Stralsund Unbekannte legen Grabkerzen und Rosen vor Merkels Wahlbüro ab

In der Nacht zu Freitag waren Polizisten vor Angela Merkels Büro in Stralsund im Einsatz: Sie entfernten Grabkerzen und rote Rosen, die Unbekannte dort hinterlassen hatten - womöglich aus Protest gegen die Flüchtlingspolitik.

Angela Merkel
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Offenbar aus Protest gegen die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) haben Unbekannte 14 Grabkerzen und mehrere rote Rosen vor ihrem Wahlkreisbüro in Stralsund aufgestellt. Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern fand eigenen Angaben zufolge auch vier Bilder von jungen Frauen, die kürzlich Opfer von Gewalttaten geworden waren. Für die Taten wurden unter anderem Flüchtlinge verantwortlich gemacht.

Auf dem Gehweg vor Merkels Büro sei zudem die Frage "Der Islam gehört zu Deutschland?" geschrieben worden, meldete die Polizei. Die Beamten wurden demnach gegen 23.30 Uhr von Zeugen informiert und entfernten anschließend die Gegenstände. Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen auf und prüft, ob eine Straftat vorliegt.

Wenige Stunden vor diesem Zwischenfall hatte das Freiburger Landgericht einen Flüchtling aus Afghanistan für den Mord an der Studentin Maria L. zu lebenslanger Haft verurteilt. Maria war einer der Namen auf den Schildern vor dem Wahlkreisbüro.

Um den Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" ist in den vergangenen Tagen wieder Streit entbrannt (eine Chronik zu diesem Satz lesen Sie hier). Merkel hatte ihn wiederholt und damit klar ihrem neuen Innenminister Horst Seehofer widersprochen. Seitdem gibt sich die CSU in der Islamdebatte hart.

aar/dpa

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