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70. Jahrestag des Kriegsendes: Putins Einladung bringt Merkel in Bedrängnis

Putin und Merkel: Heikle Einladung aus Moskau Zur Großansicht
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Putin und Merkel: Heikle Einladung aus Moskau

Am 9. Mai feiert Russland den 70. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland. Wladimir Putin hat nach SPIEGEL-Informationen Angela Merkel eingeladen. Manche EU-Staaten haben ihre Teilnahme wegen des Ukraine-Konflikts bereits abgesagt.

Hamburg/Moskau - Russlands Präsident Wladimir Putin hat Kanzlerin Angela Merkel eingeladen, an den Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag des Kriegsendes in Europa teilzunehmen. Die Parade zum "Tag des Sieges" findet am 9. Mai in Moskau statt. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Die Einladung erfolgte nach SPIEGEL-Informationen schon im vergangenen Sommer – und bringt Berlin nun in Schwierigkeiten. Die baltischen Staaten haben bereits abgesagt; auch Polens Präsident Bronislaw Komorowski will nicht in die russische Hauptstadt reisen. Angesichts des Konflikts in der Ukraine hat der polnische Außenminister Grzegorz Schetyna Anfang der Woche den europäischen Staats- und Regierungschefs nahegelegt, der Feier in Moskau ebenfalls fernzubleiben.

Polen streitet mit Russland schon länger über dessen Verdienst am Sieg über Nazi-Deutschland. Komorowski hat eine eigene Veranstaltung zum "Tag des Sieges" für den 8. Mai auf der Westerplatte bei Danzig vorgeschlagen; mit dem deutschen Beschuss der Halbinsel begann 1939 der Zweite Weltkrieg. Moskau hat den Vorschlag scharf kritisiert. Er wundere sich, dass Polen einen Tag des Sieges ausrichten wolle, obwohl es doch keinerlei Siege errungen habe, sagte der Chef der Kreml-Verwaltung, Sergej Iwanow.

Die unterschiedlichen Gedenkdaten - 8. und 9. Mai - gehen auf eine Panne bei der Übermittlung des Textes der "Kapitulationserklärung" 1945 zurück. Die Wehrmacht unterzeichnete das Dokument erst am 9. Mai, obwohl die Kapitulation am 8. Mai um 23.01 Uhr in Kraft trat – was nach Moskauer Zeit wiederum dem 9. Mai entsprach.

Weder bei Merkel noch bei Bundespräsident Joachim Gauck ist bisher eine Einladung aus Polen eingetroffen. Gauck ist für den 8. Mai bereits verplant: Er will eine Kriegsgräberstätte in Brandenburg besuchen und dort der gefallenen sowjetischen Soldaten gedenken. Merkel könnte allerdings erst nach Danzig und dann nach Moskau fliegen. Sie hat schon 2010 an der Moskauer Siegesfeier teilgenommen. Damals war die Veranstaltung unumstritten.

Ob Merkel jetzt die Einladung annimmt, hält das Kanzleramt geheim.

(Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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insgesamt 228 Beiträge
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1.
hansihofer33 07.02.2015
Es wäre erbärmlich dieses Ereignis abzusagen. Die Befreiung von den Nazis ist wichtiger als das zwanghafte Pochen auf die Territoriale Integrität des Kunstgebildes Ukraine, dessen östliche Bürger von Kiew nichts mehr wissen wollen.
2. ......
Acalot 07.02.2015
"Er will eine Kriegsgräberstätte in Brandenburg besuchen und dort der gefallenen sowjetischen Soldaten gedenken." Er könnte auch auf eine Kriegsgräberstätte der Deutschen gehen.....ach nein....
3. nein
nervenzusammenbruch 07.02.2015
da darf sie nicht hingehen. ihre verbrüderung mit diesem Feind europäischem Friedens ist schon weit genug gegangen. zum gedenken des Endes des wk2 Darf nicht dem man hofiert werden der wieder Krieg nach Europa gebracht hat
4. da muss sie zusagen
dasagich 07.02.2015
das Ziel ist doch den Kontakt zu halten.
5. Das geht ja wohl nicht
Schlaflöwe 07.02.2015
Frau Merkel kann doch nicht an einer Siegesfeier der Roten Armee teilnehmen, während Putin in der Ostukraine (die er Neurussland nennt), Tausende Menschen töten lässt. Bisher schon mehr als 5000.
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