Sternsinger-Empfang Merkel fordert respektvollen Umgang mit Fremden

Die Kanzlerin hat zum Jahresanfang Respekt gegenüber Fremden angemahnt. Die Würde des Menschen sei unantastbar - dies gelte nicht nur für Deutsche, sondern für alle.

Kanzlerin Merkel zwischen Sternsingern im Bundeskanzleramt: Spenden für Kinder in Not
DPA

Kanzlerin Merkel zwischen Sternsingern im Bundeskanzleramt: Spenden für Kinder in Not


Zu Beginn des Jahres hat Angela Merkel wieder Sternsinger im Bundeskanzleramt empfangen - lächelnd posierte die Regierungschefin mit den Kindern und Jugendlichen für Fotos. Sie nutzte den Termin aber auch für ernste Worte: Merkel forderte einen respektvollen Umgang mit Fremden. "Wir sind alle der Überzeugung, dass wir alle, die wir nicht kennen, auch respektieren", sagte sie am Dienstag.

Die CDU-Vorsitzende verwies auf das Grundgesetz, nach dem die Würde des Menschen unantastbar ist. "Das gilt nicht nur für die Deutschen", sagte Merkel. "Sondern das gilt für alle Menschen."

Im vergangenen Jahr kamen mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland. In der Union gibt es weiterhin Streit über die Frage, wie viele Schutzsuchende nach Deutschland kommen dürfen: CSU-Parteichef Horst Seehofer möchte eine Obergrenze durchsetzen, diese lehnt die CDU-Vorsitzende Merkel nach wie vor ab. Seehofer hatte zu Jahresbeginn die Forderung erneut gestellt und die Zahl von 200.000 Asylsuchenden genannt. (Lesen Sie hier die Hintergründe) Merkel ist an diesem Mittwoch beim alljährlichen CSU-Treffen in Wildbad Kreuth zu Gast.

Die Sternsinger aller katholischen Diözesen sammeln bundesweit zu Dreikönig Spenden für Kinder in Not. In diesem Jahr wird für Projekte in Bolivien gesammelt.

Merkel dankte den Kindern und Jugendlichen für ihr Engagement. Sie sagte, dies sei Ansporn für die vor ihr liegenden Aufgaben. "Wir werden wieder viel Arbeit haben." Das deute sich schon in den ersten Tagen des Jahres an. "Wenn wir an den Krieg in Syrien denken, wenn wir daran denken, dass Menschen auch hingerichtet werden - wir alle sind gegen die Todesstrafe." Weiter sagte Merkel: "All diese Ereignisse werden uns dieses Jahr begleiten, und trotzdem dürfen wir uns nicht davon treiben lassen, sondern immer wieder uns gegenseitig anspornen, dass man auch etwas zum Guten wenden kann."

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heb/Reuters



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