Geschlechtergerechte Sprache Merkel will Nationalhymne nicht ändern

Die Frauenbeauftragte des Familienministeriums will die Nationalhymne geschlechterneutral formulieren. Dagegen regt sich Widerstand - nun hat sich die Kanzlerin geäußert.

Angela Merkel
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Angela Merkel


Angela Merkel möchte die Nationalhymne in ihrer jetzigen Form beibehalten. Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Die Kanzlerin sehe "keinen Bedarf einer Änderung". Zuvor hatte es eine Diskussion über dieGeschlechtsneutralität der Hymne gegeben.

"Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland" lautet der Anfang der dritte Strophe der Hymne. Die Frauenbeauftragte des Familienministeriums störte an dieser Zeile das Wort "Vaterland". Kristin Rose-Möhring wolle es gern ändern und "Heimatland" daraus machen - das Wort "brüderlich" aus Zeile vier würde sie in "couragiert" ändern. Das ging aus einem Schreiben der Beauftragten hervor, das die "Bild am Sonntag" zitiert hatte.

Ein Ministeriumssprecher sprach am Montag von einem "persönlichen Beitrag" der Gleichstellungsbeauftragten, den er nicht kommentieren könne. Es handele sich um ein "internes Schreiben an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" des SPD-geführten Ministeriums.

In dem Rundbrief verwies Rose-Möhring dem "Bild am Sonntag"-Bericht zufolge auf geschlechterneutrale Umformulierungen etwa in der österreichischen Hymne. Aus "Heimat bist du großer Söhne" wurde dort bereits am 1. Januar 2012 "Heimat großer Töchter und Söhne". Auch Kanada habe kürzlich eine Änderung seiner Nationalhymne in geschlechterneutrale Sprache beschlossen.

Neben Merkel wandte sich auch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer gegen Änderungen am Hymnentext. "Ich halte von diesem Vorschlag überhaupt nichts", sagte sie am Montag in Berlin. Sie habe als Frau nie den Eindruck gehabt, dass sie mit dieser Hymne nicht gemeint wäre.

höh/AFP

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insgesamt 223 Beiträge
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mariakar 05.03.2018
1. Richtig so. Als ich das heute
Morgen gelesen habe, dachte ich, die spinnen da mal wieder in B. Haben die denn keine anderen Probleme zu lösen, z. B. Altersarmut bei Frauen? Das zu lösen ist viel wichtiger als irgendwelche alten Texte. Und was andere Länder machen interessiert nicht. Dort ist die Altersarmut bei Frauen kein so großes Thema. Deshalb können die sich auch mit solchen Kinkerlitzchen befassen.
Tom Joad 05.03.2018
2. Die Probleme möchte ich mal haben!
Und wer soll dann eigentlich zukünftig als Verfasser unserer Nationalhymne angegeben werden - "Hoffmann von Fallersleben, überarbeitet von Kristin Rose-Möhring"?
horstenporst 05.03.2018
3.
"Vaterland" ist genauso wenig diskriminierend gegenüber Frauen wie "Muttersprache" gegenüber Männern. Mit solchen lächerlichen Forderungen erweisen die Genderextremisten dem Kampf um echte Gleichberechtigung einen Bärendienst.
Abbuzze 05.03.2018
4.
Der Handlungsbedarf geht weit darüber hinaus. Auch sollte das Wort Muttersprache aus dem deutschen Sprachschatz entfernt werden (Elternsprache - ich bin als Vater nicht stumm), und das Verkehrszeichen VZ 239 gehört ebenfalls dringend geändert. Ich möchte auch mit meinem Sohn gemeinsam als Mann den Gehweg nutzen dürfen!
tomquixote 05.03.2018
5. Und sonst noch was?
Also, wenn da etwas geändert wird, müsste man natürlich auch den Ausdruck "Mutterland" abschaffen und vielleicht durch "Elternland" ersetzen - die Kolonien wären dann vielleicht "Kinderländer" oder auch "Nachkommensländer"?
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