Zehn Jahre nach Schröders Reform: Was aus den Darstellern des Agenda-Dramas wurde

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Agenda 2010: Die Protagonisten - damals und heute Fotos
DPA

Vor zehn Jahren stellte Gerhard Schröder seine Agenda-Reformen im Bundestag vor - und sorgte damit für heftige Debatten in Politik und Gesellschaft. Wer war in welchem Maß an dem Projekt beteiligt, was machen die Protagonisten von damals heute?

Berlin - Gerhard Schröder ist dieser Tage auf allen Kanälen. Er gibt Interviews, umschmeichelt die SPD-Bundestagsfraktion und tritt am Donnerstag als Stargast auf einer Tagung des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung auf. Wo der Altkanzler auch hinkommt - stets geht es um das Kernprojekt seiner rot-grünen Regierung: Die Agenda 2010 feiert Geburtstag. Und Schröder tut einiges, um sein Image als mutiger Reformer zu zementieren.

Zehn Jahre ist es her, dass Schröder am 14. März 2003 in einer Regierungserklärung seine Reformpolitik umriss.

Noch immer ist die Bevölkerung über die Agenda uneinig, knapp die Hälfte der Deutschen hält sie einer Forsa-Umfrage zufolge für "eher gut", knapp die Hälfte für "eher schlecht" - Stichwort Hartz IV. Auch Schröders Partei und die Grünen ringen noch mit diesem Erbe, aber immerhin: Die Debatte hat sich inzwischen etwas beruhigt, die Lager stehen sich nicht mehr ganz so feindselig gegenüber. Und so ist das Jubiläum eine gute Gelegenheit, mal einen Blick auf die Protagonisten von damals zu werfen.

Bei manchen ist heutzutage fast in Vergessenheit geraten, dass sie eine wichtige Rolle in dem Streit über die Neujustierung der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik spielten. Werner Schulz zum Beispiel. Der Grüne, heute Abgeordneter im Europaparlament, war damals einer der hartnäckigsten Gegner von Schröders Reformpolitik.

Andere haben sich politisch gewandelt wie Florian Pronold. Der Sozialdemokrat, der ein Mitgliederbegehren gegen die Agenda initiierte, hat inzwischen seinen Frieden mit ihr geschlossen. Wieder andere haben von der Reformpolitik unfreiwillig profitiert. Die Kanzlerin zum Beispiel. Angela Merkel, die einst die Agenda als zu unambitioniert kritisierte, lobt sie heute als Grundlage der wirtschaftlichen Stabilität des Landes.

Was ist aus den Reform-Protagonisten geworden? Wofür stehen sie heute? Und wie sehen sie ihre Rolle von damals? Klicken Sie sich durch die Galerie der Agenda-Hauptdarsteller.

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1. Die Agenda 2010 ist ein menschenverachtendes Gesetz -
neuesausderanstalt 14.03.2013
es hat viele Familien zerstört. Es hat den Menschen faktisch alles genommen wie Würde, Stolz und Perspektive. Man wollte für die Wirtschaft billige , ängstliche, entrechtete und resignierte Arbeitskräfte schaffen. Es ging niemals um echte Reformen. Dieser Preis ist zu hoch und verdient Verachtung. Menschen sind Lebewesen und keine Ware.
2.
marthaimschnee 14.03.2013
Zitat von sysopwas machen die Protagonisten vondamals heute?
eins ist sicher: Keiner von denen spürt die negativen Folgen dieser "Reform" - im Gegensatz zu nahezu jedem abhängig Beschäftigten!
3. Agenda 2010 heute
parisien 14.03.2013
"Alles, was die SPD verhandelt, ist mit uns abgestimmt", sagte sie dem SPIEGEL im Juni 2003, " so damals die Grüne Göring-Eckardt. Und nun, Meister Trittin , akute Amnesie ? Die Agenda polarisiert wie selten eine politische Maßnahme. Ca. die Hälfte der Deutschen findet sie gut . Das klingt so gar nicht nach Abgesang für die SPD , die hier permanent prognostiziert wird. Man kann natürlich auch sagen , und das trifft zumindest auch teilweise zu, dass die 50% , die sie begrüßen, Anhänger der CDSU sind, deren Job die SPD mit der Agenda gemacht habe. Ganz so einfach ist es aber nicht . Es ja auch seinerzeit vehementen Widerstand innerhalb der SPD gegeben , insbesondere von den Linken innerhalb der Partei . Und natürlich gibt es diesen auch momentan. Sucht man dabei aber nach der "Linken" Nahles, findet man ihren Namen nicht . Dabei kann man , wie Pronold zeigt, auch aus dem Widerstand zur Patreidoktrin Karriere machen. Die SPD hat lernen müssen und dies auch getan , dass die wirtschaftliche Komponente der Agenda zwar gewirkt hat, aber unter Hintansetzung der sozialen . Daraus ergeben sich für mich auch - vereinfacht - die unterschiedlichen Lager bei der Beurteilung der Agenda. Gerade deshalb hätte sich die "Sozialfachfrau" Nahles melden müssen . Ich betone dies deshalb, weil jemand, der heute die Wahlkampagne des SPD-Kandidaten führen soll , eine Person sein muss, die Diplomatie mit Kante verbinden können muss, gerade weil das Hauptproblem des SPD-Kandidaten in der Substanz weniger seine große Klappe ist als vielmehrdie Notwendigkeit , Antworten auf die Frage nach der Neuausrichtung der Partei10 Jahre nach der Agenda zu geben.
4. Eine Schande war und ist die Agenda 2010!
unixv 14.03.2013
Armut, Angst und Schrecken , macht sich im Lande breit, Danke SPD! Wem hat die Agenda etwas gebracht? Zeit und Leiharbeitsfirmen, welche die Menschen mal s richtig ausbeuten können! Eine Schande für unser Land, diese SPD! Ach und die Gewerkschaften, die haben mit gemacht, brauchen wir nicht mehr, ebenso wie diese SPD! Schröder, Fischer, Clement, Stein/brück/meier, Gabriel, Nahles waren und sind alle am Volksverrat beteiligt, merk dir das Wähler! PS : in der Hamburger MOPO kann man Heute Lesen, wem die Agenda etwas gebracht hat, 28% der Migranten aus nicht EU Ländern kassieren ohne einen Cent in unser Sozialsystem gezahlt zu haben. Jetzt werden sie mit ü50 mal Arbeitslos .... da werden sie aber Staunen!
5. Mir ein Rätsel...
taubenvergifter 14.03.2013
wie man im Agenda-Kontext über Riester/Rürup, Hartz, Schröder und Clement schreiben kann, ohne den Satz "Wasser predigende Weinsäufer" zu bringen.
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