Entwicklungshilfe, Klimapolitik Merkel fordert mehr deutsches Engagement in aller Welt

Waren zu exportieren, reicht nicht: Deutschland muss weltweit mehr Verantwortung übernehmen, fordert Bundeskanzlerin Merkel. Besonders in Bereichen, die man "in einer abgeschlossenen Gesellschaft nicht so spürt".

Angela Merkel bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rheinland-Pfalz
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Angela Merkel bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rheinland-Pfalz


Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein stärkeres Engagement Deutschlands in der Welt gefordert.

Es werde nicht mehr reichen, wenn die Bundesrepublik künftig Waren exportiere und Fabriken baue, sagte Merkel am Mittwoch auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung im rheinland-pfälzischen Wittlich. "Sondern wir werden auch mehr Verantwortung für das übernehmen müssen in einer offenen Welt, was außerhalb unserer europäischen Grenzen passiert", sagte sie.

"Das bedeutet mehr Entwicklungshilfe, das bedeutet mehr gemeinsame Standards bei Klimaschutz, das bedeutet fairen Handel und vieles andere mehr, was man in einer abgeschlossenen Gesellschaft vielleicht nicht so spürt", fügte sie auch mit Blick auf die Flüchtlingskrise hinzu. Deutschland finanziert etwa die Hälfte der Lebensmittelrationen für syrische Flüchtlinge im Nahen Osten.

Merkel verteidigte zudem die Lastenteilung mit der Türkei in der Flüchtlingskrise. Die beiden Nato-Länder Türkei und Griechenland dürften nicht hinnehmen, dass das Seegebiet zwischen ihnen von mafiösen Schlepperstrukturen beherrscht werde. Der Nato-Einsatz vor der türkischen Küste verzögere sich, die Behörden der beiden Länder hätten sich noch nicht endgültig abgestimmt, teilte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums mit. Am kommenden Montag findet ein Türkei-EU-Gipfel zur Flüchtlingspolitik statt.

sun/Reuters

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