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Flüchtlingsunterkünfte: Brandsatz im Münsterland, Schlägereien in Schwaben

Demonstration in Dreieich: "Wir sind alle gleich" Zur Großansicht
DPA

Demonstration in Dreieich: "Wir sind alle gleich"

Im Münsterland haben Unbekannte vor einer Flüchtlingsunterkunft einen Brandsatz gelegt. In Schwaben gab es Schlägereien zwischen Algeriern und Syrern, im hessischen Dreieich gingen 700 Menschen gegen Rassismus auf die Straße. Der Überblick.

  • In Ascheberg im nordrhein-westfälischen Kreis Coesfeld kam es am frühen Samstagmorgen zu einem Angriff auf eine Asylbewerberunterkunft. Deren Bewohner blieben unverletzt, als eine Plastikflasche mit brennbarer Flüssigkeit etwa einen Meter vor der Hauswand angezündet wurde. Polizisten löschten die knapp zwei Meter hohen Flammen, bevor sie auf die angrenzenden Gebäude übergriffen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen, die Polizei sucht noch nach Zeugen.

  • In der Nacht zum Samstag wurde zudem eine Flüchtlingsunterkunft im hessischen Schmitten (Hochtaunuskreis) mit Farbkugeln beschossen. Die Farbkugeln wurden vermutlich aus einer Paintball-Waffe abgefeuert. Für die Bewohner der Unterkunft bestand nach Angaben der Polizei zu keiner Zeit eine Gefahr.

  • Im hessischen Dreieich haben am Samstag etwa 700 Menschen ihre Solidarität mit Flüchtlingen bekundet. In der Nacht zum Montag war in Dreieich ein 23-Jähriger Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft im Schlaf von Schüssen getroffen und leicht am Bein verletzt worden. Die Demonstration verlief nach Polizeiangaben friedlich. Sie stand unter dem Motto "Solidarität mit allen Geflüchteten! Das Problem heißt Rassismus!".

  • Im schwäbischen Ellwangen beendete die Polizei am Samstagabend Schlägereien zwischen Algeriern und Syrern, die in einer Flüchtlingsunterkunft aneinandergeraten waren. Bei der Auseinandersetzung erlitt ein Syrer einen Schlüsselbeinbruch, ein weiterer wurde durch Tränengasspray verletzt, wie die Polizei am Sonntag in Waiblingen mitteilte. Drei Algerier wurden vorläufig festgenommen und später in eine andere Unterkunft verlegt. Rund 20 Männer seien an der Randale beteiligt gewesen, die Polizei rückte mit 34 Beamten an.

    Begonnen hatte die Auseinandersetzung nach Polizeiangaben damit, dass algerische Männer fünf syrische Frauen und deren Begleiter bedrängt hatten. Als der Syrer versuchte, die Frauen in Schutz zu nehmen, wurde er mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Angreifer flüchteten zunächst, konnten dann aber von der Polizei festgenommen werden. In der Unterkunft in Ellwangen war es schon mehrfach zu Vorfällen gekommen.

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mbö/dpa/AFP

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