Altbundespräsident wird 90: Merkel gratuliert Weizsäcker

Er prägte das Amt des Bundespräsidenten: Richard von Weizsäcker feiert seinen 90. Geburtstag. Kanzlerin Angela Merkel schrieb ihm, er habe bereits jetzt einen "bedeutenden Platz in der politischen Geschichte der Bundesrepublik".

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Altbundespräsident Weizsäcker: Ganz Deutschland Orientierung gegeben

Berlin - Zehn Jahre lang bestimmte Richard von Weizsäcker als Staatsoberhaupt die Geschicke der Bundesrepublik mit. An diesem Donnerstag feiert er seinen 90. Geburtstag. In einem Glückwunschschreiben würdigte Kanzlerin Angela Merkel den Altbundespräsidenten.

"Ihre große Sensibilität hat es Ihnen ermöglicht, alle Herausforderungen des Amtes in herausragender Weise zu bestehen", schrieb Merkel in dem am Donnerstag veröffentlichten Brief. "Mit Würde, Augenmaß und Umsicht haben Sie schon jetzt einen bedeutenden Platz in der politischen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gefunden."

Die Kanzlerin wünschte Weizsäcker im Namen der ganzen Regierung Gesundheit und persönliches Wohlergehen.

Merkel hob besonders die Rede des Altbundespräsidenten zum 8. Mai 1985, dem 40. Jahrestag des Kriegsendes, hervor. Diese Ansprache habe allen Menschen in ganz Deutschland Orientierung gegeben, erklärte die Kanzlerin.

Weizsäcker hatte damals den 8. Mai als Tag der Befreiung von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bezeichnet. Zugleich forderte er die Deutschen zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der NS-Vergangenheit auf. Sie sollten den 8. Mai auch als Tag der neuen Chancen begreifen und nicht allein mehr nur Niederlage und Schmach sehen.

Weizsäcker war von 1984 bis 1994 der sechste Bundespräsident. Zuvor war der CDU-Politiker von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin.

mmq/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
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1. Aktion automatische Überschrift
SirTurbo, 15.04.2010
Seinen Platz in der Geschichte hat der schon lange... Als obersten Befehlshaber einen Deserteur hatten wir noch nicht... und aus einer Familie kommend die schon bei Adolf in Amt und höchsten Würden war, selbige Freisprechend "man hätte ja nix gewusst" aber den damaligen kleinen Mann verurteilen "das hätte jeder wissen müssen"... Ganz grosses Kino...
2. Ich frage mich schon...
Roueca 15.04.2010
...warum sehr viele Politiker so ein gesegnetes Alter bei bester Gesundheit erleben dürfen, versorgt mit allem, ohne sich einen Gedanken machen zu müssen, wo nehme ich Geld her um Medikamente usw. zu bezahlen. Mit Chauffeur, einer Luxuslimosine auf Staatskosten, da braucht man sich auch nicht den Kopf zu zerbrechen ob man seinen Führerschein wegen Alter lieber abgibt und dann zu Hause isoliert ist. Was muß es schön sein, gefeiert und gelobhudelt zu werden was das Zeugs hergibt: aber für was? Verdienste? Ich finde es langsam peinlich, man ein kleiner Bürger hat mehr, viel mehr geleistet als diese hochbezahlten, sich beim Steuerzahler durchfressenden Herrschaften!
3. 100 Jahre unserm Praesidenten
onzapintada 15.04.2010
Durch schwierige Zeiten muss sich jeder irgendwie durchschlagen, damals im Krieg wie im heutigen Kapitalismus. Trotzdem oder gerade deswegen bleibt er als Praesident und Mensch ein Vorbild. Ich wuensche ihm viel Gesundheit, und das er mindestens 100 Jahre alt wird!
4. Verwandte Seelen
Klaschfr 15.04.2010
So bedeutend war von Weizsäcker nun auch nicht, aber Schleimen konnte die Kanzlerin schon immer!
5. Richard v. Weizsäcker
brassica 16.04.2010
Ein großer Blender. Mehr nicht.
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"Tag der Befreiung": Weizsäckers berühmteste Rede
Von all seinen Reden blieb in besonderem Maße eine in Erinnerung: Die Worte von Bundespräsident Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai 1985 vor dem Bundestag fanden vor allem im Ausland hohe Anerkennung. Weizsäcker nannte den 8. Mai für die Deutschen keinen Grund zum Feiern, wohl aber einen Tag der Befreiung von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Umgesetzt hat der Präsident seine Schlüsselrede bei Staatsbesuchen in den Niederlanden, in Israel, Norwegen, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei sowie in Polen 1990. Dort warb er dafür, dass "wir, Deutsche und Polen, in größeren Zeiträumen denken, die Zeichen der Zeit erkennen und sie zur Maxime unseres gemeinsamen Handelns machen".