Streit mit den USA Merkel weist US-Kritik an hohem Handelsüberschuss zurück

Donald Trump wirft der Bundesregierung schon lange unfaire Handelspraktiken vor, dies hat er auch auf dem G7-Gipel bekräftigt. Eine ungleiche Rechnung, betonte nun Bundeskanzlerin Merkel.

Angela Merkel
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Angela Merkel


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Kritik von US-Präsident Donald Trump am hohen deutschen Handelsüberschuss zurückgewiesen. Merkel sagte beim Wirtschaftstag des CDU-nahen Wirtschaftsrats, bei der Berechnung werde nur der Warenaustausch mit einbezogen, nicht aber Dienstleistungen. Würden Dienstleistungen mit zählen, hätten die USA einen großen Handelsüberschuss.

Auf diesen Punkt haben mehrfach auch deutsche Ökonomen verwiesen. Merkel betonte außerdem, die deutschen Direktinvestitionen in den USA seien höher als umgekehrt.

Mit Blick auf den Handelskonflikt mit den USA und dem Eklat auf dem G7-Gipfel sagte Merkel: "Wir sind herausgefordert." Europa müsse nun geschlossen reagieren.

Am Wochenende auf dem G7-Gipfel waren die gegensätzlichen Positionen der Europäer, Japaner und Kanadier sowie der USA in der Handelspolitik aufeinandergeprallt. US-Präsident Trump verteidigte seine Zusatzzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte. Trump erwägt auch Strafzölle auf Autos. Merkel sagte, Europa müsse nun wie die USA zunächst untersuchen, wie sich die Autozölle auswirkten. Es komme dann darauf an, mit den USA zu sprechen, bevor wieder agiert werde.

bam/dpa



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Heinrich52 13.06.2018
1. Lüge
Entweder lügt Frau Merkel oder ist sie blind. Herr Trump ist Geschäfts mann ,er kann wirtschaftliche Daten lesen. Wenn die USA diese vorteile hätte, würde Trump so nicht vorgehen. Ich muss auch sagen, ich weiß nicht was für US Waren auf den deutschen Markt sind, finde ich vergebens. Alles ist Made in China oder korea oder Japan aber nicht Made in USA. Dann soll doch mal Frau Merkel sagen was für Dienstleistungen wir Deutsche den USA leisten??? Das sind doch nur ausreden. Wir Deutsche haben in der Wirtschaft die USA überflügetl wir sind gobaler als die Amerikaner. Außerdem zum glück haben das unsere Nachbarn noch nicht gemerkt, dass wir auf deren Kosten mit Dumpinglöhnen reicher geworden sind .Das macht uns reich weil die Herrstelluungskosten unserer Produkte billiger sind als die der anderen Länder. Ich kann mich noch erinnern vor Jahren als Herr Schäuble gepredigt hatte dass die Lohnkosten gesenkt werden müssen um wirtschaftlich erfolgreicher zu werden. Übrigens hat Herr Trump gesagt dass der Handelsüberschuß 140 Milliarden Doller ausmacht, und das soll durch Dienstleistungen wieder wettgemacht worden sein??? Das muss man hier mal erklären. Der Handelsüberschuß der chinesen ist in den USA noch größer, als die der Deutschen und die bekennen das und haben mit Trump einen Deal gemacht. Warum wir Deutsche nicht????
Thomas Schröter 13.06.2018
2. Investitionsoffensive statt dämliche Debatten
Gigantische Haushaltsüberschüsse, zerbröselnde Infrastruktur, deshalb scheiternde Energiewende und vermurkste Großprojekte, fragwürdiges Bildungssystem in dem immer noch nicht die Persistenz vermittelter Kompetenzen gemessen werden, deshalb scheiternde Integration der Zuwanderer. Statt Zuwanderer mit Bildungsverpflichtung und umfassenden Bildungsangeboten herauszufordern - vielfach Leerlauf. Wenn Merkel endlich mal die nötigen Hausaufgaben angehen würde statt mit untätiger Raute herumzu schwadronieren würde sich der Streit mit den USA von selbst erledigen. Stimmt habe ich vergessen: Kompetentes Personal könnte der eigenen Position gefährlich werden und muß deshalb rechtzeitig neutralisiert und entsorgt werden. Nur so kann der eigene Dauermachtanspruch gesichert werden. Koste es was es wolle.
lepuslateiner 13.06.2018
3. Falscher ort
Die "Verkündung" derartiger Umstände beim CDU-Wirtschaftsrat ist so wirkungslos und ineffizient "wie ein Kropf", als ob sich US-Medien - geschweige das "Weiße Haus" bis hin zum GRÖPRÄS für solche geradezu internen Verlautbarungen interessieren würde. Leider muss ich auch SPON mit einbeziehen - dass ich ein regelmäßiger Leser bin - geschenkt ! Trump's Aufmerksamkeit kann man versuchen zu gewinnen, wenn man mit gleicher Attitüde wie er auftritt : lautstark - polternd - die Wahrheit leicht, mittelschwer bis völlig (siehe Trump's Lüge zum G7-Foto ! oder die angeblich bereits angelaufene Denuklealisierung Nordkoreas) "in die Tonnen treten". Sein Ohr findet nur, wer ihm gezielt - kontinuierlich - kräftig entgegen tritt ! - vor allem ÖFFENTLICH. Einwendungen im "diplomatischen" Hinterzimmer bzw. "unter vier Augen" : NUTZLOS !! dann wird sich in seiner persönlichen tfl. Presseschau vielleicht etwas finden lassen.
nofreemen 13.06.2018
4. Trump spricht von Sichtbarem, Merkel von Unsichtbarem
Man fängt an sich zu winden und stemmen wo und wie es nur geht. Dienstleistung ohne Ware gibt es eben nicht. Ware ohne Dienstleistung schon eher. Merkel und Trump tragen verschiedene Brillen und wenn man etwas sehen will das gar nicht da ist, da hilft es schon die Gläser zu reinigen.
anselmwuestegern 13.06.2018
5.
Wie ist der Begriff Dienstleistung definiert? Ist das Entwickeln einer Software oder die Produktion eines Films eine Dienstleistung? Ich würde Software und Film als Ware betrachten. Die Verteiler wir uci oder Netflix verstehe auch ich als Dienstleister. Ebenso das Bereitstellen von Plattformen wie Dropbox, eBay oder Facebook. Ist deren Anteil an der Wertschöpfung inzwischen schon so gross? Den Verkauf von Lizenzen wie bei jedem Windows-Rechnet könnte man leicht verzollen. Bei den anderen Angeboten müssen sich die Fachleute mich etwas einfallen lassen. Sind die Europäer wirklich nicht in der Lage, den Amerikanern vergleichbare Angebote entgegen zu setzen?. OK, Autos wurden mehr oder weniger zeitgleich entwickelt, auch wenn wir gerne Benz als den ersten ansehen, weil die anderen Kutschen motorisiert haben. Die Erfinder mussten einander keine Lizenzen zahlen, das wäre heute dank der Geschwindigkeit des Informationsflusses so nicht mehr möglich. Da gibt es noch viel für die Eurokraten zu tun.
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