Werbeagentur für CDU Merkel will mit Jung von Matt Kanzleramt verteidigen

Es ist ein Indiz, dass Angela Merkel noch einmal antritt: Die Kanzlerin plant nach SPIEGEL-Informationen, der Agentur Jung von Matt die CDU-Werbekampagne für die Bundestagswahl zu übertragen.

Sixt-Werbung mit Merkel von Jung von Matt aus dem Jahr 2001
DPA

Sixt-Werbung mit Merkel von Jung von Matt aus dem Jahr 2001

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Die Hamburger Agentur Jung von Matt wird aller Voraussicht nach die Werbekampagne der CDU für die Bundestagswahl 2017 gestalten. Kanzlerin Angela Merkel hat die Werber nach SPIEGEL-Informationen persönlich ausgewählt. Die Entscheidung gilt als weiteres klares Indiz dafür, dass sie sich ein viertes Mal um das Amt der Regierungschefin bewerben wird.

Jung von Matt schlug in einem internen Wettbewerb mehrere Konkurrenten aus dem Feld, unter anderem den Kreativen Lutz Meyer, dessen Agentur Blumberry die erfolgreiche Kampagne für die Bundestagswahl 2013 kreiert hatte. In der CDU-Spitze heißt es, mit Jung von Matt müssten allerdings noch vertragliche Details geklärt werden.

Merkel hatte sich vor rund zweieinhalb Monaten persönlich Ideen für eine Wahlkampagne präsentieren lassen. Allerdings verschob sie die Entscheidung für einen Bewerber immer wieder nach hinten - auch mit der Begründung, dass noch nicht feststehe, ob sie selbst noch einmal als Kanzlerin antreten werde. In der CDU wird fest damit gerechnet, dass sich Merkel spätestens auf dem Parteitag Anfang Dezember erklärt.

Merkel mehrfach auf die Schippe genommen

Nun hat Merkel mit Jung von Matt einer Agentur den Vorzug gegeben, die bisher keine Erfahrung mit Kampagnen für politische Parteien hat. Vor Jahren sagte Agenturgründer Holger Jung in einem Interview auf die Frage, ob er Werbung für politische Parteien machen würde: "Nein, solche Werbung würde für eine Agentur wie uns nach innen und außen fatal wirken. Wir glauben nicht, dass mit Wahlkampfwerbung die Chance groß ist, brillante Kreation zu liefern."

Jung von Matt arbeitete bisher vor allem für Unternehmen, unter anderem für den Autovermieter Sixt. In der Kampagne für Sixt haben die Hamburger Werber Merkel schon mehrfach auf die Schippe genommen.

So entwarfen sie im Jahr 2001 ein Plakat, das zwei Bilder Merkels zeigt. Eines mit ihrer normalen Frisur und eines, auf dem ihr die Haare zu Berge stehen. "Lust auf eine neue Frisur? Mieten Sie sich ein Cabrio", steht unter den Bildern. Als Merkel im Sommer 2013 im Netz für ihren Satz verspottet wurde, das Internet sei ja für alle immer noch Neuland, stellten die Werber auf einem Plakat die Kanzlerin neben einen Geländewagen und titelten: "Für alle, die #Neuland entdecken wollen."

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