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Streit über Abschiebungen: Afghanistan will Flüchtlinge wieder aufnehmen

Die afghanische Regierung gibt offenbar dem Drängen der Bundesregierung nach: Kabul sichert jetzt doch zu, dass Deutschland Flüchtlinge zurückschicken kann.

Afghanistan liegt nach Syrien auf Platz zwei der Liste der Herkunftsländer von Flüchtlingen. Doch zunehmend kämen auch Angehörige der Mittelschicht sowie aus der relativ sicheren Hauptstadt Kabul, hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizère kritisiert. Das sei "inakzeptabel". Jetzt reagiert die afghanische Regierung offenbar auf den Druck aus Berlin.

Afghanistan nehme alle aus Deutschland abgeschobenen Bürger wieder auf, kündigte Zafar Hashemi, ein Sprecher der Regierung am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur AP an. Kabul werde als Unterzeichner der Genfer Konvention seinen Verpflichtungen nachkommen. Präsident Ashraf Ghani habe vor kurzem mit Kanzlerin Angela Merkel über das Problem gesprochen.

In diesem Jahr haben bereits rund 120.000 Afghanen das Land verlassen. "Wir sind uns mit der afghanischen Regierung einig, dass die Jugend Afghanistans und die Mittelschichtsfamilien in ihrem Land verbleiben sollen und dort das Land aufbauen", hatte de Maizière bereits in der vergangenen Woche angekündigt.

Zuletzt hatte Kabul noch anders reagiert. Der für Flüchtlingsfragen zuständige Minister Hossain Alemi Balkhi hatte eine Wiederaufnahme abgelehnt. Die Ursachen für das Verlassen des Landes wie Kriege und Konflikte würden nach wie vor bestehen.

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als/AP

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