Obduktionsergebnis Politiker Schockenhoff starb eines natürlichen Todes

Unionspolitiker Andreas Schockenhoff war am Wochenende plötzlich verstorben - einer Obduktion zufolge handelt es sich um einen natürlichen Tod. Ein Gericht hatte die Untersuchung angeordnet.

CDU-Politiker Andreas Schockenhoff: Plötzlich verstorben
MARCO-URBAN.DE

CDU-Politiker Andreas Schockenhoff: Plötzlich verstorben


Berlin/Ravensburg - Der CDU-Außenpolitiker Andreas Schockenhoff ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ravensburg mit hoher Wahrscheinlichkeit eines natürlichen Todes gestorben. "Anhaltspunkte auf ein irgendwie geartetes Fremdverschulden oder eine Gewalteinwirkung bestehen nicht", teilte die Behörde nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis mit. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Untersuchung der Leiche Schockenhoffs angeordnet, um spätere Zweifel und Spekulationen über seinen Tod auszuräumen.

Der stellvertretende Unionsfraktionschef war vergangenen Samstag im Alter von 57 Jahren überraschend gestorben. Nach dem vorläufigen Untersuchungsergebnis gehe man davon aus, dass der Kreislauf des Politikers bei einem Saunagang kollabiert sei. Möglicherweise sei er in der Sauna seines Hauses eingeschlafen und dann an der "massiven Hitzewirkung" gestorben.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sie zusätzlich ein chemisch-toxikologisches Gutachten in Auftrag gegeben habe, dessen Ergebnis erst in einigen Tagen vorliegen werde. Obduktionen werden immer dann angefordert, wenn die genaue Todesursache nicht eindeutig ist.

In der Erklärung der Staatsanwaltschaft hieß es, die Obduktion sei am Dienstag in der Gerichtsmedizin Ulm durchgeführt worden, "nachdem einerseits zwar keine konkreten Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden vorlagen, andererseits die Todesursache aber weiterhin unklar war und nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die polizeilichen Feststellungen zur Todesursache - auch unter Berücksichtigung der beruflichen Stellung von Dr. Schockenhoff - später angezweifelt werden könnten".

In den vergangenen Tagen kursierten im Internet bereits Verschwörungstheorien - weil Schockenhoff im Bundestag zu den schärfsten Kritikern der aktuellen Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin zählte.

CDU hat Nachfolge geregelt

Schockenhoff trat unter anderem für harte Sanktionen wegen der russischen Rolle in der Ukraine-Krise ein. Im Jahr 2011 gestand der Vater dreier Kinder öffentlich ein, jahrelang alkoholkrank gewesen zu sein. Er unterzog sich auch einer Therapie.

Wer im Bundestag das Mandat Schockenhoffs übernehmen soll, steht bereits fest: Die frühere Kreisvorsitzende der Jungen Union im baden-württembergischen Calw, Ronja Schmitt, rückt ins Parlament nach. Die 25-Jährige sei die nächste Kandidatin auf der Landesliste und habe signalisiert, das Amt annehmen zu wollen, sagte Landesgeschäftsführer Florian Weller.

vek/sev/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.