SPD-Troika: Albig will Steinmeier als Kanzlerkandidat

Gabriel, Steinbrück oder Steinmeier? Noch ist die Frage, mit welchem Spitzenkandidaten die SPD in den Bundestagswahlkampf zieht, ungeklärt. Als erster SPD-Ministerpräsident bezieht nun Torsten Albig aus Schleswig-Holstein klar für einen der drei Position.

Ministerpräsident Albig: Vorpreschen bei der KandidatenkürZur Großansicht
dapd

Ministerpräsident Albig: Vorpreschen bei der Kandidatenkür

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig hat sich für eine Kanzlerkandidatur des SPD-Bundestagsfraktionschefs Frank-Walter Steinmeier ausgesprochen. Steinmeier sei eine starke Führungspersönlichkeit, habe als Fraktionschef "eine tolle Arbeit" gemacht und sei seit der letzten Bundestagswahl sehr gereift, sagte der SPD-Regierungschef der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Er wäre ein guter Kanzler für unser Land."

Die SPD will nach der im Januar 2013 anstehenden Wahl in Niedersachen entscheiden, wer von den drei Aspiranten Steinmeier, Peer Steinbrück und Parteichef Sigmar Gabriel die SPD in die Bundestagswahl gegen Kanzlerin Angela Merkel führen soll.

In den Popularitätswerten liegt die Amtsinhaberin mit deutlichem Abstand unangefochten vor allen drei möglichen Herausforderern. Im jüngsten ARD-Deutschlandtrend vom 1. August bewerteten 76 Prozent der Befragten Merkel als eine gute Staatsfrau. Als guten Staatsmann sahen 59 Prozent Steinmeier, 55 Prozent Steinbrück und 33 Prozent Gabriel. Steinmeier hatte 2009 die Bundestagswahl als SPD-Kandidat klar gegen Merkel verloren.

Seinem einstigen Chef Peer Steinbrück riet Albig, von einer Kandidatur die Finger zu lassen: "Tu dir das nicht an! Es gibt auch andere Stellen, wo du mit dem, was du kannst und was dich stark macht, unserem Land großartig helfen kannst." Der ehemalige Finanzminister müsste sich als Kandidat in ein Korsett zwängen, das er nicht mögen würde. "Da ich weiß, wie wenig er Korsette mag, hoffe ich für ihn, dass er das nicht machen muss", sagte Albig, der Steinbrücks Pressesprecher im Finanzministerium war.

Widerspruch kam vom Kieler SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Bartels. Seine Partei brauche einen Kandidaten, der auch schwankende Wähler der Union und der FDP für die SPD gewinnen könne. "Peer Steinbrück ist wegen seines intelligenteren Krisenmanagements und seines größeren ökonomischen Sachverstands die beste Alternative zu Angela Merkel", sagte Bartels der Zeitung.

mik/Reuters

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  • Samstag, 11.08.2012 – 15:02 Uhr
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Ungeklärte Kanzlerkandidatenfrage






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