Baden-Württemberg Merkel soll sich von ihrem grünen "Stalker" distanzieren

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann lobt Merkels Flüchtlingspolitik in den höchsten Tönen - die Kanzlerin lässt es zu. CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf fordert von Merkel ein klares Signal.

Angela Merkel und Winfried Kretschmann (Archiv): Der Grüne verteidigt die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin
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Angela Merkel und Winfried Kretschmann (Archiv): Der Grüne verteidigt die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin


Der CDU-Spitzenkandidat in Baden-Württemberg, Guido Wolf, erwartet von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), dass sie sich vom grünen Ministerpräsidenten des Landes, Winfried Kretschmann, klar distanziert. Das berichtet die Tageszeitung "Welt" unter Berufung auf Teilnehmer einer internen Sitzung des CDU-Landesvorstands.

Kretschmann verteidigt die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin seit Wochen offensiv. In einem Interview hatte er sogar gesagt, er bete täglich für Merkels Gesundheit.

Die Kanzlerin müsse sich gegen die verbalen Umarmungen des Grünen-Politikers öffentlich wehren, forderte Wolf laut der Zeitung in der Vorstandssitzung. "Ich werde der Kanzlerin auch noch einmal persönlich sagen, dass wir ein klares Signal von ihr brauchen", zitieren mehrere Teilnehmer der Sitzung Wolf übereinstimmend.

Wolf selbst fühlt sich laut der Zeitung missverstanden: "Wir haben heute im Landesvorstand darüber gesprochen, dass Winfried Kretschmann in Worten die Nähe der Kanzlerin sucht, in seinen Taten Angela Merkel aber bekämpft. Das beklagt auch die Kanzlerin", sagte Wolf. "Kretschmann bremst beispielsweise bei den sicheren Herkunftsstaaten und blockiert die schnelle Umstellung von Geld- auf Sachleistungen. In den Worten der Bundeskanzlerin könnte man sagen, die grün-rote Landesregierung macht ihre Hausaufgaben nicht."

Nach Informationen der "Welt" hatte sich der Unmut im CDU-Landesvorstand aber nicht nur gegen den grünen Ministerpräsidenten, sondern auch gegen die Kanzlerin gerichtet. "Der Kretschmann stalkt Merkel doch geradezu. Das darf sie sich nicht länger bieten lassen", wird ein Mitglied zitiert.

Am 13. März wird in Baden-Württemberg gewählt, laut Umfragen drohen die Grünen die CDU als stärkste Partei abzulösen.

CDU-Herausforderer Wolf schlug zuletzt gemeinsam mit der in Rheinland-Pfalz wahlkämpfenden Julia Klöckner (CDU) vor, die Politik der offenen Grenzen zu beenden. Flüchtlinge sollten nur noch in Tageskontingenten aufgenommen und in Grenzzentren untergebracht werden. Merkel lehnt die vorgeschlagene Kurskorrektur strikt ab.

sun

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