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21. Oktober 2015, 12:25 Uhr

Umfrage

CDU-Mitglieder wollen vierte Amtszeit für Merkel

Für ihre Flüchtlingspolitik wird Angela Merkel in ihrer Partei scharf kritisiert. Ihre Popularität an der Basis scheint jedoch ungebrochen: Laut einer Umfrage wünschen sich 81 Prozent der CDU-Mitglieder eine vierte Amtszeit.

Es ist noch keine Woche her, dass Angela Merkel von ihren Parteikollegen auf einer der Zukunftskonferenzen recht deutlich zu spüren bekam, was sie von der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin halten: Zumindest bei der ostdeutschen CDU-Basis ist es nicht viel. Einer neuen Studie zufolge ist das aber nur ein kleiner Ausschnitt der Stimmungslage innerhalb der CDU - denn eine große Mehrheit steht demnach nach wie vor hinter dem Kurs der Chefin.

Der Forsa-Erhebung für den "stern" zufolge sind 82 Prozent der CDU-Mitglieder mit Merkels Arbeit als Parteivorsitzende zufrieden und 86 Prozent mit ihrer Arbeit als Regierungschefin. Auch eine neue Amtszeit wünschen sich viele aus der Partei: 81 Prozent möchten, dass die Kanzlerin bei der Bundestagswahl 2017 für eine vierte Amtszeit antritt.

In der Flüchtlingspolitik stimmen der Umfrage zufolge 57 Prozent der CDU-Mitglieder Merkels Kurs der Offenheit zu. Die harte Haltung von CSU-Chef Horst Seehofer wird von einem Drittel gutgeheißen.

Über die Parteigrenzen hinweg war Merkels Beliebtheit zuletzt auf den schwächsten Wert in diesem Jahr gefallen. 47 Prozent der Befragten gaben Anfang Oktober in einer anderen Forsa-Umfrage an, sich bei einer Direktwahl für Merkel zu entscheiden. Vor allem bei den Anhängern der CSU schwand der Rückhalt der Kanzlerin.

Streit über Transitzonen

Der Umgang mit Asylsuchenden ist in der Union umstritten. CSU-Chef Seehofer hatte Kanzlerin Merkel in den vergangenen Wochen immer wieder harsch kritisiert und einen Wechsel in der Flüchtlingspolitik gefordert. Konkret warf er Merkel vor, dass es noch immer keinen Beschluss zur Einrichtung von Transitzentren für Flüchtlinge in Grenznähe gebe. Das sei "enttäuschend - denn wir haben das vereinbart als Union", sagte Seehofer.

Die Transitzonen sind äußerst umstritten. Nach Vorstellung der Union soll so im Schnellverfahren die Schutzbedürftigkeit von Flüchtlingen geprüft und Menschen ohne gültigen Ausweis grundsätzlich abgewiesen werden.

Erhebliche Schwankungen gab es im September bei den Mitgliedszahlen der CDU. Sowohl die Ein- als auch die Austritte seien in die Höhe geschossen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider. Demnach hätten 1528 Mitglieder die CDU verlassen (August: 829). Es seien aber auch 1135 neue Mitglieder gezählt worden, was ebenfalls klar über den Vormonaten lag (August: 606).


Datenbasis: Für die Erhebung befragte Forsa zwischen dem 12. und 15. Oktober insgesamt 1012 repräsentativ ausgesuchte CDU-Mitglieder.

vks/brk/dpa/Reuters

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