind Männer, die offene Rechnungen der Politiker mit ihrem Leben bezahlen. Schade, dass es nicht andersrum ist, dann gäbe es nämlich keine Kriege!
Ölkmöller 23.12.2010
Die Frage ist wohl nicht was hinterlassen wird, sondern wann. Chaos wird es sowieso sein. Unsere Herrscher können mit den derzeitigen Methoden nicht mehr bestimmen was sie hinterlassen, sondern nur noch, wieviele Opfer sie bis [...]
Zitat von intenso1Das Problem ist wie im Irak. Nicht der Termin des Abzuges ist entscheidend, sondern dass was hinterlassen wird. In beiden Fällen ein Chaos.
Die Frage ist wohl nicht was hinterlassen wird, sondern wann. Chaos wird es sowieso sein. Unsere Herrscher können mit den derzeitigen Methoden nicht mehr bestimmen was sie hinterlassen, sondern nur noch, wieviele Opfer sie bis zum Abzug zulassen möchten.
inqui 23.12.2010
Ob, wann und wie der Abzug geschieht läßt sich Herr Guttenberg bereitwillig von den amerikanischen Freunden befehlen. Der läuft dann so ab wie in Vietnam wo dann unsere Befreier den Helicopter nehmen und die deutschen [...]
Zitat von sysopAußenminister Westerwelle steht mit seiner Forderung zunehmend allein da, bereits 2011 mit dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu beginnen. Verteidigungsminister Guttenberg warnt im SPIEGEL vor einer frühzeitigen Festlegung - und erhält aus der Opposition Unterstützung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,736343,00.html
Ob, wann und wie der Abzug geschieht läßt sich Herr Guttenberg bereitwillig von den amerikanischen Freunden befehlen. Der läuft dann so ab wie in Vietnam wo dann unsere Befreier den Helicopter nehmen und die deutschen Soldaten sich w/Sparmaßnahmen zu Fuß durch den "Jungle" schlagen müssen. Das wird noch spassig aber alternativlos.
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Beschlüsse der Kabuler Afghanistan-Konferenz
Die afghanische Regierung will spätestens 2014 die Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Land von den ausländischen Truppen übernehmen. Mitte 2011 will Deutschland beginnen, seine Truppen abzuziehen. Derzeit sind in Afghanistan unter dem Kommando der Nato rund 85.000 Soldaten aus mehr als 40 Ländern stationiert. Um den Abzug zu ermöglichen, werden derzeit afghanische Soldaten und Polizisten ausgebildet. Die internationale Gemeinschaft rechnet damit, dass Afghanistan bis zum Herbst 2011 171.600 Soldaten und 134.000 Polizisten benötigt. Deutschland beteiligt sich an dem Aufbau der afghanischen Armee und bildet zudem mit gut 200 Polizeibeamten die örtlichen Polizisten in bilateralen Programmen aus.

Fläche: 652.225 km²

Bevölkerung: 31,412 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staats- und Regierungschef: Hamid Karzai

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