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Angriff auf Bundesregierung: Schröder wettert gegen "Lügen" bei der Griechen-Rettung

Ehemaliger Kanzler Schröder (Archivbild): "Ganz große Lüge" Zur Großansicht
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Ehemaliger Kanzler Schröder (Archivbild): "Ganz große Lüge"

Gerhard Schröder greift in den Wahlkampf ein: Der Altkanzler attackiert den Zickzackkurs von Merkel und Schäuble in der Frage neuer Griechenland-Hilfen. Die Regierung habe "vertuscht und verschleiert".

Detmold - Eine solche Vorlage lässt Gerhard Schröder sich nicht entgehen. Am Morgen hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ahrensburg gesagt, Griechenland benötige ein drittes Hilfsprogramm. Daraufhin nutzte der Altkanzler am Abend seinen ersten Wahlkampfauftritt in Detmold zum Frontalangriff auf die Griechenland-Politik der Bundesregierung.

Der Sozialdemokrat warf seiner Nachfolgerin Angela Merkel (CDU) vor, den Bürgern die Unwahrheit über die Kosten der europäischen Schuldenkrise zu sagen. "Mit Vertuschen und Verschleiern gewinnt man kein Vertrauen des Volkes, sondern nur mit Klartext", sagte Schröder bei einer Veranstaltung mit SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück.

Während Schäuble ein drittes Hilfspaket für Griechenland andeute, sage Merkel immer, sie sehe das nicht, sagte Schröder. "Möglicherweise hat sie die falsche Brille aufgehabt." Der Sozialdemokrat schimpfte, es werde eine "ganz große Lüge" über die Kosten der Euro-Krise vorbereitet. Deutschland werde dafür zahlen müssen.

Steinbrück schlug in die gleiche Kerbe. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwochsausgabe) warnte der Herausforderer die Kanzlerin davor, den Bürgern die Rechnung für die Schuldenkrise erst nach der Bundestagswahl zu präsentieren. "Ich sage klar, dass die Rettung Europas und der Zusammenhalt des Kontinents etwas kosten wird, auch uns Deutsche", sagte Steinbrück. "Es ist Zeit, dass auch Frau Merkel das den Menschen ehrlich sagt."

Während die Kanzlerin weitere Zinserleichterungen für Griechenland nicht ausschließt, erteilt sie einem weiteren Schuldenschnitt bislang eine Absage. "Es war immer klar, dass wir uns 2014 die Lage in Griechenland und den Finanzbedarf ansehen und neu bewerten werden", erklärte der CDU-Haushaltsexperte Norbert Barthle in Berlin. Dabei sei nie ausgeschlossen worden, "dass am Ende auch ein weiteres Hilfspaket stehen kann". Ausgeschlossen worden sei nur ein weiterer Schuldenschnitt. "Und dabei bleiben wir."

Schröder versuchte in Detmold, trotz der schlechten Umfragewerte für die SPD Zuversicht zu erwecken. "Ich bin mir sicher, dass es am Ende für Rot-Grün reicht und Peer Steinbrück Bundeskanzler wird", sagte er vor den rund 4500 Zuhörern.

Mit Blick auf seine Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 sagte der Altkanzler: "Was wir wirtschaftspolitisch gemacht haben, hat Deutschland stärker gemacht." Mit Blick auf die schwarz-gelbe Koalition fügte er hinzu: "Was mich umtreibt: Seitdem ist so gut wie nichts passiert, eher eine Rolle rückwärts."

jok/dpa/afp

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insgesamt 136 Beiträge
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1. Ich mag...
wkoker 20.08.2013
Griechenland und auch die hart arbeitende Bevölkerung,die teilweise nur kleines Geld als Lohn erhalten. Ich mag nicht unsere Politiker,die ihre Wähler belügen - trotz besseren Wissens.Schwindelmeier und Co.werden meine Stimme nicht bekommen. Die Wähler sollten am 23.09.13 ihre Stimmenabgabe wohl abwägen.
2.
trude2004 20.08.2013
Schröder: halten sie den Mund! Nix besser gemacht also Mund halten. Aus der Entfernung immer kritisieren und so tun als gehe es ihm hier um das wohl des Volkes. Er hat ebenso wie die jetzige Regierung genug Schaden und vor allem Armut in Deutschland produziert. Grundrechte werden mit Füßen getreten sowie unser Steuergeld ins Ausland verscherbelt. Es braucht langsam einem Ruck durch die Gesellschaft. Wir brauchen keinen Schröder mehr.
3. Hr. Schröder
wurzelbär 20.08.2013
Ihr politisches Werk zur Einführung des Niederganges der "Deutschen Nation" hat seinen sichtbaren Werdegang unter Fr. Merkel, die diesen Weg noch unterstützte, aufgezeigt. Damit sollten Sie sich zufrieden geben. Den Rest macht doch Hr. Schäuble, dann hat sich das mit der "Regierungs-, Politiker-,Existenz-,Erhaltungs-,Krise" auch bald erledigt. Die spanischen Banken machen das bald vor, was in Griechenland abläuft !
4.
mesopotamien00 20.08.2013
Das wissen doch seit dem 1. "Rettungspaket" .... Griechenland kann nicht gerettet werden , da ist einfach zuviel kaputt gewirtschaftet worden . Die Hunderte Milliarden kann man besser woanders investieren ich meine dir sozial Schwachen hier zu Lande entwickeln sich mehr zu einer tickende Zeitbomben ,und wenn der Bär hier einmal loslegt dann sieht es schlimmer aus als wie aktuell in Ägypten !!!
5. Mag ja sein, daß Schwarz-Gelb uns
dashaeseken 20.08.2013
da belügt, was die Griechenlandhilfe und deren Zukunft angeht, aber unter Rotgrün, insbesondere unter grüner Regierungsbeteiligung hätte man garnicht so schnell schauen können wie unsere Multikultiökofreunde unser Geld als Eurobonds verbrannt hätten. Daß Griechenland nicht zu retten ist, hätten Trittin, Roth und Künast in ihrer beschränkten Weltsicht nicht begriffen, Hauptsache für das Chaotentrio ist doch, daß Deutschland alles bezahlt und sich selber in die Pleite reitet.
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Regierungschef: Alexis Tsipras

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