Nach ausländerfeindlichen Übergriffen Kanzlerin Merkel will Chemnitz besuchen - aber erst im Oktober

Als bislang einziges Mitglied der Bundesregierung hat Familienministerin Giffey die Stadt Chemnitz nach den Krawallen besucht. Nun hat sich Angela Merkel angekündigt. Einen konkreten Termin gibt es nicht.

Angela Merkel
ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

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Nach ausländerfeindlichen Übergriffen und Protesten gegen die Flüchtlingspolitik will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Stadt Chemnitz besuchen. Merkel habe einen solchen Besuch in den vergangenen Tagen in einem Telefonat mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) angekündigt, sagte eine Sprecherin der Stadt Chemnitz. Im Oktober sei ein Bürgerdialog zum Thema Zuwanderung geplant. Dazu habe Ludwig die Kanzlerin eingeladen. Einen konkreten Termin gebe es noch nicht.

Als einziges Mitglied der Bundesregierung hatte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey bislang Chemnitz besucht. Die SPD-Politikerin legte an einem Gedenkort einen Blumenstrauß mit sechs weißen Rosen nieder. Anschließend verharrte sie an der Stelle, an der Daniel H. am vergangenen Sonntag niedergestochen worden war.

In Chemnitz war Ende August ein Deutscher erstochen worden. Deswegen sitzen ein Iraker und ein Syrer in Untersuchungshaft, nach einem dritten Tatverdächtigen wird gefahndet. Nach der Tat war es zu Demonstrationen von Rechtsgerichteten, Neonazis und Gegnern der Flüchtlingspolitik sowie zu Gegenprotesten gekommen.

Am Montag hatte es unter dem Motto #wirsindmehr ein Protestkonzert in der Stadt gegeben. Vor mehr als 65.000 Menschen spielten Die Toten Hosen, Kraftklub, Marteria und Casper und andere Bands vier Stunden lang. Laut Polizei blieb es friedlich. Geplante Gegenveranstaltungen des ausländer- und islamfeindlichen Bündnisses Thügida und der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz waren untersagt worden.

bam/dpa



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