Präsident Bouteflika krank Algerien sagt Besuch von Merkel ab

Kanzlerin Merkel wollte in Algerien versuchen, die Flüchtlingsbewegungen Richtung Europa einzudämmen. Doch jetzt hat der nordafrikanische Staat abgesagt - der greise Präsident Bouteflika ist krank.

Algeriens Präsident Bouteflika
REUTERS

Algeriens Präsident Bouteflika


Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika, 79, hat eine Bronchitis - Angela Merkel wird deshalb nicht wie geplant nach Algier reisen. Die Regierung des nordafrikanischen Staates sagte den Besuch der Kanzlerin kurz vor dem Abflug ab.

Mit dem Besuch in Algerien wollte Merkel einen weiteren Versuch unternehmen, die Flüchtlingsbewegungen Richtung Europa einzudämmen. Der Bundestag erklärte Algerien im Mai 2016 zu einem sicheren Herkunftsstaat, was Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber dorthin erleichtern würde. Das entsprechende Gesetz scheiterte bislang am Widerstand der Grünen im Bundesrat, die auf die Menschenrechtslage in Algerien - ebenso wie in den anderen Maghreb-Staaten Tunesien und Marokko - verweisen.

Geplant waren unter anderem Gespräche mit Ministerpräsident Abdelmalek Sellal und dem seit 1999 amtierenden Präsidenten Bouteflika.

Der Wüstenstaat Algerien ist das größte Flächenland Afrikas und grenzt an die wichtigen Transitländer für Flüchtlinge, Mali und Niger. Außerdem engagiert sich die Regierung in Algier für eine Stabilisierung des benachbarten Bürgerkriegslandes Libyen, von wo aus rund 90 Prozent der Migranten und Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa übersetzen. In den vergangenen Monaten ging Algerien verstärkt gegen Islamisten vor.



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.