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Afrika-Hilfe: Deutschland bricht Geld-Versprechen

Deutschland hat nach SPIEGEL-Informationen bisher nur die Hälfte von 6,7 Milliarden Dollar Hilfe, die im Jahr 2005 zugesagt wurden, für die armen Länder des südlichen Afrikas überwiesen. Mit dem Fehlbetrag trägt Deutschland wesentlich dazu bei, dass die G-7-Staaten ihr Versprechen nicht einhalten.

Popstar Bono, Kanzlerin Merkel (2006): Fehlbetrag von mehreren Milliarden Zur Großansicht
DPA

Popstar Bono, Kanzlerin Merkel (2006): Fehlbetrag von mehreren Milliarden

Deutschland ist wesentlich dafür verantwortlich, dass die G-7- Staaten ihre finanziellen Zusagen an Afrika nicht eingehalten haben. Das geht aus einem Bericht der - von den Rockstars Bono und Bob Geldof gegründeten - entwicklungspolitischen Organisation One hervor, der diese Woche veröffentlicht werden soll.

2005 hatten die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten im schottischen Gleneagles ein Hilfspaket für Afrika beschlossen. Demnach sollte die Entwicklungshilfe für die besonders armen Länder südlich der Sahara von 17,5 Milliarden Dollar im Jahr 2004 schrittweise erhöht werden auf 35,7 Milliarden Dollar im Jahr 2010. Deutschlands Anteil daran beträgt rund 6,7 Milliarden Dollar. Tatsächlich zahlte Berlin aber nur die Hälfte.

Ein ähnlich hoher Fehlbetrag entfällt auf Italien, während Kanada und die USA sogar über ihre Zusagen hinausgegangen sind.

Die Bundesregierung müsse insgesamt die Entwicklungsausgaben deutlich schneller erhöhen als bisher, so One-Deutschland-Direktor Tobias Kahler, sonst werde die Bundesrepublik "erst 2022 das für 2015 international vereinbarte Ziel erreichen, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungspolitik aufzuwenden".

Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte schon unmittelbar nach der Entscheidung von Gleneagles darauf verwiesen, dass man "vernünftige Finanzierungsmöglichkeiten außerhalb des Budgets" benötige.

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insgesamt 48 Beiträge
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1. Gut so
Panasonic, 15.05.2011
Die Hälfte ist noch zu viel. Jeder Euro "Entwicklungshilfe" ist zu viel. Ich begrüße daher die Entwicklung und hoffe, dass Europa bald aufwacht und aufhört, Gelder in andere Länder oder Kontinente zu pumpen, ohne daraus einen Vorteil zu erzielen. Afrika ist nicht entwicklungsfähig, Afrikanern fehlt einfach Weitsicht.
2. .
c++ 15.05.2011
Unser Afrika liegt heute in Südeuropa
3. Die alte Leier...
Wembley 15.05.2011
Summen werden hin und hergewuchtet, Geld, das ohnehin nicht da ist und erst einmal aufgenommen werden muss (siehe Haushaltszahlen). Das sieht in den anderen G-Staaten nicht anders aus. Die Absichten von Bono & Co. in allen Ehren, aber ein Staat darf sich von Sängern nicht seine Politik vorschreiben lassen. Wenn die Kanzlerin diesen Leuten gegenüber Zusagen macht, ist das zumindest fahrlässig. Vor Allem kommt es nicht auf die Summen an, sondern darauf, WAS mit dem Geld unternommen wird. Es hilft gar nichts, wenn nur noch ein paar Milliarden in irgendwelchen afrikanischen Kanälen versickern. Ernstzunehmende Wissenschaftler (auch aus Afrika) sind bereits seit Jahren der Meinung, dass die Entwicklungshilfe den Entwicklungsländern unter dem Strich mehr geschadet als genutzt hat. Ökonomische und gesellschaftliche Rückständigkeiten wurden durch sie eher zementiert als aufgelöst.
4.
Sleeper_in_Metropolis 15.05.2011
Zitat von PanasonicDie Hälfte ist noch zu viel. Jeder Euro "Entwicklungshilfe" ist zu viel. Ich begrüße daher die Entwicklung und hoffe, dass Europa bald aufwacht und aufhört, Gelder in andere Länder oder Kontinente zu pumpen, ohne daraus einen Vorteil zu erzielen. Afrika ist nicht entwicklungsfähig, Afrikanern fehlt einfach Weitsicht.
So ist es. Es fließen trotzdem noch viel zu viele Steuergelder, die vor Ort in die Taschen von korrupten Eliten und Diktatoren wandern, während die breite Masse weiterhin gerade so am überleben gehalten wird, gleichzeitig aber keinen Anreiz zur Entwicklung bekommt.
5. Armes Afrika
Manni Gerstenschloss 15.05.2011
Mutter Theresa sagte einmal: "Selbst wenn Gott vom Himel herutersteigen würde, könnte er Afrika nicht helfen..."
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