"Andenpakt" Das konspirative Netzwerk in der CDU

In der CDU gibt es neben den offiziellen Parteigremien ein organisiertes Netzwerk mächtiger Parteifürsten, das regelmäßig vor Parteitagen zusammenkommt, um Personalfragen und andere Entscheidungen zu besprechen.


Korpsgeist und strenge Geheimhaltung: Die Andenpaktierer Koch und Wulff
DDP

Korpsgeist und strenge Geheimhaltung: Die Andenpaktierer Koch und Wulff

Zu dem Bündnis, das sich vor Jahren als so genannter Andenpakt gründete, gehören unter anderem die Ministerpräsidenten Roland Koch (Hessen), Christian Wulff (Niedersachsen) und Peter Müller (Saarland) sowie CDU-Vize Christoph Böhr und der CDU-Fraktionschef im baden-württembergischen Landtag, Günther Oettinger, berichtet der SPIEGEL. Der Pakt hat einen Generalsekretär, ein eigenes Konto und reist einmal im Jahr zu Gesprächen ins Ausland.

Das öffentlich bislang unbekannte Netzwerk zeichnet sich durch einen großen Korpsgeist und strenge Geheimhaltung aus. Intern haben sich seine Mitglieder auf eine Art Nichtangriffspakt verständigt. Zu den ungeschriebenen Regeln des Bundes gehört, dass ein Mitglied niemals öffentlich den Rücktritt eines anderen fordern würde. "Auch ein verstecktes Gemetzel wie bei Schröder und Lafontaine wäre bei uns nicht denkbar", sagt Parteivize Wulff dem SPIEGEL. Koch war gegenüber dem SPIEGEL zu keiner offiziellen Stellungnahme bereit.



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