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Aussetzer beim IT-Gipfel: Spott über Merkels Suche nach dem F-Wort

Kanzlerin Merkel beim IT-Gipfel: "Das war was ganz einfaches!" Zur Großansicht
REUTERS

Kanzlerin Merkel beim IT-Gipfel: "Das war was ganz einfaches!"

Uups, was war denn da los? Ein Aussetzer von Angela Merkel beim IT-Gipfel in Hamburg sorgt für Erheiterung im Netz. In ihrer Rede über die digitale Zukunft hatte die Kanzlerin komplett den Faden verloren.

Hamburg - Die Reden von Angela Merkel gelten zwar normalerweise als nicht gerade mitreißend - ihr Manuskript spult die Kanzlerin aber in der Regel souverän herunter. Anders auf dem IT-Gipfel in Hamburg am Dienstag. Als Merkel über die digitale Agenda sprach, ereilte sie plötzlich ein Blackout.

Dabei suchte die Kanzlerin gar nicht nach einem besonders komplizierten Fremdwort aus der an besonders komplizierten Fremdwörtern nicht armen IT-Branche. Nein, es war der Begriff "Festnetz", der ihr partout nicht einfallen wollte. Eine gefühlte Ewigkeit rang die Kanzlerin mit ihren Worten.

Und wie es so ist in der IT-Gesellschaft: Inzwischen ist der Aussetzer als Video im Netz zu sehen. Und sorgt für entsprechende Reaktionen.

"Für Merkel ist das #Festnetz wohl auch #Neuland. Zum fremdschämen!" twittert ein Nutzer in Anspielung auf Merkels mittlerweile legendären Satz "Das Internet ist für uns alle Neuland". Auf YouTube lästert ein Nutzer: "Mutti hat wohl Schwierigkeiten sich in Neuland zurechtzufinden." Andere können der kleinen Redepanne auch etwas Sympathisches abgewinnen. "Huahhh! 'Festnetz... Festnetz' Merkel kann auch komisch...", twittert jemand.

Merkel hatte eigentlich über den Netzausbau sprechen wollen - ein sensibles Thema. Schnelle Netze für jedermann, das kostet viel Geld. Wirtschaft und Politik streiten darüber, wer dafür auf welche Weise aufkommen soll.

Die Szene, die für so viel Heiterkeit im Netz sorgt: Sie habe gerade noch mit Timotheus Höttges, dem Vorstandschef der Telekom über das Thema gesprochen, erklärt Merkel in ihrer Rede. Höttges, der den Auftritt im Publikum verfolgt, habe ihr die "Drei F des Netzausbaus" nahegelegt, so die Kanzlerin weiter - und fängt an, diese aufzuzählen: "Frequenzen, Förderung…".

Stille.

"Was war das dritte, Herr Höttges?", fragt sie und winkt kurz darauf ab. "Er weiß es wohl selber nicht mehr". Ungeduldig sucht Merkel weiter nach dem Wort. "Das war was ganz einfaches!" sagt sie. Dann endlich fällt es ihr ein. "Festnetz!" ruft sie erleichtert. Im Publikum löst sich Applaus, auch vom Telekom-Chef.

Im Nachhinein dürfte kaum jemand verstehen, warum ausgerechnet "Frequenzen, Förderung, Festnetz" das Rezept für schnellen Netzausbau sein sollen. Aber wenigstens die Kanzlerin konnte sich über eine Rede freuen, die in Erinnerung bleiben dürfte.

idt/amz

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insgesamt 238 Beiträge
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1.
Immanuel_Goldstein 22.10.2014
Aber Hauptsache, die Heute-Show aus dem Deutschen Bundestag auszuschließen, damit bloß nichts vom Bundesdilettantismus ans Tageslicht kommt, was die Bevölkerung über ihre Vertreter und Diener aufklären könnte. Es ist beschämend.
2.
drittaccount 22.10.2014
den "Aussetzer" hat sie doch wirklich Klasse gemeistert ... wenn überhaupt, ist der Höttges, der es ja selber micht mehr weiß, der Schuldige an was auch immer.
3. So oder so ...
Toncontin 22.10.2014
... eine Veranstaltung bei der Blinde sich über Farben austauschen. Wie im letzten Absatz schon zu lesen ist, "Forschung, Frequenzen, Festnetz", kein Mensch weiß, an welcher Stelle das zusammenpasst und den Netzausbau vorantreiben soll. Ein Trauerspiel.
4. Die drei F's
Humboldt 22.10.2014
mmh, wir alle kennen doch alle die drei F's spätestens seit Herrn Markworts Focuswerbung! und dessen Titanic-Pondon :-) Und nie an den Leser denken!
5. Das hilflose Gestottere entspricht doch genau ihrer Netzpolitik
cheechago 22.10.2014
Merkel hat den Breitbandnetzausbau zur Chefsache gemacht und damit ruiniert, geichzeitig versucht sie die digitale Selbstbestimmung der Bürger einzukassieren (s. NSA) - mir fällt dazu auch ein F-Wort ein , ist nur keins von den 3 die Höttges ihr eintrichterte.
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