CDU-Parteitag in Hamburg Merkel erinnert an Wahlsieg im Saarland

Angela Merkel hat auf dem CDU-Parteitag ihre letzte Rede als Vorsitzende gehalten. Darin: ein Signal an die Delegierten für die anstehende Wahl.


Die scheidende CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat ihre Partei zur Geschlossenheit aufgerufen. Sie wünsche sich, dass die CDU nach der Wahl ihres Nachfolgers "gut gerüstet, motiviert und geschlossen" aus dem Parteitag in Hamburg herausgehe, sagte sie zum Auftakt des Delegiertentreffens. Sie sei zuversichtlich, dass dies gelinge. "Wir spüren alle, das ist ein ganz besonderer Parteitag."

Beim Parteitag in Hamburg bewerben sich CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz sowie Gesundheitsminister Jens Spahn um Merkels Nachfolge.

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Die Kandidaten: Dafür stehen sie

Merkel, die seit mehr als 18 Jahren CDU-Chefin ist, erinnerte in ihrer Ansprache an Wahlerfolge. Sie hob dabei unter anderem den Sieg der damaligen saarländischen Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer im vergangenen Jahr mit mehr als 40 Prozent hervor. "Wir haben die Kraft, Trends zu brechen, Wahlen zu gewinnen, wenn wir geschlossen und entschlossen gemeinsam kämpfen", sagte Merkel.

Die Zeiten seien für das Land fordernd - für die Volksparteien, aber auch mit der AfD als einer Partei "rechts von uns". Merkel verwies auf das Motto des Parteitags "Zusammenführen. Und zusammen führen." Dies sei Aufgabe der CDU als Volkspartei. Sie betont zudem, CDU und CSU hätten bitter erfahren, wohin "nicht enden wollender Streit" führen könne.

Videoumfrage unter den Delegierten: "Es wird auf die Reden ankommen"

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Die CDU sei die Partei, die sich für den Zusammenhalt einsetze, sagte sie. "Wir Christdemokraten grenzen uns ab, aber niemals aus." Christdemokraten würden niemals hetzen oder andere Menschen niedermachen. Es gebe für sie keine Unterschiede bei der Würde der Menschen. "Wir Christdemokraten dienen den Menschen unseres Landes."

Sie deutete an, dass sie mit ihrem eher zurückhaltenden Führungsstil der Partei manches zugemutet habe. Wo die Partei einen scharfen und deftigen Angriff gegen den politischen Gegner erwartet habe, habe sie lieber mit dem Florett gekämpft, habe sie auch geschwiegen und sei nicht über jedes Stöckchen gesprungen.

Es sei nun an der Zeit, "ein neues Kapitel aufzuschlagen", sagte Merkel am Ende ihrer Rede. Ihr alles überragendes Gefühl sei das der Dankbarkeit für ihre Ämter. Sie habe sich immer vorgenommen, diese mit Würde zu tragen und sie auch eines Tages mit Würde zu verlassen. "Es war mir eine große Freude, es war mir eine Ehre."

Nach ihrer Rede gab es minutenlangen Applaus für die scheidende Parteichefin. Merkel hatte dabei mit Tränen zu kämpfen.

als/Reuters/dpa



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redepest 07.12.2018
1. Die CDU applaudiert, Schäuble brummelt
Erwähnenswert wäre noch, dass Merkel das Thema Spendenaffäre mindestens 5-6 mal ansprach. So zeigte die Kamera während des Applauses einen griesgrämig nach unten blickenden Schäuble, der wohl auch keine Lust zum Applaudieren hatte. Auch das eine Aussage!
haarer.15 07.12.2018
2. Abschiedsrede
Klingt alles immer schöner als es ist. "Wir Christdemokraten dienen den Menschen dieses Landes." Lächerlich - davon war wenig zu spüren, die C-Partei dient eher den Konzernen und Eliten. Der Mensch im Mittelpunkt der führenden C-Politik ? Ja wo denn bitte ? Unter Merz würde sich dieser Eindruck fehlender Bodenhaftung sogar noch erheblich verschärfen laut seiner vielen Ansagen. Der Mann polarisiert zu sehr - und das ist seine Achillesferse. Der hat sein Ohr nicht nach unten - sondern nach oben. Ob das der CDU bekommt ? Diese Partei wird aufpassen müssen, dass sie als Volkspartei dann noch Bestand haben kann.
mirage122 07.12.2018
3. Eindeutige Parteinahme!
Frau Merkel, die Bundesrepublik ist nicht das Saarland! Aber sie will wohl ihren "Abklatsch" ganz vorne wissen. Dann kann sie ihre Einflussnahme weiterhin ausspielen. So eine Aussage ist doch sicherlich nicht zulässig!
kael 07.12.2018
4. zum guten Schluss
zum guten Schluss eine klare Wahlempfehlung der Kanzlerin für Kramp-Karrenbauer. Aber warum sollte ausgerechnet sie sich zurückhalten, wenn alle anderen CDU-Großkopferten seit Tagen ihre Kandidaten-Wünsche zum Besten geben?
masc74 07.12.2018
5.
Zitat von mirage122Frau Merkel, die Bundesrepublik ist nicht das Saarland! Aber sie will wohl ihren "Abklatsch" ganz vorne wissen. Dann kann sie ihre Einflussnahme weiterhin ausspielen. So eine Aussage ist doch sicherlich nicht zulässig!
... und gegen welches Gesetz, welche Verordnung, was auch immer verstößt das jetzt genau? Wieso sollte Frau Dr. Merkel ihre Präferenz nicht nennen dürfen? Wieso sollte sie auch nach ihrem Abgang nicht versuchen dürfen, ihre Positionen in der Partei zu verankern? Frau Dr. Merkel hat natürlich das volle Recht - und es ist auch vollständig legitim - für den Kandidaten zu werben, der ihr als der vernünftigste erscheint .... entscheiden tun dann die Deligierten, wo ist das Problem? Wenn Sie Frau Kramp-Karrenbauer nicht mögen, ist das jetzt nicht unbedingt eine Sache, die die CDU und ihre Deligierten interessieren muss.
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