Merkel für Flüchtlingspolitik geehrt "Es ist ein bisschen komisch..."

Für ihre Flüchtlingspolitik hat Angela Merkel den Eugen-Bolz-Preis für Zivilcourage erhalten. Kardinal Marx würdigte die Kanzlerin als "überzeugendes Beispiel" einer Christin. Die empfand so viel Lob als sehr ungewohnt.

Merkel mit dem Eugen-Bolz-Preis für Zivilcourage
AFP

Merkel mit dem Eugen-Bolz-Preis für Zivilcourage


Angela Merkel ist in Stuttgart für ihre Standhaftigkeit in der Flüchtlingspolitik mit dem Eugen-Bolz-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet worden. In seiner Laudatio würdigte Kardinal Reinhard Marx die Kanzlerin als "überzeugendes Beispiel" einer Christin. "Politik betreibt die Bundeskanzlerin aus dem christlichen Glauben heraus", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

Merkel nahm den Preis gerührt entgegen. Sie sei es gar nicht gewohnt, so viel Gutes über ihre Politik zu hören, sagte sie im Neuen Schloss in Stuttgart. "Es ist ein bisschen komisch, weil man es gewöhnt ist, den ganzen Tag immer wieder so im Kampf zu verbringen." In ihrer Dankesrede mahnte die Kanzlerin Courage und Solidarität in Europa an, um sich den Herausforderungen zu stellen. "Europa ist nur so stark, wie wir es zusammenhalten können", sagte sie.

Zuvor hatte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Merkel seine Unterstützung in der Europa- und Flüchtlingspolitik zugesichert. Der Stuttgarter Regierungschef würdigte, dass Merkel in einer Extremsituation im Sommer 2015 Tausenden in Osteuropa gestrandeten Flüchtlingen aus einer menschenunwürdigen Lage geholfen habe. "Das war Ausdruck einer humanitären Haltung", sagte Kretschmann.

Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung ist nach dem früheren württembergischen Staatspräsidenten benannt, der 1945 als Widerstandskämpfer von den Nazis hingerichtet wurde.

als/dpa/AFP

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