"Alternative für Deutschland" Die Angst vorm Euro-Schreck geht um

Zwei Prozent, drei Prozent - in Umfragen spielt die Anti-Euro-Partei "Alternative für Deutschland" noch keine wichtige Rolle. Aber einige hunderttausend Stimmen für die Populisten könnten im Herbst schon reichen, um die Bundestagswahl zu entscheiden. Bei allen Etablierten wächst die Sorge.

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AfD-Wahlmaterial: Wie sehr können die Euro-Skeptiker den anderen Parteien schaden?
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AfD-Wahlmaterial: Wie sehr können die Euro-Skeptiker den anderen Parteien schaden?


Berlin - Belächelt werden sie schon lange nicht mehr. Dafür ist die AfD drei Wochen nach ihrem offiziellen Gründungsparteitag einfach zu präsent: Gut 10.000 Mitglieder zählt die euro-skeptische "Alternative für Deutschland" nach SPIEGEL-Informationen, mit dem eben von der FDP übergetretenen hessischen Parlamentarier Jochen Paulus verfügt sie über den ersten Landtagsabgeordneten - und mit Oskar Lafontaine gibt es nun auch einen Promi aus dem Lager der etablierten Parteien, der auf AfD-Kurs geht. Linke-Mann Lafontaine spricht sich neuerdings ebenfalls für die Rückkehr zur D-Mark aus.

AfD-Chef Bernd Lucke mag sich sorgen, dass seine Partei zu 86 Prozent aus Männern besteht - aber größer sind die Sorgen derzeit wohl bei den im Bundestag vertretenen Parteien: Die Euro-Skeptiker um Lucke könnten sie am 22. September entscheidende Stimmen kosten.

Zwar kommt die AfD in den Umfragen nicht über zwei, drei Prozent hinaus, aber schon einige hunderttausend Stimmzettel machen bei der Bundestagswahl eventuell bestimmte Regierungskonstellationen möglich - oder schließen sie aus. Und laut dem Institut für Demoskopie Allensbach hat die AfD sogar ein Wählerpotential von 17 Prozent.

Bei welcher Partei können die Euro-Skeptiker besonders Wähler abziehen? Wer macht sich die meisten Sorgen wegen der AfD? Eine Übersicht:

1. Die FDP

Der Fahnenflucht eines Freidemokraten in Hessen verdankt die AfD ihren ersten Landtagsabgeordneten. Dabei sieht man in der FDP-Zentrale vor allem den Koalitionspartner in der Pflicht, damit sich die AfD nicht im politischen Spektrum festsetzt. Der Erfolg der Anti-Euro-Partei hänge nämlich unter anderem ab "von der Stärke der Union, die Etablierung einer neuen konservativen Partei in Deutschland zu unterbinden", heißt es in einer Analyse der FDP-Strategen. Die inhaltlichen Berührungspunkte zwischen AfD und Liberalen seien dagegen "sehr überschaubar", die meisten Positionen stünden jenen der FDP "diametral gegenüber".

Das heißt aber nicht, dass die FDP-Spitze ohne Sorge auf die Lucke-Truppe blickt. Parteichef Philipp Rösler warnte sogar in seiner Parteitagsrede am Wochenende in Nürnberg, die Ideen der AfD würden das Land in den "wirtschaftlichen Ruin" treiben. Er ahnt wohl: Mancher, der sich einst als Liberaler fühlte, sieht deutlich größere Überschneidungen mit den Euro-Gegnern als die Analysten im Thomas-Dehler-Haus. Sonst hätten, wie der SPIEGEL berichtet, nicht schon 587 ehemalige FDP-Mitglieder um politisches Asyl bei den D-Mark-Nostalgikern ersucht.

Bedrohungspotential: hoch


2. Die Union

Mehr als 1200 frühere Mitglieder haben CDU und CSU an die AfD verloren. Kein Wunder, dass man sich in der Union bis in die Führungsetage so seine Gedanken macht, wie mit der neuen Konkurrenz umzugehen ist. Experten der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung mahnen in einer Analyse, die "Ein-Themen-Partei" ernst zu nehmen. Zugleich warnen die Autoren der Studie jedoch, sich nicht "in Diskussionen um angebliche enttäuschte bürgerliche und konservative Anhänger und ehemalige Mitglieder in der AfD hineinziehen" zu lassen und die AfD "nicht durch anhaltende öffentliche Auseinandersetzung" aufzuwerten.

Also einfach ignorieren? Ganz so leicht ist es nicht. Die Überläuferzahlen sprechen eine deutliche Sprache, und unter den prominenteren Gründungsmitgliedern der Alternative finden sich einige stramm Konservative, die sich früher in der CDU zu Hause gefühlt haben. Und so wird jeder Unionsvertreter im Interview nach seinen Sorgen angesichts der AfD gefragt. Dann werden die D-Mark-Fans als Gefahr für die deutsche Wirtschaft gebrandmarkt und der Euro-Kurs der Kanzlerin gelobt. Finanzminister Wolfgang Schäuble fügte jüngst aber auch hinzu: "Es kommt bei Wahlen auf jede Stimme an, das haben wir gerade in Niedersachsen gesehen." Dort fehlten 335 Stimmen zu einer schwarz-gelben Mehrheit.

Bedrohungspotential: hoch


3. Die Linkspartei

Für die Linkspartei ist die AfD eine echte Gefahr. Zwar repräsentieren die Parteien unterschiedliche Pole des politischen Spektrums. Anders als der AfD geht es der Linkspartei stets um die soziale Frage. Aber beide machen Front gegen Merkels Euro-Politik. Beide pflegen das Image der Protestpartei. Beide punkten im Nichtwähler-Lager. "Die Gefahr ist nicht existentiell, aber die Konkurrenz ist real", heißt es denn auch im Umfeld der Linken-Spitze über die AfD.

Umfragen zufolge kann sich ein Drittel der Linken-Wähler vorstellen, im September die Wahlalternative zu unterstützen. Wohl auch deshalb griff Ex-Parteichef Lafontaine unlängst ein Ziel der Euro-Skeptiker auf. Er plädierte dafür, künftig neben dem Euro auch wieder nationale Währungen einzuführen. Das Kalkül dürfte sein: Der neuen Konkurrenz soll möglichst wenig Platz zur Profilierung geboten werden.

Bedrohungspotential: hoch


4. Die SPD

In der SPD ist man sich noch unsicher, wie man mit der AfD umgehen soll. Zwar hoffen die Sozialdemokraten darauf, dass die Euro-Skeptiker vor allem im Lager von Union und FDP wildern und Konservative binden, die vom Krisenmanagement der Kanzlerin enttäuscht sind. Aber auch die Genossen wissen, dass es in ihren Reihen etliche gibt, die sich eine echte Opposition zum Merkel-Kurs wünschen.

Dass bei den Sozialdemokraten eine gewisse Nervosität herrscht, zeigt ein zehnseitiges Strategiepapier: "Die AfD ist sehr ernst zu nehmen", heißt es darin. Weil in der Wählerschaft ein "stabiles und relevantes Potential" für eine populistische Partei existiere, könne sich die Wahlalternative durchaus langfristig im Parteienspektrum festsetzen. Die Hauptsorge der Genossen ist, dass die neue Konkurrenz vor allem Nichtwähler ansprechen könnte, die man eigentlich selbst gerne zurückgewinnen würde. "Schwarz-Gelb verliert Mobilisierte, die SPD hat zusätzliche Mobilisierungslasten", heißt es in dem Papier.

Bedrohungspotential: mittel


5. Die Grünen

Auch die Parteistrategen der Grünen haben sich die AfD genau angeschaut, herausgekommen ist ein dreiseitiges Papier. Zwar sagen Demoskopen voraus, dass die Euro-Skeptiker den Grünen am wenigsten schaden werden, aber ernst nimmt man sie dennoch. In der AfD sind nach SPIEGEL-Informationen immerhin 106 ehemalige Grünen-Mitglieder.

Bedrohungspotential: niedrig

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Seite 1
jonas4711 07.05.2013
1. Ich bin für die AfD, weil
Zitat von sysopREUTERSZwei Prozent, drei Prozent - in Umfragen spielt die Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland noch keine wichtige Rolle. Aber einige hunderttausend Stimmen für die Populisten könnten im Herbst schon reichen, um die Bundestagswahl zu entscheiden. Bei allen Etablierten wächst die Sorge. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/alternative-fuer-deutschland-cdu-fdp-spd-gruene-in-sorge-a-898353.html
1. FDP? Ich bin kein Besserverdiener. Und eine Partei, die das Wassernetz privatisieren will ist für mich unwählbar. 2. CDU? "Solange ich lebe gibt es keine Euro-Bonds". Noch Fragen; Kienzle? 3. SPD? Die werfen das Geld nicht nur mit den Händen zum Fenster hinaus, sie nehmen die Schaufel. 4. Grüne? Weltfremde Idealisten, die ihre verquere Weltanschauung politisch umsetzen wollen. Fazit: Entweder gehe ich nicht zur Wahl oder ich wähle AfD!
elwu 07.05.2013
2. Also in Summe
sind von den ca. 10.0000 Mitgliedern um 2000 ehemalige Mitglieder der Altparteien nun in der AfD. Das bedeutet: da. 8000 Menschen, die bei den Altaprteien gar keine politische Heimat gefunden hatten, sind nun bei der AfD. man darf also davon ausgehen, dass der größte Teil der Stimmen für die AfD aus dem Lager der bisherigen Nichtwähler kommen wird.
nick115 07.05.2013
3. @SPON: So nicht!
Seit die AfD sich in die Öffentlichkeit gestellt hat, wird von den etablierten Medien kein gutes Haar an Ihr gelassen. Zuerst wurde versucht die Partei mit der braunen Nazikeule totzuschlagen, was aber nicht funktioniert hat. Jetzt sind es die "Ein-Themen-Partei" und die "DM-Nostalgiker". Auch Sie beim SPON lassen keine Gelegenheit aus, um sich als gleichgeschalteter Medienapparat für die Regierungsdeletanten und die "Opposition", die diesen Namen nicht verdient stark zu machen. Im Gegensatz zu einem Großteil der MdB, einzlenen lobenswerte Ausnahmen gibt es ja noch, die eine Deutschland feindliche Politik umsetzen und den Herrschern der EUDSSR willig dienen, setzt sich die AfD dafür ein, dass Deutschland als starker und unabhängiger Nationalstaat erhalten bleibt. Denn die Konsequenz aus dem jetztigen Kurs sind die Vereinigtenstaaten von Europa, wo wir mit unserer Arbeitsleistung das Geberland Nr. 1 sein werden, ohne dass wir mit dem Bundestag oder dem BVerfG zumindest noch eine theoretische Chance haben, uns vor den gierigen Nehmerländer zu schützen. RAUS AUS DEM EURO, RAUS AUS DER EU zurück zu den Grundsätzen der Montanunion!
josseff 07.05.2013
4. Belächeln, igmorieren, bekämpfen
Zitat von sysopREUTERSZwei Prozent, drei Prozent - in Umfragen spielt die Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland noch keine wichtige Rolle. Aber einige hunderttausend Stimmen für die Populisten könnten im Herbst schon reichen, um die Bundestagswahl zu entscheiden. Bei allen Etablierten wächst die Sorge. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/alternative-fuer-deutschland-cdu-fdp-spd-gruene-in-sorge-a-898353.html
Schon Gandhi sagte über seine zu seinen Getreuen: Zuerst lachten sie über uns, dann ignorerten sie uns, schliesslich bekämpften sie uns - aber am Ende haben wir gewonnen.
newopinion 07.05.2013
5. SPD hat 558 Mitglieder
an die AfD verloren. Das Bedrohungspotential für die SPD wird unterschätzt. Viel ehemaligen SPD Wähler die ich kenne , werden diesmalige AfD wählen.
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