Bundestagswahl 2017 Merkel kandidiert für vierte Amtszeit

Angela Merkel will wieder für den CDU-Vorsitz und das Kanzleramt kandidieren. Das sagte sie nach übereinstimmenden Agenturmeldungen in Berlin.

Angela Merkel
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Bundeskanzlerin Angela Merkel will noch einmal als Kanzlerkandidatin antreten. Das gab Merkel am Sonntag bei einer Klausur der CDU-Spitze in Berlin bekannt, wie mehrere Nachrichtenagenturen aus Teilnehmerkreisen erfuhren. Die 62-Jährige kündigte außerdem an, erneut für den Vorsitz der Christdemokraten zu kandidieren.

Merkel hatte zuvor erklärt, dass ihrer Ansicht nach der Parteivorsitz und das Kanzleramt in Personalunion zu führen sind. In den vergangenen Tagen waren immer mehr Unionspolitiker davon ausgegangen, dass sie für beide Ämter erneut antreten wird. Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel machte deutlich, dass er damit rechnet. Ihre neue Spitze wählt die CDU bereits am 6. Dezember beim Bundesparteitag in Essen.

Obama würde sie wählen

Die Bundeskanzlerin ist seit elf Jahren Kanzlerin und Europas dienstälteste Regierungschefin. Sollte sie 2017 zum vierten Mal gewinnen, hat sie die Chance, CDU-Mitbegründer Konrad Adenauer und auch Rekordhalter Helmut Kohl einzuholen. Adenauer war 14 Jahre, Kohl 16 Jahre Bundeskanzler. Noch länger, seit April 2000, hat Merkel das Amt als CDU-Vorsitzende inne.

Trotz der Flüchtlingskrise im vorigen Jahr und ihrer einbrechenden Beliebtheitswerte gilt Merkel als konkurrenzlos in der CDU. International gilt sie nach dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA als Hoffnungsträgerin. Der scheidende US-Präsident Barack Obama nannte sie "zäh" und erklärte bei seinem Abschiedsbesuch am Donnerstag, wäre er Deutscher, würde er sie wählen.

Auch eine Mehrheit der Deutschen wünscht sich einer Umfrage zufolge eine vierte Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). In einer Erhebung des Emnid-Instituts für die "Bild am Sonntag" sprachen sich 55 Prozent dafür aus, dass Merkel nach der Bundestagswahl 2017 als Regierungschefin weitermacht. Gegen eine weitere Amtszeit waren demnach 39 Prozent.

Politik für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen

Die Christdemokraten berieten am Sonntag über einen Leitantrag für den Bundesparteitag Anfang Dezember, der auf Merkel zugeschnitten ist. Der Titel lautet: "Orientierung in schwierigen Zeiten - für ein erfolgreiches Deutschland und Europa". Die CDU will enttäuschte Wähler zurückgewinnen. Nötig seien konkrete Lösungen, "auch wenn ihre erfolgreiche Umsetzung manchmal schwierig ist und Zeit braucht".

Die CDU-Politik soll demnach stärker auf Familien und Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ausgerichtet werden. Man habe in letzter Zeit viel über Randgruppen geredet, nun wolle sich die CDU wieder um den Kern der Gesellschaft kümmern, sagte CDU-Vize Armin Laschet. Eine Flüchtlingskrise wie 2015 soll sich dem Leitantrag zufolge nicht wiederholen. Integrationsverweigerer sollen demnach mit Sanktionen bis hin zu Leistungskürzungen und Ausweisung rechnen.

Im August sagte Merkel beim ARD-Sommerinterview, sie werde "zum gegebenen Zeitpunkt" bekannt geben, ob sie erneut als Bundeskanzlerin antreten wolle. Nach Informationen des SPIEGEL wollte sie ihre Entscheidung eigentlich erst im Frühjahr 2017 der Öffentlichkeit mitteilen. Für Sonntagabend hat Merkel eine Pressekonferenz angesetzt.

irb/vks/AFP/dpa/Reuters

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insgesamt 392 Beiträge
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GSYBE 20.11.2016
1. Merkel kandidiert für vierte Amtszeit
Die Stunde der Wahrheit für den mündigen Bürger: will er noch einmal für 4 Jahre den Bock zum Gärtner machen oder wird er endlich wach?
-wanderlust- 20.11.2016
2. Oh Mann...
Merkel steht für Stabilität und das finde ich gut. Aber unter ihr droht das ganze politische System völlig einzurosten und zu verkrusten. Meiner Meinung nach muss eine Amtszeitbeschränkung her, 16 Jahre Merkel sind 16 Jahre aufgeschobene Probleme.
Furchensumpf 20.11.2016
3.
Und aufgrund fehlender Konkurrenz wird sie es sicherlich auch noch mal werden. Also wieder vier Jahre quasi Stillstand...
Dengar 20.11.2016
4. Der GAU
Dadurch, dass Merkel die Mitte eindampft, indem sie alles absorbiert, was die Parteien von CSU bis Grüne unterscheidbar gemacht hat, werden die Ränder gestärkt. Wer die Versagerin Merkel weghaben will, kann nur noch Linke oder AfD wählen. Der Todesstoß für die Demokratie.
merlin 2 20.11.2016
5. Vielleicht das geringste Übel
Wenn es den Menschen lange Zeit gut geht, aber nur wenig Veränderung eintritt, werden sie unzufrieden. Das Leben auf hohem Niveau ist aber nicht so schlecht, daß man ständig der nächsten Abwechslung hinterherjagen müßte. Im Fernsehen mag das wichtig sein, im Leben ist das Quatsch. Viele haben das noch nicht erkannt. In sofern begrüße ich diese Konstante. Und an alle ewig Meckernden sage ich, Ihr würdet auch mit einem anderen Kandidaten nicht zufriedener sein und auch nicht glücklicher werden - egal wer es ist, egal wer es macht.
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