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Angelnde Politiker Ganz dicke Fische

Politiker beim Angeln: Und danke für den Fisch
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AP

2. Teil: Merkel und der Angelschein

Frau Merkel hatte übrigens vor nicht allzu langer Zeit Kontakt zum Fisch. In einer Sonntagszeitung bestaunte sie einen mächtigen Karpfen aus dem See eines Fischers ihrer Heimat. In Erinnerung ist auch ein frühes Foto auf einem Kutter, auf dem die junge Merkel zwei Flundern in den Händen hält.

Angeln, so fuhr die Kandidatin fort, sei ein wichtiger Faktor für Wirtschaft und Wachstum, und "gerade in der dramatischen Lage, in die Rot-Grün unser Land gebracht hat, gilt es solche Bereiche zu stärken". Beim Kormoran, dieser fliegenden Geißel der fischenden Menschheit, diesem Beelzebub des Baches, diesem Mordgesellen der Meere, da zeichnete sich bei Schröder und Merkel eine Große Koalition ab, auch wenn am Kormoran bei Merkel irgendwie wieder die SPD schuld war. Die CDU-Chefin hielt die Kormorane "wirklich" für ein "ernsthaftes Problem", vor allem, weil "besonders in den rot-grün regierten Ländern keinerlei Verständnis für die Fischer" zu erkennen gewesen sei. Durch Regierungswechsel habe sich in diesen Ländern aber schon vieles zum Besseren gewendet. Schröder wiederum verwies mit Stolz auf das zu dieser Zeit just in schwarze Hände gefallene Nordrhein-Westfalen, in dem selbstverständlich noch die SPD-geführte Regierung auf die Notwendigkeit eines europaweiten "Kormoran-Managements" hingewiesen habe.

Als Merkel schließlich dem verhinderten Fischer Schröder das Amt abgeluchst hatte, zeigte sie sich für eine Homestory in der "Bild am Sonntag" einmal mit einem Karpfenzüchter in Mecklenburg-Vorpommern. Sie steht da in einer, nun ja, schmucklosen Hose und Turnschuhen und schaut auf den Spiegelkarpfen, als sei er vom Mars. Auf einem anderen Foto, viele, viele Jahre früher, hat sie sich, damals noch als Kohls Mädchen in einem bäuerlichen Kleid und einer kessen Kurzhaarfrisur in einer Fischerkate auf Rügen, zu Hause in ihrem Wahlkreis fotografieren lassen. Das ist ein beinahe ikonografisches Bild von einer intensiv dichten Atmosphäre.

Ködern, anfüttern, verführen

Merkels Gespür für Macht hat die heutige Kanzlerin übrigens in jungen Jahren in den Besitz eines Angelscheins gebracht. Merkel kommt aus Hohenwalde am See, dort, wo sie noch heute ihre Datsche hat. Und die kleine Angela wollte unbedingt ein eigenes Boot auf dem See haben. Nun war es in der DDR aber so geregelt, dass man das Recht für ein Boot auf dem See nur bekam, wenn man im Besitz eines Angelscheins war, also Mitglied im örtlichen Angelverein. Also besorgte sich die kleine Angela einen Angelschein für den See, indem sie Mitglied im Angelverein wurde, und weil sie den nun schon mal hatte, beschloss sie auch gleich noch, stellvertretende Vorsitzende des örtlichen Angelvereins zu werden, oder Schatzmeisterin, die Darstellungen gehen da etwas auseinander. Fest aber steht, dass Merkel mit ihrem Dasein im Angelverein nicht anders umgegangen ist als später mit der CDU: Wenn schon dabei, dann ganz vorne. Im Angelverein, in der CDU. Wenn ich ein Boot will, muss ich in den Angelverein. Und wenn ich Kanzlerin werde möchte, muss ich erstmal Vorsitzende dieser CDU werden. Der Verein ist verschieden, das Muster identisch.

Eine Kanzlerin mit Angelschein. Deutschland ist weiter, als manche glauben.

Warum zeigen sich Politiker gerne beim Angeln oder mit Fischen? Es gibt möglicherweise eine unterschwellige Seelenverwandtschaft zwischen dem Fischer und dem Politiker. Johannes Rau, einer der erfolgreichsten deutschen Politiker, wurde immer ehrfürchtig der "Menschenfischer" genannt. Der Politiker muss den Wähler ködern, er muss ihn anfüttern, verführen, überzeugen, überlisten.

Bei näherer Betrachtung hat das Angeln eine Menge mehr mit der Politik zu tun, als es auf den ersten Blick scheint. Vor allem deshalb, weil man hier wie da meistens nichts fängt.

Der Text ist ein Auszug aus Christoph Schwennickes Buch "Das Glück am Haken - Der ewige Traum vom dicken Fisch", das dieser Tage bei Droemer erschienen ist.

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insgesamt 16 Beiträge
klangholz 23.08.2010
Erst "Musikgeschmack der Politiker" jetzt "angelnde Politiker" Was habt ihr denn noch alles auf Lager fürs Sommerloch? sportliche Politiker essende Politiker sammelde Politiker Auto fahrende Politiker [...]
Erst "Musikgeschmack der Politiker" jetzt "angelnde Politiker" Was habt ihr denn noch alles auf Lager fürs Sommerloch? sportliche Politiker essende Politiker sammelde Politiker Auto fahrende Politiker ... Verschont uns mit solchem Schwachsinn! Sind euch diese Artikel nicht peinlich?
sappelkopp 23.08.2010
...fahren eigentlich unsere Politiker. Nach dem Angeln und den Urlaubsreisen und dem Musikgeschmack nur folgerichtig. Nur komisch, dass so einen Quark niemand bei einem Nachrichtenmagazin lesen möchte.
...fahren eigentlich unsere Politiker. Nach dem Angeln und den Urlaubsreisen und dem Musikgeschmack nur folgerichtig. Nur komisch, dass so einen Quark niemand bei einem Nachrichtenmagazin lesen möchte.
heuwender 23.08.2010
Dumme Politiker habt ihr noch vergessen,denn die sind in der Überzahl.
Zitat von klangholzErst "Musikgeschmack der Politiker" jetzt "angelnde Politiker" Was habt ihr denn noch alles auf Lager fürs Sommerloch? sportliche Politiker essende Politiker sammelde Politiker Auto fahrende Politiker ... Verschont uns mit solchem Schwachsinn! Sind euch diese Artikel nicht peinlich?
Dumme Politiker habt ihr noch vergessen,denn die sind in der Überzahl.
Leser49 23.08.2010
Die Fische, die Angela Merkel hält, sind keine Flundern, sondern Steinbutte. Das sieht man an den "Pickeln" und an der Form. Und was soll wohl Präsident Bush ködern, wenn er einen "Köderfisch" einfach so ins [...]
Die Fische, die Angela Merkel hält, sind keine Flundern, sondern Steinbutte. Das sieht man an den "Pickeln" und an der Form. Und was soll wohl Präsident Bush ködern, wenn er einen "Köderfisch" einfach so ins Wasser wirft? Wie fängt er dann den geköderten Fisch? Was Bush ins Wasser wirft ist höchstwahrscheinlich ein "untermaßiger", ein zu junger, zu kleiner Fisch. Wenn man so gar keine Ahnung hat vom Angeln, warum darf man dann bei Spiegel Online darüber schreiben?
Abgesehen vom fehlenden Fachverstand des Autors sehen Sie hier doch auch keine richtigen Angler, sondern eine Mischpoke langweilender Selbstdarsteller.
Zitat von Leser49Die Fische, die Angela Merkel hält, sind keine Flundern, sondern Steinbutte. Das sieht man an den "Pickeln" und an der Form. Und was soll wohl Präsident Bush ködern, wenn er einen "Köderfisch" einfach so ins Wasser wirft? Wie fängt er dann den geköderten Fisch? Was Bush ins Wasser wirft ist höchstwahrscheinlich ein "untermaßiger", ein zu junger, zu kleiner Fisch. Wenn man so gar keine Ahnung hat vom Angeln, warum darf man dann bei Spiegel Online darüber schreiben?
Abgesehen vom fehlenden Fachverstand des Autors sehen Sie hier doch auch keine richtigen Angler, sondern eine Mischpoke langweilender Selbstdarsteller.
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Zum Autor
Maurice Weiss / Ostkreuz
Christoph Schwennicke, Jahrgang 1966, ist Autor und stellvertretender Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros. Er studierte Germanistik, Politikwissenschaften und Journalistik und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Danach arbeitete er für verschiedene Tageszeitungen, unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung". 2007 wechselte er zum SPIEGEL.

Buchtipp

Christoph Schwennicke:
Das Glück am Haken
Der ewige Traum vom dicken Fisch.

Droemer Knaur; 238 Seiten; 16,99 Euro.

Einfach und bequem: Direkt im SPIEGEL-Shop bestellen.






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