Kritik an Rentenkampagne Merkel warnt Gewerkschaften vor ungewollter AfD-Hilfe

Die Kanzlerin und der DGB hatten bislang ein gutes Verhältnis. Das könnte sich ändern. Nach SPIEGEL-Informationen ist Angela Merkel verärgert über die aktuelle Rentenkampagne der Gewerkschaften.

DGB-Chef Reiner Hoffmann
DPA

DGB-Chef Reiner Hoffmann


Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) davor gewarnt, ungewollt die AfD zu unterstützen. Nach SPIEGEL-Informationen übte Merkel am Dienstagabend auf einem Treffen des CDU-Präsidiums mit dem DGB-Bundesvorstand scharfe Kritik an der Rentenkampagne der Gewerkschaften. Diese beförderten ohne Not die Angst vor Altersarmut, beklagte Merkel. Nach Angaben von Teilnehmern fragte sie, ob die Gewerkschaften der AfD "in die Hände spielen" wollten. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Der DGB will mit einer Kampagne einen Kurswechsel in der Sozialpolitik erzwingen, dazu gehören Slogans wie: "Rente muss auch morgen reichen!" Die Gewerkschaften fordern, dass das Rentenniveau mindestens auf dem heutigen Stand bleiben müsse. Die DGB-Kampagne lief auch während des Wahlkampfs in Berlin. Das hatte in der CDU-Spitze für Verärgerung gesorgt.

Die Große Koalition will sich bis Ende des Monats auf ein Rentenkonzept einigen. Dabei haben bislang noch nicht einmal CDU und CSU eine gemeinsame Position. Während CSU-Chef Horst Seehofer - auch um die AfD zu bekämpfen - eine höhere Mütterrente fordert, lehnt die CDU dies ab. In der Fraktionsspitze der Union hofft man, dass Seehofers Forderung am Widerstand der SPD scheitert.

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insgesamt 342 Beiträge
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Seite 1
kimmberlie.67 08.10.2016
1. Frau Merkel ist verärgert
aber nur dann wenn dem Arbeitnehmer geholfen werden soll. Aber das ist doch die Aufgabe von Gewerkschaften! Die waren mit Schröder schon ganz dicke und haben zur Agenda 2010 geschwiegen.
i.dietz 08.10.2016
2. Frau Merkel verärgert über DGB-Rentenpläne ?
Diese Meldung ist eine Unverschämtheit ! Uns Bürger/Wähler/Steuer- und Beitragszahler sind schon länger mehr als verärgert - Frau Merkel hat das wohl bis dato nicht nicht bemerkt ! Armselig !
beirette 08.10.2016
3. Ach...
...so rum soll das jetzt laufen? Keine realnotwendige Kritik mehr am politischen System, weil andere das ebenfalls auf ihrer, wie auch immer gearteten Agenda haben? Die Angst vor Altersarmut ist offensichtlich und real. Daher müssen weiterhin diese Probleme thematisiert werden.
curiosus_ 08.10.2016
4. Ist doch schön, wenn...
...man alles was einem in die Parade fährt den vermeintlichen rechten Populisten zuschustern kann. Und dann alle die in die selbe Richtung tendieren in einen Sack stecken und mit der Nazi-Keule draufhauen kann. Das erspart einem unliebsame Sachdiskussionen. Läuft aber heute zum Glück immer weniger.
horneburg 08.10.2016
5. super
Das könnte man ja generell so regeln: Merkel-Kritik hilft der AfD und ist daher zu unterlassen.
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