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Amtliches Endergebnis: Union verpasst knapp absolute Mehrheit, Debakel für die Liberalen

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Merkel im Konrad-Adenauer-Haus: Triumphaler Sieg

Jetzt ist es amtlich. Haushoher Sieger der Bundestagswahl ist die Union, die SPD legt leicht zu. Die FDP fliegt aus dem Bundestag, die AfD scheitert knapp an der Fünfprozenthürde. Kanzlerin Merkel muss sich einen neuen Regierungspartner suchen.

Berlin - Es sollte eine lange Nacht werden, das war schon nach der ersten Prognose um 18 Uhr absehbar. Hochrechnungen sahen FDP und AfD knapp unter der Fünfprozenthürde, die Union mal mit absoluter Mehrheit, mal ohne. Dann um 2.45 Uhr gab es endlich Gewissheit: Nach Auszählung aller 299 Wahlkreise kamen CDU und CSU am Sonntag auf 41,5 Prozent der abgegebenen Stimmen (2009: 33,8 Prozent), wie der Bundeswahlleiter bekanntgab. Am Ende fehlen ihr fünf Mandate im Bundestag zur absoluten Mehrheit.

Die bisherige Regierungspartei FDP verfehlte mit 4,8 Prozent den Einzug in den Bundestag (2009: 14,6). Die SPD erreichte 25,7 Prozent (23,0). Die Grünen sackten auf 8,4 Prozent (10,7). Die Linke bekam 8,6 Prozent (11,9). Die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) verpasste bei ihrer ersten Bundestagswahl mit 4,7 Prozent knapp den Einzug ins Parlament. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,5 Prozent, nur wenig mehr als vor vier Jahren (70,8 Prozent).

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis ergibt sich im 18. Deutschen Bundestag folgende Sitzverteilung: CDU/CSU 311 Mandate, SPD 192 Mandate, Linke 64 Mandate, Grüne 63 Mandate. Das macht unterm Strich aus Sicht der Union ein Ergebnis von 311 zu 319 Sitzen.

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Wahlsieg der Union: Merkels größter Erfolg
In der Union können sie ihr Glück an diesem Abend kaum fassen. Wie oft standen sie in den vergangenen Jahren an einem Wahlabend in der Parteizentrale zusammen, schauten entgeistert zu, wie die schwarzen Balken auf den Bildschirmen viel zu früh stoppten. Schüttelten sie die Köpfe angesichts verheerender Verluste. Und jetzt? Schütteln sie kurzzeitig wieder die Köpfe, schauen manche wieder entgeistert. Diesmal aber, weil es alles zu schön scheint, um wahr zu sein. (Lesen Sie die Höhepunkte des Wahlabends im Minutenprotokoll hier und sehen Sie die Ergebnisgrafiken hier).

41,5 Prozent. Der beste Wert seit 23 Jahren. "Heute können wir echt froh sein", freut sich CDU-Chefin Angela Merkel. "Überwältigend", sagt ihre Stellvertreterin an der Parteispitze, Ursula von der Leyen. Armin Laschet, auch er CDU-Vize, jubelt: "Ein Tag, wie wir ihn seit Jahren nicht mehr hatten." Im Foyer des Konrad-Adenauer-Hauses in Berlin singt der Parteinachwuchs: "Oh, wie ist das schön." Oben, auf der Galerie im dritten Stock liegen sich die Wahlkämpfer vom "teAM Deutschland" und der verantwortlichen Werbeagentur Blumberry in den Armen.

Und das alles zu einem Zeitpunkt, als der Triumph noch gar nicht in seinem ganzen Ausmaß absehbar ist: Die Union hätte bei der Bundestagswahl sogar fast die absolute Mehrheit geholt. Eine Alleinregierung auf Bundesebene, das gab es zuletzt von 1957 bis 1961 unter Konrad Adenauer. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Angela Merkel einmal auf seinen Spuren wandeln könnte? Bei den vergangenen Wahlen 2005 und 2009 hatten CDU und CSU jeweils noch ein dickes Minus zu verkraften. Nicht wenige machten dafür die Vorsitzende selbst verantwortlich, ihren Kurs der Sozialdemokratisierung, ihre Strategie, die Wähler des politischen Gegners einzuschläfern. Nun reiben sich genau diese politischen Gegner, aber auch viele Christdemokraten und Christsoziale die Augen.

Merkels Schrumpfprogramm

Nur eine Woche nachdem Horst Seehofer in Bayern die CSU-Alleinherrschaft zurückerobert hat, gibt Merkel der gesamten Union ihren Stolz zurück, und das mit einem Wahlkampf, der allein auf die Kanzlerin zugeschnitten war. Die Wähler, die 2009 zur FDP abgewandert waren und den Liberalen ein Rekordergebnis bescherten, sind offensichtlich zurückgekehrt. Die Zweitstimmenkampagne, mit der der Koalitionspartner sich in der letzten Woche noch retten wollte, hat nicht gefruchtet. Mehr noch, sie scheint nach hinten losgegangen zu sein. Die FDP erlebt nun, was schon die Sozialdemokraten in der Koalition mit der Merkel-Union erleben mussten. Sie geht aus der Regierung brutal zusammengestutzt heraus.

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Jubel und Entsetzen: Der Wahlabend in Bildern
Das Mitleid hält sich in der Union in Grenzen, auch wenn Merkel am Sonntagabend in der "Berliner Runde" betont, dass sie sich die FDP im Parlament gewünscht hätte. Jetzt ist sie auf Partnersuche. "Vielleicht findet sich ja dann auch keiner mehr, der noch etwas mit uns machen will", sagt Merkel. Ihr SPD-Herausforderer Peer Steinbrück und auch Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin lassen da schon erkennen, dass sie in diesem Fall nicht zur Verfügung stehen würden. Man könne doch nicht eine Koalition eingehen, "wo es auf uns nicht ankommt".

Am Ende wird es wohl doch auf eine andere Partei ankommen. Auch wenn nur ein paar Sitze fehlen, Merkel braucht einen neuen Partner. Am ehesten dürfte das die SPD sein. "Der Ball liegt jetzt im Feld von Frau Merkel", lautet die Sprachregelung aller Spitzengenossen am Wahlabend. Für die Union ist es fast schon bitter: Mit einem satten Plus von knapp acht Prozentpunkten muss sie voraussichtlich wieder in eine Große Koalition. Trotz der starken Ausgangsposition befürchten viele Unionisten, dass das schwarz-rote Bündnis diesmal deutlich instabiler wäre als in der Zeit von 2005 bis 2009.

Rechnerisch bleibt eine Alternative: Schwarz-Grün. Tatsächlich hält mancher Unionsstratege dieses Bündnis für stabiler als die Große Koalition. Im Adenauer-Haus wird die Variante am Wahlabend hinter vorgehaltener Hand durchgespielt, aber zugleich mit vielen Fragezeichen versehen. Zwar wurde mit dem Atomausstieg die letzte ideologische Barriere in der vergangenen Wahlperiode eingerissen - doch zugleich hat der Wahlkampf neue Gräben gerissen. So kann man sich nur schwer vorstellen, dass sich die CSU-Granden nach ihren schweren Vorwürfen in der Pädophilie-Debatte mit Trittin und Co. an einen Tisch setzen, um über ein Bündnis zu beraten.

Merkel lässt sich am Wahlabend nicht in die Karten blicken, "wie wir weiter vorgehen". Eines stellt sie am Abend in der "Berliner Runde" aber noch klar. Sie werde die volle Legislaturperiode durchziehen und bis 2017 Kanzlerin bleiben. Im Adenauer-Haus brandet da noch einmal Jubel auf. Die anderen Parteien können derweil nur darauf hoffen, dass die Ära Merkel dann vorbei ist.

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1.
el_comandante 23.09.2013
Das Wahlergebnis wäre richtig erfreulich, wenn SPD und Grüne Rückgrat hätten und sich einer Koalition mit der CDU verweigern. Soll Merkel doch zusehen, wie sie mit ihrem "haushohen Sieg" allein regiert.
2.
ogg00 23.09.2013
Eigentlich hat das Schwarze Lager gerade seine Mehrheit verloren, eigentlich hat die CDU ein im Vergleich zu früher gerade mal mittelmäßiges Ergebnis bekommen, Eigentlich könnte die SPD nun den Kanzler stellen... aber stattdessen werden hier Siege und Niederlagen bejubelt, die gerade mal aus den Tälern der schlechten letzten Ergebnisse zu begründen sind. // Übrigens: Unter Schröder hatte die SPD selbst zum Schluss noch 10% mehr. Aber stattdessen verleugnet man den letzten erfolgreichen Mann der eigenen Partei und ist lieber Juniorpartner bei Mutti. // EIGENTLICH müsste die SPD entweder LINKS sein wollen und jetzt rot-rot-grün machen oder eben bürgerlich und sich zu Schröder bekennen und wieder rot-grün schaffen. Dumme Idee beides auszuschließen. // Immerhin ist die FDP raus...
3.
amerlogk 23.09.2013
Das mit dem schwarz-grün herbeischreiben, könnt ihr gerne weiter versuchen. Blöd, das es eine grüne Basis gibt die von der Idee überhaupt nicht begeistert ist.
4. Wider der Statistik
Kritischer_Geist 23.09.2013
Kurz vor 18.00 Uhr wurde im Staatsfernsehen noch dargelegt, dass die AfD in der Hochrechnung schwer zu pronostizieren sei, da keine Erfahrungswerte vorliegen und es daher bei der AfD noch zu hohen Schwankungen kommen kann - soweit leuchtet das jeden ein, der sich etwas mit Statistik auskennt. Wie konnte es dann aber ab 18.00 Uhr sein, dass die AfD stundenlang exakt bei 4,9 % verweilte, während alle anderen Parteien größere Schwankungen hatten? Bei der AfD änderte sich den ganzen Abend nichts. Für jeden, der sich etwas mit Statistik auskennt, ist dies sehr irritierend. Damit will ich jetzt aber keinesfalls eine Verschwörungstheorie ausbreiten, aber es wundert mich schon sehr... Glücklwunsch übrigens an alle Medien, die mit ihren Kampagnenjournalismus Erfolg hatten (wer sich hier jetzt angesprochen fühlt, ist selbst Schuld).
5. linke Mehrheit
knielang 23.09.2013
Es gibt also wieder eine linke Mehrheit im Bundestag. Sie sollte diesmal genutzt werden. Fernseh-Kommentatoren meinten, es werde bei der nächsten BTW kein "ncht mit den LINKEN" mehr geben. Warum 4 Jahre damit warten? die LINKEN sollen endlich Verantwortung übernehmen, anstatt nur klug daherreden.
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