Altkanzler Schröder zweifelt an Richtigkeit des Afghanistan-Einsatzes

So skeptisch hat sich Gerhard Schröder noch nie zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr geäußert: Man könne noch nicht sagen, ob der Einsatz über mehr als zehn Jahre richtig war, sagte der Altkanzler dem SPIEGEL. Lobende Worte fand der SPD-Politiker für seine Nachfolgerin Angela Merkel.

Altkanzler Gerhard Schröder: "Die Entscheidung war zum damaligen Zeitpunkt richtig"
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Altkanzler Gerhard Schröder: "Die Entscheidung war zum damaligen Zeitpunkt richtig"


Hamburg - Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat erstmals die Richtigkeit des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr angezweifelt. "Die Entscheidung war zum damaligen Zeitpunkt richtig", sagte Schröder im Gespräch mit dem SPIEGEL. Doch "ob der ganze Einsatz über mehr als zehn Jahre richtig war, das wird man erst später, vielleicht sogar erst in Jahrzehnten, beurteilen können".

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Im Hinblick auf Deutschlands Führungsrolle in Europa mahnte Schröder zur Zurückhaltung. "Deutschland ist derzeit wegen seiner ökonomischen Kraft und seiner politischen Bedeutung berufen, innerhalb der Europäischen Union Führung zu übernehmen. Allerdings habe auch ich in meiner Amtszeit lernen müssen, dass Deutschland in Europa nur so führen kann, wie Stachelschweine sich lieben", sagte Schröder. "Ganz vorsichtig. Die anderen Staaten erwarten von Deutschland Führung, kein Auftrumpfen."

Für seine Nachfolgerin Angela Merkel fand Schröder auch anerkennende Worte: "Sie verweigert deutsche Führung nicht, sondern übt sie zurückhaltend aus. Das finde ich in Ordnung."



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