Volksverhetzung Strafbefehl gegen Autor Pirinçci wegen Hassrede bei Pegida

Bei einer Pegida-Kundgebung war Akif Pirinçci gegen Muslime und Flüchtlinge ausfällig geworden, jetzt soll der Autor Strafe zahlen. Die Rede ist von 11.700 Euro.

Akif Pirinçci (Archivbild)
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Akif Pirinçci (Archivbild)


Er warnte vor einer "Umvolkung", sprach von einer "Moslem-Müllhalde" und nannte Flüchtlinge "Invasoren": Mit seinen Hetztiraden bei einerPegida-Kundgebung in Dresden hatte Akif Pirinçci bundesweit Empörung ausgelöst. Jetzt muss der Autor für seine Ausfälle zahlen.

Ein entsprechender Strafbefehl sei am 1. Februar zugestellt worden, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag. Pirinçci selbst veröffentlichte das Schreiben auf seiner Facebook-Seite. Daraus geht hervor, dass er wegen Volksverhetzung 180 Tagessätze zu je 65 Euro zahlen soll. Insgesamt sind das 11.700 Euro. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Nach Angaben der Gerichtssprecherin kündigte der Autor an, Einspruch gegen den Strafbefehl einzulegen. Die Rede des deutsch-türkischen Autors im Oktober 2015 war durchsetzt von Anfeindungen - auch gegen Politiker. Diese nannte Pirinçci "Gauleiter gegen das eigene Volk".

Vor bis zu 20.000 Pegida-Anhängern schilderte er damals einen angeblichen Vorfall in Hessen, wo ein CDU-Politiker einem Kritiker einer Flüchtlingseinrichtung gesagt haben soll, er könne Deutschland jederzeit verlassen. Pirinçci sagte, offenbar habe die Politik die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt, dass ihm schulterzuckend die Ausreise empfohlen werden könne, wenn es nicht pariere. "Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb."

Die Äußerungen sorgten bundesweit für Entsetzen. Die Verlagsgruppe Random House nahm als Konsequenz Pirinçcis frühere Bücher aus dem Programm. Pirinçci war 1989 mit einem Katzenkrimi bekannt geworden, schrieb zuletzt aber vor allem rechtspopulistische Bücher.

kev/AFP/dpa



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