Rechtsextremismus Prozessauftakt gegen Betreiber von Hetzerportal "Altermedia"

Hetze, Hass und Holocaustleugnung - die Plattform "Altermedia" war eines der wichtigsten Internetportale der Neonazi-Szene in Deutschland. Die mutmaßlichen Betreiber der Seite stehen nun vor Gericht.

Angeklagter K. vor Gericht
DPA

Angeklagter K. vor Gericht


Fünf mutmaßliche Betreiber des verbotenen Neonazi-Internetportals "Altermedia" müssen sich in Stuttgart wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten. Sie sollen über das Portal rechtsextremes und nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet haben.

Bis zum Verbot im Januar 2016 war "Altermedia" eine der wichtigsten Internetseiten der Neonazi-Szene in Deutschland. Ein Jahr später hatte die Bundesanwaltschaft Anklage erhoben.

Als Schlüsselfiguren gelten Ralph-Thomas K. und Jutta V. Der 28 Jahre alte Informatiker aus dem Schwarzwald und die 48 Jahre alte Call-Center-Mitarbeiterin aus Südbaden sollen die Seite im Jahr 2012 gegründet haben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen zudem die Rädelsführerschaft in einer kriminellen Vereinigung vor.

Die drei anderen Angeklagten sollen sich ihnen 2013 und 2014 angeschlossen und diverse Foren mit volksverhetzenden Inhalten moderiert haben. Das Verfahren gegen einen 54-Jährigen wurde wegen angeblicher Verhandlungsunfähigkeit abgetrennt.

Laut Bundesanwaltschaft diente "Altermedia" der "massenhaften und systematischen Verbreitung rechtsextremistischen und nationalsozialistischen Gedankenguts". So wurde auf der Seite zur Gewalt gegen Ausländer aufgerufen und der Holocaust geleugnet. Die ideologischen Leitlinien sollen V. und K. vorgegeben haben. Aufgabe der Moderatoren war es, Beiträge in den Foren freizuschalten.

Für den Prozess vor dem 5. Strafsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart sind zunächst 14 Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr fallen.

brk/dpa/AFP



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