Mehr als 28 Milliarden Euro: Reserve der Rentenkassen auf Rekordniveau

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Fröhliche Senioren: Rentenrücklage auf Rekordniveau

Die Rentenkassen sind prall gefüllt: Laut einem Zeitungsbericht betragen die Rücklagen mehr als 28 Milliarden Euro. Während Arbeitsministerin von der Leyen den Überschuss schon verteilen will, sorgt sich Bundespräsident Gauck um die zukünftige Rente der jungen Generation.

Berlin - Die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung befindet sich einem Zeitungsbericht zufolge weiter auf einem Rekordniveau. Das macht eine neue Senkung der Beiträge immer wahrscheinlicher. Ende Juli habe sich die eiserne Reserve auf 28,24 Milliarden Euro belaufen, berichtet die "Bild" (Samstagsausgabe). Das waren drei Milliarden Euro mehr als im Juli des Vorjahres und der höchste Juli-Stand seit Jahrzehnten. Die Rücklage würde für 1,59 Monatsausgaben der Rentenkasse reichen.

Laut Gesetz muss der Rentenbeitrag gesenkt werden, wenn die Rücklage zum Jahresende mehr als 1,5 Monatsausgaben beträgt. Der Beitrag war zum Jahresbeginn von 19,6 auf 18,9 Prozent gesenkt worden.

Bundespräsident Joachim Gauck äußert sich positiv zur derzeitigen Situation der Rentner und hält ihre Lage für gut. "Der größte Teil der Rentner in Deutschland ist heute - gerade auch im internationalen Vergleich - recht umfassend abgesichert", sagte Gauck in "Bild am Sonntag" auf Fragen von Bürgern. Für die zukünftigen Rentnergenerationen sehe die Lage allerdings anders aus. "Ich weiß, dass sich viele Menschen - alte und junge - berechtigte Sorgen darüber machen, wie es künftig um unsere Renten stehen wird", so Gauck. Das hänge von der Wirtschaftskraft, von Arbeitsplätzen und Löhnen und der Anzahl der Menschen mit sozialversicherungspflichtiger Arbeit ab.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) möchte die Überschüsse allerdings bereits verteilen. Sie sieht genügend finanziellen Spielraum, um die von ihrer Partei geplante Erhöhung der Mütterrente umzusetzen. 6,5 Milliarden Euro soll das Programm kosten, das die Rente von Frauen anheben soll, die Kinder geboren haben. Statistiken haben gezeigt, dass Frauen mit jedem Kind rund 50 Euro Rente verlieren. "Die Rentenkasse ist dank der wirtschaftlich guten Lage prall gefüllt. Wir können den geplanten Erhöhungsschritt der Mütterrente aus der Rentenkasse finanzieren", sagte von der Leyen der "Rheinischen Post". "Da gibt es Spielraum, den wir uns dank des boomenden Arbeitsmarktes erarbeitet haben."

Die CDU werde die Erhöhung der Mütterrente "möglichst rasch" einbringen, betonte von der Leyen. "Wir wollen, dass die älteren Mütter, auch die, die heute schon in Rente sind, einen weiteren Punkt erhalten, was etwa zusätzlichen 28 Euro pro Monat bei der Rente entspricht."

hei/Reuters/dpa

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insgesamt 203 Beiträge
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1.
vonundzu1800 24.08.2013
Zitat von sysopDie Rentenkassen sind prall gefüllt: Laut einem Zeitungsbericht betragen die Rücklagen mehr als 28 Milliarden Euro. Während Arbeitsministerin von der Leyen den Überschuss schon verteilen will, sorgt sich Bundespräsident Gauck um die zukünftige Rente der jungen Generation. Altersvorsorge: Rücklage der Rentenversicherung so hoch wie nie - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/altersvorsorge-ruecklage-der-rentenversicherung-so-hoch-wie-nie-a-918353.html)
Nicht sehr hoch, Norwegen hat über 500€ MRD!
2.
opakuss 24.08.2013
Da können dann ja die Gehälter der AOK-Vorstände erhöht werden. 20 000,- € im Monat sind ja auch ein bischen wenig. Gruß Fritze
3. Lächerlich...
u.loose 24.08.2013
28 Mrd Euro bei 20 Mio Rentner sind gerade mal 1.400 Euro pro Nase... Das Geld reicht nicht mal für 2 Monate...
4.
Phoenix2006 24.08.2013
Vorbemerkung: Am 2.10.2012 wurde auf dem Deutsch-Französischenkulturkanal Arte die zweiteilige Wirtschaftsdokumentation "Der grosse Reibach und Der Tanz der Geier" mit der Thematik Finanzkrise Entstehung und Folgen? Der Umbau der sozialen Sicherungssysteme ist im vollem Gang (z.B.:Agenda 2010)!!!! Wie Bitte soll ein Arbeitnehmer/in einen Riester-Rente anbieter finden der bei einer Implosion/Expolision der Finanzmärkte (Finanzkrise) sicher verwaltet, damit Sie bei Renteneintritt auch genutzt werden können?
5.
Plasmabruzzler 24.08.2013
Die genannten Zahlen klingen auf den ersten Blick sehr verheißungsvoll. Wenn man sich aber die Alterspyramide ansieht und die Arbeitssituation (befristet, Zeitarbeit usw.) der jungen Generation, dürfte sich die Summe bald relativieren. Aber ich vergaß: bald sind Wahlen...
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