Netzreaktionen auf Kanzlerinnen-Interview "Ich werde noch zum Merkel-Ultra"

Ein seltenes Phänomen: Kanzlerin Merkel spricht bei "Anne Will" über Flüchtlingspolitik - und das Netz jubelt. Die Reaktionen auf Twitter im Überblick.

Will, Merkel: "Das ist meine verdammte Pflicht"
obs/NDR/Wolfgang Borrs

Will, Merkel: "Das ist meine verdammte Pflicht"


Angela Merkel hatte in der Sendung von Anne Will einen bemerkenswerten Auftritt. Bemerkenswert, weil sie sich so klar wie selten zur Flüchtlingskrise äußerte. Weil sie deutlich den Kritikern ihres Kurses widersprach. Weil sie unbeirrt um Geduld und Vertrauen warb.

Die Bundeskanzlerin sagte, an einem "Wettbewerb, wer ist am unfreundlichsten zu Flüchtlingen, und dann werden sie schon nicht kommen" wolle sie sich nicht beteiligen. Und: "Wir können die Grenzen nicht schließen." Und - zu Verhandlungen mit der Türkei: "Das ist meine verdammte Pflicht."

Bemerkenswert waren aber auch die Reaktionen auf Twitter. Eigentlich ist man es gewohnt, dass die Kanzlerin für ihre öffentlichen Auftritte auf dem Kurznachrichtendienst verspottet wird. Zuletzt musste sie einen Shitstorm über sich ergehen lassen, als sie etwas ungelenk ein weinendes Flüchtlingsmädchen tröstete. Diesmal kam es anders.

Die Reaktionen auf Twitter

In Merkel-Kategorien betrachtet fegte regelrecht ein Sturm der Begeisterung durchs Netz. Da wären zum Beispiel jene, die Merkel einfach lobten - wie ihr Parteikollege, CDU-Vize Armin Laschet.

Dann gab es jene, die Merkel lobten - und sich zugleich genauso darüber wunderten.

Sogar der frühere Chef der Berliner Piratenpartei Christopher Lauer bekannte sich als Merkel-Fan:

Selbst der SPD-Linke Ralf Stegner widersprach Merkel nicht - allerdings prophezeite er der Kanzlerin Gegenwind aus der Union.

Nur wenige kritisierten Merkel offen. So zum Beispiel der SPD-Politiker Johannes Kahrs.

Dann aber waren da auch noch jene, die sich über das viele Lob auf Twitter wunderten - zum Beispiel der Journalist Dominik Rzepka:

Es wäre aber ganz sicher kein Merkel-Auftritt gewesen, wenn es auf Twitter dann nicht doch noch um Äußerlichkeiten gegangen wäre.

kev

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