Merkel und die CDU Erneuern müssen andere

Die CDU sagt Ja zur GroKo und bejubelt ihre Generalsekretärin. Angela Merkel hat das Beste aus ihrer schlechten Position gemacht. Aber für die Erneuerung der Partei wird sie keine Rolle mehr spielen.

Merkel, Kramp-Karrenbauer
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Merkel, Kramp-Karrenbauer

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Natürlich haben sich die Delegierten nach Angela Merkels Rede von ihren Plätzen erhoben und ihrer Vorsitzenden lange applaudiert. Das gehört sich so bei der CDU für die Kanzlerin, selbst wenn sie das im Moment nur geschäftsführend ist.

Aber der Beifall auf dem Parteitag wirkte genau so: pflichtschuldig. Und längst nicht alle standen auf. Manche Christdemokraten klatschten auch gar nicht.

Die scheidenden Minister Thomas de Maizière und Hermann Gröhe wurden dagegen gefeiert. Und wahre Begeisterungsstürme erntete die bisherige saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrer Bewerbungsrede als Generalsekretärin.

Merkel ist auch weiterhin die Chefin in der CDU. Nicht nur nominell als Parteivorsitzende. Und falls die SPD-Mitglieder für den Koalitionsvertrag mit der Union stimmen, wird sie wohl noch vor Ostern abermals zur Bundeskanzlerin gewählt. Das würde ihre Position stärken.

Aber die Zukunft der CDU, das hat dieser Parteitag gezeigt, liegt in anderen Händen.

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Die Erneuerung der Partei, die nach bald 18 Jahren unter Vorsitz Merkels dringend notwendig ist, werden andere vorantreiben. Politiker, die sie gerade selbst befördert hat: Kramp-Karrenbauer, die designierten Kabinettsmitglieder Jens Spahn und Julia Klöckner. Vielleicht junge Ministerpräsidenten wie Daniel Günther aus Schleswig-Holstein und Michael Kretschmer aus Sachsen. Auch den nordrhein-westfälischen Regierungschef Armin Laschet sollte man auf der Rechnung haben.

Eine Chefin auf Abruf

Auch Merkel sprach auf dem Parteitag über die Erneuerung der CDU. Aber nichts davon zündete. Nicht nur für ihre Kritiker ist Merkel nach so vielen Jahren an der Parteispitze und im Kanzleramt eine reine Machtpragmatikerin. Wenn sie über die Neuvermessung der Partei spricht, wirkt es fast so, als höre niemand mehr zu.

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Ganz anders bei der neuen Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer. Oder bei Spahn, der im Gegensatz zu der Saarländerin eher eine Hoffnungsfigur der Konservativen in der CDU ist.

Ob Kramp-Karrenbauer, Spahn & Co. angesichts der sich verändernden politischen Landschaft in Deutschland die richtigen Konzepte für die CDU haben? Das weiß heute niemand - zumal sich ja auch manche ihrer Ideen widersprechen. Aber sie machen der Partei, die zu einer Art Kanzlerwahlverein wie zu Zeiten Helmut Kohls verkümmert ist, ein Angebot.

Und genau das unterscheidet sie von Merkel.

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Bananenschale 27.02.2018
1. Fr. Dr. Merkel ...
... stand und steht nie für Inhalte und somit auch nicht für eine ( inhaltliche ) Erneuerung. Es ist ihr zuzutrauen, daß i.U. zu anderen ohne Blessouren den Weg aus ihrem Amt findet. Ich wüßte für sie eine Anschlußverwendung: Generalsekretärin der UN. In der Position könnte sie wirklich was bewirken. Ich stell mir das schon BILDlich vor: "Hurra! Wir sind UN!"
joG 27.02.2018
2. Erneuerung? 99 Prozent für...
....KK die erneuern soll? Das erinnert mich an Einen, der auszog Merkel das fürchten zu lehren. Aber Der hatte 100 Prozent.
peter.gruebl 27.02.2018
3. Erneuerung, Erneuerung, Erneuerung
Bei den Journalisten scheint eine neue Krankheit ausgebrochen zu sein. Die Erneueritis. Jetzt wird sogar von einer konservativen Partei, die eigentlich für das Bewahren steht, gefordert sich zu erneuern. Das ist genauso falsch wie der Satz: Die große Koalition ist abgewählt worden. Koalitionen werden nicht gewählt, die drei können wieder zusammen eine Koalition mit Mehrheit bilden und Groß ist bei knapp über 50% auch nichts mehr. Ich brauche für meinen Browser jetzt einen Filter, der alle Artikel wegfiltert, in denen Erneuerung steht. Zu den Parteien kann man nur sagen, wer nicht vor hat zu regieren, der soll bitte bei der nächsten Wahl nicht antreten.
wunderlichewelt 27.02.2018
4. Darf man fragen?
Was bitte, wenn es nicht zu anmaßend ist zu fragen, was bitte hat die geschäftsführende Kanzlerin in den kommenden Jahren noch vor, wofür sie nicht schon 12 lange Jahre Zeit gehabt hätte? Und was bitte ist an einem nahezu perfekten Wahlergebnis von fast 100 Prozent für KK so bombastisch, da es doch nicht einen - NICHT EINEN - Gegenkandidaten gab? Ereignet sich solches in China, in Nordkorea, dann brandmarkt man das als typisches Ergebnis in autoritär verfassten Staaten. In der Zwischenzeit wünsche ich mir die Zeiten Kohls zurück, da gab es wenigstens noch einen Hauch von Aufstand in der CDU. Möge die Basis der SPD klug entscheiden...
vonschnitzler 27.02.2018
5. aber so so muss es doch sein
Das Gestalten, die Erneuerung müssen doch dann die neuen Leute übernehmen. Alles andere wäre unglaubwürdig.
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