Nach Wiederwahl Merkel schickt Putin Gratulation und Mahnung

Wladimir Putin ist mit 76,7 Prozent als russischer Präsident wiedergewählt - und erhält dafür von Kanzlerin Merkel ein Glückwunschschreiben. Der Inhalt: eine Ermahnung.

Angela Merkel
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Angela Merkel


Wladimir Putin ist der neue und alte Präsident in Russland. Die Liste der Gratulanten ist lang, obwohl Beobachter der OSZE die Rahmenbedingungen des Votums kritisch sehen. Nun hat auch Angela Merkel dem russischen Präsidenten zu seiner Wiederwahl gratuliert.

"Heute ist es mehr denn je wichtig, den Dialog untereinander weiterzuführen und die Beziehungen zwischen unseren Staaten und Völkern zu fördern", betonte die Kanzlerin und CDU-Chefin nach Angaben des Bundespresseamtes in ihrem Glückwunschschreiben.

"Auf dieser Grundlage sollten wir uns darum bemühen, wichtige bilaterale wie internationale Herausforderungen konstruktiv anzugehen und tragfähige Lösungen zu finden." Für die kommenden Aufgaben wünschte die Kanzlerin Putin Erfolg.

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Wahl in Russland: Putins Sieg

Die Beziehungen zwischen der Bundesregierung und der Führung in Moskau sind angespannt. Vor allem wegen drei Streitthemen: dem Ukraine-Konflikt, der Rolle Russlands im syrischen Bürgerkrieg und zuletzt wegen des Giftanschlags auf einen russischen Ex-Agenten in Großbritannien, für den London Russland verantwortlich macht.

dop/dpa/AFP



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fixik 19.03.2018
1.
Ich sehe da keine Mahnung. Eine Mahnung wäre auch dumm. Genauso dumm war das Ultimatum von May. Man kann Russland weder ermahnen noch irgendwelche Ultimaten setzen. Dafür ist auch der gesamter Westen nicht stark genug. Und weil das so ist, muss man das sein lassen. Es bringt nichts, zerstört aber die Atmosphäre. Wie will man die Probleme danach angehen, die Merkel hier selber anspricht? Die genannten Probleme sind ja nicht russische Probleme. Das sind sicher auch nicht unsere. Beide Seiten können ewig weiter so machen. Will man aber diese Probleme lösen, muss man zusammenarbeiten. Und hier liegt das Problem mehr beim Westen. Russland redet im normalen Ton. Der Westen noch nicht. May hat letzte Woche vorgelegt. Ultimatum an Russland. Damit wird sie aber scheitern. England hat nichts in der Hinterhand. England hat nicht zum sanktionieren, was Russland beeindrucken würde. Auch Europa hat nichts in der Hand. Das weiß auch Russland. Auch Russland hat nichts in der Hinterhand. Niemand kann den anderen beeindrucken. Also bleibt nur reden übrig. Im normalen Ton. Sonst schaltet der andere auf stur. Und er kann sich das auch leisten.
Spiegel-Reader 19.03.2018
2. Wie kommt man mit dieser Überschrift bei der Chefredaktion durch?
Ich finde es ein sehr ausgewogenes Glückwunschschreiben. Von Mahnung keine spur sondern lediglich konstruktiv.
Wolfgang Porcher 19.03.2018
3. tun was sich gehoert mit Anstand
da ist Frau Merkel beispielhaft. und die männlichen Gross Mäuler in der Politik könnten endlich mal davon lernen
garfield53 19.03.2018
4. mmm
Wenn es so stimmt, die Medien sind ja bekanntlich in Deutschland sehr einseitig und kreativ, was bildet sich Merkel ein, einen von der Mehrheit der Wähler gewählten Präsidenten zu kritisieren, einmal, weil er gewählt wurde und zweitens, weil er eine politische und macht- sowie militärstrategisch andere Sicht auf die Kriegsherde der Welt hat, wie die derzeit eindimensionale Weltsicht der Amerikaner und einiger national-rassistischer geradezu faschistisch zu bezeichneder Führer einiger osteuropäischer Kleinstaaten, welche leider aus militärstrategischen Gründen, rational und logisch nicht erklärbar, unsere "Freunde" sind. Wir haben es nicht geschafft, keine unserer Regierungen der letzten 50 Jahre, sich von dem politischen und militär-strategischen Größenwahn der USA zu emanzipieren, koste es was es wolle und wenn wir damit den Frieden und die kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa gefährden. Wir wissen doch Alle, das sich überal in Russlandl, aber auch bei uns, Selbstdarsteller, politische Hasardeure und willfähige Spieler finden, welche für einen kurzen Auftritt im Scheinwerferlicht und entsprechend gut hornoriert, alles tun. Mit solchen Leuten wurden aus politischen Provokationen "Heisse Kriege", wenn man an den s.g. "Tongking-Vorfall", die kuwaitische "Brutkastenopfer", Sadams "Giftgas" und und und erinnert. Den "Vorfall" mit den von den USA in Aserbaidschan, beim angeblichen Rückbau ein Chemiewaffenfabrik "übernommenen" chemischen Kampfstoffen, ganz zu schweigen. Die Aktionen im Nahen Osten, hilf- und orientierungslos, politische Probleme zwischen den EU-Staaten in bedrohlicher Größenordnung und für die britischen politischen Selbstmörder der Brexit. Da musste eine Charade erster Ordnung her, geile Aktion so kurz vor den Wahlen und ein paar unserer "russischen "Kläffer" durften noch mal die richtig große Bühne bekommen, wenn sie schon in der russischen Realität nicht ernst genommen werden. Natürlich hat Russland, dank unseren fast 30 jährigen ideologischen und wirtschaftlichen Krieges, nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Probleme, nur eines sollten sich alle Kläffer an den Grenzen merken, Russland gesellschaftlich und politisch zu spalten und die vermeintlich "leichte" Beute sich einzuverleiben, geht schon seit über 200 Jahren schief, egal wer die Macht im Kreml hat. Russland ist trotzdem immer mit offenen Armen, kulturell, intelektuell wie wirtschaftlich, Europa entgegen gekommen und was haben wir Europäer gemacht? Eigentlich nur peinlich.
kydianta 19.03.2018
5. konsequent?
Seit Jahren schon bleibt sich die Kanzlerin treu: Mahnungen, Saktionen, Demütigigungen an Putins Adresse. Und weil Putin nun mal Russland represäntiert, richtet sich das alles gegen diesen Herrn im Kreml. Das mag man als konsequent bezeichnen. Man kann es aber auch als langsames Einschleichen einer geistigen Arterioskleore betrachten. Denn zu einer Änderung des russischen Verhaltens hat es erwiesenermaßen nichts beigetragen. Weiter so, Frau Bundeskanzlerin!
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