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Afghanistan: Erweiterter Kampfauftrag für deutsche Soldaten

Die rund 100 Mann des Kommandos Spezialkräfte (KSK) sollen künftig in eigener Verantwortung direkte Kampfeinsätze in Afghanistan durchführen. Bislang haben die KSK-Soldaten nur im Anhang von amerikanischen Truppen bei Einsätzen mitgewirkt.

Kampfauftrag: KSK-Soldaten
DPA

Kampfauftrag: KSK-Soldaten

Berlin - Die deutschen Kommando-Soldaten in Afghanistan haben einen erweiterten Kampfauftrag gegen das Terrornetzwerk al-Qaida erhalten. Die rund 100 Mann des Kommandos Spezialkräfte (KSK) sollen künftig direkte Kampfeinsätze durchführen, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet. Verteidigungsminister Peter Struck habe den erweiterten Auftrag der Bundeswehr bestätigt.

Bislang hätten die KSK-Soldaten nur im Anhang von amerikanischen Truppen bei Einsätzen mitgewirkt, wo sie vor allem Aufklärung und Feindbeobachtung betrieben hätten, heißt es weiter. Auch erhalte die Bundeswehr-Spezialeinheit erstmals ein eigenes Einsatzgebiet, in dem die Soldaten unabhängig von den Amerikanern vorgehen könnten.

Wie das Blatt aus dem Verteidigungsministerium erfuhr, schließt sich der Sektor des KSK an die afghanische Hauptstadt Kabul an. Damit solle einerseits die Versorgung der Kommando-Soldaten mit den deutschen Friedenstruppen der ISAF besser verbunden werden. Andererseits soll die Nähe des KSK auch dem besseren Schutz der derzeit rund 1.200 deutschen ISAF-Soldaten dienen.

Struck erklärte, die deutschen Kommando-Soldaten hätten sich "mit ihrem Einsatz und der hohen Professionalität die Anerkennung und den Respekt unserer Bündnispartner erworben". Damit habe die Bundeswehr "einen wesentlichen Anteil am Vorgehen gegen das Terrornetzwerk der al-Qaida". Dieser deutsche Anteil werde "im Rahmen der Gesamtoperation ständig überprüft und angepasst, um einen noch eigenständigeren Beitrag zu leisten". Damit zeige Deutschland - neben dem Auftrag der Friedenssicherung der ISAF-Friedenstruppe - "seine Bereitschaft, umfassende militärische Verantwortung zu übernehmen".

Struck stellte einen Zusammenhang zwischen dem ausgeweiteten deutschen Militärbeitrag in Afghanistan und der Debatte um ein militärisches Eingreifen in Irak her. Der Afghanistan-Einsatz sei gleichwertig. Es sei wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Kampf gegen den Terrorismus in Afghanistan nicht beendet sei und deshalb neben anderen möglichen Einsätzen von großer Bedeutung bleibe, zitierte die Zeitung den Minister.

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