Pannenflieger Luftwaffe kann nur einen von acht A400M einsetzen

Bei der Luftwaffe herrscht Frust über Airbus: Nach SPIEGEL-Informationen ist derzeit nur ein Transporter vom Typ A400M betriebsbereit.

Airbus A400M
DPA

Airbus A400M


Die Luftwaffe kann ihre acht Transportflugzeuge vom Typ Airbus A400M praktisch nicht mehr benutzen. Derzeit ist nach SPIEGEL-Informationen nur einer der Transporter einsatzbereit, alle anderen müssen repariert oder gewartet werden. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

In dieser Woche musste Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) aus Litauen mit einer alten Transall-Maschine zurückfliegen, nachdem ihr A400M, einer der neuesten der Luftwaffenflotte, wegen eines Öllecks im Triebwerk ausgefallen war. Die peinliche Posse war die Fortsetzung einer beispiellosen Pannenserie innerhalb weniger Wochen.

Am 29. Januar musste ein Airbus-Transporter mit einer zerborstenen inneren Cockpitscheibe auf Zypern landen. Der A400M mit dem Ersatzteil blieb ebenfalls auf Zypern liegen - Fahrwerksschaden. Ein anderer A400M drehte vor der Zwischenlandung in München um - technische Probleme. Schließlich strandete ein Transportflieger, der einen Hubschrauber zum Kältetest bringen sollte, im schwedischen Luleå.

Bei der Luftwaffe herrscht nun Frust über den A400M-Hersteller Airbus, denn alle Pannenmaschinen gehören zu den erst kürzlich an Deutschland ausgelieferten Modellen. Möglicherweise habe man bei der Herstellung weniger Sorgfalt walten lassen, um den bereits arg verzögerten Lieferplan noch halbwegs einzuhalten, heißt es unter führenden Offizieren. Echte Einsätze sind mit dem A400M ohnehin kaum möglich. Wegen eines Konstruktionsproblems am Triebwerksgetriebe müssen die deutschen A400M in der Regel schon nach jeweils 20 Flugstunden zur Kontrolle in die Werkstatt.

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insgesamt 158 Beiträge
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fromeast2west 11.02.2017
1. Eine Schande für Airbus
Wirklich ein Armutszeugnis für die Entwicklung bei Airbus
SanchosPanza 11.02.2017
2. Bravo!
Da hat die Bundeswehr wieder mal teure, aber nicht einsatzbereite High-Tech-Produkte gekauft, nach Hubschraubern, Drohnen, Sturmgewehren ... Wir sollten das als wichtigen Fingerzeig verstehen, unser Land ist nicht mehr tauglich und bereit für militärisch operierende Geopolitik.
eine_oma 11.02.2017
3. Wie wärs mit der guten alten Antonow?
*Überlegungen (https://www.welt.de/wirtschaft/article142543099/Warum-die-Bundeswehr-auch-Antonov-fliegen-koennte.html)* dazu hat es ja schon gegeben. ´Wer weiß, vielleicht vertickt Putin auch gerade ein paar seiner älteren Kisten auf ebay?
PeterCollignon 11.02.2017
4. Triebwerke
Die Triebwerke waren schon während der Entwicklungsphase das Hauptproblem. Die Europrop International GmbH (EPI) aus MTU Aero Engines, Snecma, Rolls-Royce und Industria de Turbo Propulsores muss sich hier an die Nase fassen. Der Hauptsitz der GmbH ist München,
andreas.pfeffer 11.02.2017
5. wer beschützt uns vor denen, die uns beschützen sollten?
Gibt es denn niemand, der die öffentlichen Aufträge kontrolliert und mit unserem Geld umgeht als wenn's sein eigenes wäre? Vielleicht sind die stories, die man hört verzerrt und wie immer in den Medien fokussiert auf das Negative und das was nicht rund läuft. Aber zumindest bei diesen Flugzeugen, was wird gegen Airbus unternommen? Gibt es Vertragsstrafen ?
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