Mensch Merkel: Mit West-Klamotten in der Baumhöhle

Der größte Mist, den Angela Merkel in ihrer Jugend verzapft hat - was mag das sein? Eine Antwort auf diese und etliche weitere persönliche Fragen hat die Kanzlerin dem "SZ-Magazin" gegeben. Darin geht es um einen Trainingsanzug, den Duft von Kartoffeln und sportliches Talent.

Angela Merkel: Fußballfan und Wanderfreundin Fotos
DPA/ Bundesregierung/ Bergmann

Berlin - Wer kennt schon die Kanzlerin? Das Bild, das die meisten Deutschen von Angela Merkel haben, ist das aus dem Fernsehen. Man sieht sie bei Reden im Bundestag, bei Pressekonferenzen, bei EU-Gipfeln oder bei Treffen mit den Staatschefs der Welt.

Aber wie ist Angela Merkel, wenn sie gerade einmal nicht für die Rettung des Euro kämpft? Wenn es für sie eine Atempause im Job als Politikerin gibt? Wenn die Bundeskanzlerin und CDU-Chefin eben nicht als Bundeskanzlerin und CDU-Chefin auftritt? Wenn Angela Merkel einfach Angela Merkel ist?

Im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" zeigt sich die Kanzlerin jetzt von ihrer persönlichen Seite. Die Redaktion hatte Prominente gebeten, der Kanzlerin jeweils die Frage zu stellen, auf die sie schon immer gern eine Antwort gehabt hätten. 37 Fragen wurden ans Kanzleramt geschickt, unter anderem von Philipp Lahm, Iris Berben, Roger Willemsen, Alice Schwarzer, Jan Ullrich, Boris Becker und Reinhold Beckmann.

Ein paar Tage später schickte Merkel ihre Antworten. So schrieb die Kanzlerin auf die Frage des Fußball-Profis Philipp Lahm, ob es etwas gebe, worauf sie verzichten müsse: "Ich muss darauf verzichten, unerkannt einkaufen zu gehen."

Der Moderator Markus Kavka wollte von Merkel wissen, was "der größte Mist" gewesen sei, den sie als Jugendliche gemacht habe. Dazu die Kanzlerin: "Mit einem neuen Trainingsanzug aus einem Westpaket in eine harzige Baumhöhle zu kriechen."

Der Ex-Radprofi Jan Ullrich interessierte sich für Merkels sportliche Ambitionen. Ihn habe man bei der üblichen sportlichen Frühsichtung, die es in der DDR gab, zum Leichtathleten machen wollen. Ullrich fragte, wie es bei Merkel gewesen sei. Merkel: "Ich war erkennbar so wenig begabt, dass man mich für keine Sportart für geeignet hielt."

Schauspieler Christoph Maria Herbst fragte die Kanzlerin, was ihre Ventile seien, um Druck abzulassen. Die klare Antwort: "Wandern, kochen, lachen".

Der Film, den sie am häufigsten gesehen hat, ist "Jenseits von Afrika", schrieb Merkel. Wenn sie frei entscheiden könnten, wo sie morgen früh aufwacht, wäre es "zu Hause in der Uckermark". Der Gast, den sie gerne zum Essen einladen würde? Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque. Der Geruch ihrer Kindheit? "Kiefern und Heu und im Herbst der Duft der Kartoffeln im Kartoffeldämpfer". Und Merkel äußerte sich auch dazu, wovor sie Angst hat: "Bei einem Gewitter ungeschützt zu sein."

hen

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